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Schwule Weltreise – funktioniert das?

Einmal um die Welt unter explizit schwulen Gesichtspunkten

Hand aufs Herz: Mal für einige Monate die totale Auszeit vom eigenen Kuschel-Leben nehmen. Den Rucksack auf den Rücken schnallen und sich auf eine Reise ins Ungewisse begeben und auf allen fünf Kontinenten sämtlichen Herausforderungen wie ein Mann trotzen – wem juckt es da nicht in den Fingern? Weltreisen sind per se auch im 21. Jahrhundert noch ein echtes Abenteuer, besonders fernab der typischen Touristenpfade. Aber lässt sich eine solche Reise auch richtig schwul angehen? Also nicht nur als Trip, um fremde Kulturen kennenzulernen, sondern – natürlich – auch ein paar nette Männer und vielleicht auch als Botschafter unserer Lebensart zu fungieren? Der folgende Artikel will diese Frage beantworten und auch Tipps geben, wie eine solche Weltreise ablaufen könnte.

Vector illustration of a High Detail Political Map of the world with different colors for each country. Each country has its capital and major cities. All seas and major lakes are named. Global colors used. Additional files included AI CS2 and PDF with editable font. All elements are separated in editable layers as you can see in the image below.

1) Warum eine explizit „schwule“ Weltreise?

Stellt sich zunächst die Frage: Warum sollte eine Reise um den Globus ausgerechnet nach schwulen Gesichtspunkten geplant und ausgeführt werden?

1.1 Die Erfahrungen

Zunächst geht es dabei um das klassische „See and experience“:

Fisher in Krabi, Thailand morning

1.1.1 Nette Jungs von weit her
Wer fest in seinem heimatlichen Kiez verankert ist, der sieht immer nur die gleichen Gesichter der Szene, davor sind selbst Männer in Großstädten nicht gefeit. Und das wird auf die Dauer langweilig. Aber fragt euch doch mal selbst: Wie ging es euch, als Ihr das letzte Mal im Club
einen Typen aus Australien oder von sonst wo weit her getroffen habt? Richtig, das Interesse war geweckt, weil dieser Mann einfach durch seine andere Herkunft aufregend war. Und auf einer Weltreise seid Ihr dann diejenigen, um die sich die örtlichen Kerle scharren.

1.1.2 Neue Erfahrungen
Zudem ist die Weltreise auch kulturell gesehen die Anstrengung wert: Selbst die beste TV-Doku kann nicht vermitteln, wie es sich anfühlt, durch einen Dschungel zu wandern oder die dünne Luft in den Anden zu atmen. Das kann nur das „Real Life“ vor Ort.

1.1.3 Wie oft macht man das schon?
Außerdem, sind wir ehrlich, außer echten Hardcore-Reisenden machen die meisten Globetrotter diesen Trip nur ein einziges Mal, denn er ist teuer und muss in die jeweilige Lebensplanung passen. Eine Weltreise ist eine einmalige Erfahrung, von der ihr noch profitieren werdet, wenn euch als Opas graue Haare aus den Ohren wachsen.

1.2 Für die Community

Daneben ist ein schwuler Weltreisender auch immer eine Art inoffizieller Politiker, ein Botschafter sozusagen:

Rainbow flag in London's Gay Pride

1.2.1 Wie Gays auf der anderen Erdseite leben
Denn Ihr lernt, wie Schwule in anderen Ländern und Kontinenten leben (müssen). Das gibt dem in dieser Hinsicht verwöhnten Mitteleuropäer schon mal eine ganz andere Sichtweise wenn er live sieht, dass anderswo schon Händchenhalten Knast und Folter bedeuten kann – während wir hier die Freiheit haben, uns so zu lieben, wie wir möchten.

1.2.2 Werte mitbringen und vermitteln
Und gerade weil es Schwule in Europa relativ gut haben, solltet Ihr diese Werte mitnehmen und in die Welt raustragen: Zeigt den unterdrückten Männern in unfreieren Ländern, dass auch westliche Schwule ihre Rechte erst in langen Grabenkämpfen erfochten haben und es noch immer tun. Zeigt ihnen, dass dieser Kampf hart aber nicht aussichtslos ist. Ihr seid der lebende Beweis, dass schwul sein kein Stigma ist. Und wer diese Botschaft in die Welt herausträgt, ist weit mehr als ein schnöder Touri, der es einfach mal mit anderen Boys krachen lassen will.

2) Die Reiseplanung

Okay, ihr scharrt jetzt vor lauter Gaypride schon mit den Hufen. Dennoch solltet Ihr jetzt nicht blindlings Flugtickets en Masse buchen, denn eine Weltreise – besonders unter diesen Gesichtspunkten, will wohlgeplant werden.

Panorama of Stockholm, Sweden

2.1 Schwulenfreundliche Destinationen finden

Zunächst geht es dabei darum, sich nicht selbst in mehr Gefahr zu bringen, als nötig – in 73 Ländern der Welt ist Homosexualität in irgendeiner Form strafbar. Und in weiteren Ländern zumindest geächtet. Und deshalb solltet Ihr euch die richtigen Hotspots heraussuchen. Eine Liste von echten No-Go-Ländern gibt’s am Ende des Artikels.

2.1.1 Europa – das Gay-Mekka
Diese Überschrift kommt nicht von ungefähr, denn kaum irgendwo anders auf der Welt können Schwule so frei leben, wie in Europa. Das bedeutet: Solange es euch nicht in hinterwäldlerische Ecken des Balkans und Osteuropas führt, ist praktisch jedes Land geeignet. Hier findet Ihr eine entsprechende Landkarte, die Aufschluss über geeignete und weniger geeignete Regionen gibt.

2.1.2 Asien – Exotisches Traumziel
Asien ist schon wieder sehr viel differenzierter, denn hier gibt es einige Länder, die nicht nur homophob sind, sondern wo Schwule mit dem Tod bedroht sind. Ihr wollt auf die Malediven? Bloß nicht,  da herrscht Scharia-Recht. Wenn Ihr Tropenpanoramen liebt, fahrt lieber nach Neukaledonien oder Französisch-Polynesien. Die liegen beide auf dem Gay-Travel-Index nämlich auf dem 20. Beziehungsweise 15. Platz – dazwischen liegt übrigens Deutschland auf Platz 17. Thailand hingegen, das sich als weltoffen gibt, ist zwar nicht gefährlich, aber diskriminierend – auch wenn in den Touristen-Hotspots keine Probleme warten.

2.1.3 Afrika – Liberal auf der Südhalbkugel (?)
Afrika ist hingegen zum größten Teil No-Mans-Land für Schwule: Ob Nord- oder Subsahara-Afrika: Hier ist es wirklich lebensgefährlich. Einziger Leuchtturm ist Südafrika: Dort gibt es Antidiskriminierungsgesetze und in den Großstädten Johannesburg und Kapstadt finden regelmäßige Gaypride-Paraden statt. Allerdings gilt auch hier: Auf dem Land solltet Ihr euch als zwei reisende Kumpels ausgeben und nicht als Lebenspartner aus Berlin.

2.1.4 Australien – Weites Land, harte Männer
Auf dem fünften Kontinent geht es Schwulen größtenteils richtig gut. Natürlich vor allem in den Großstädten. Zwar hängt auch hier die Landbevölkerung hinterher, aber wer eine Nacht mit einem knackigen Cowboy verbringen will, muss sich höchstens auf schiefe Blicke und nicht auf Gewalt gefasst machen.

young horse instructor or cattleman riding the animal wearing sunglasses, cowboy hat and rider boots looking cool while taking a ride at countryside summer landscape

2.1.5 Amerika – zwischen Beachboy und Ranch- Hand
Über die USA hört man in Sachen Schwulenrechte selten Gutes – dabei ist das Land einfach nur weit und dementsprechend divers: In den Städten (ja, auch in den Südstaaten) lebt eine aktive Schwulenszene. Natürlich sollte bei einem solchen Trip New York alleine deshalb nicht ausgespart werden, weil hier 1969 vor dem Stonewall Inn der Freiheitskampf der westlichen Schwulen erst so richtig begann – übrigens wird die Bar sehr bald zum Nationaldenkmal.
Etwas kritischer wird es jedoch in der Tat in den ländlichen „Redneck-Ecken“. Hier sind die Einwohner zutiefst homophob. Das gilt für die Appalachen-Region ebenso wie für ländliche Teile der Südstaaten und auch Gebiete der großen Landwirtschafts-Staaten des mittleren Westens.
Was mancher vielleicht nicht vermuten würde: Auch Mittel- und Südamerika sind teilweise ziemlich schwulenfreundlich: Besonders Mexico-City, Lima und Buenos Aires können nicht nur auf eine hohe Akzeptanz der Heteros blicken, sondern teilweise auch auf gesetzlichen Schutz. Allerdings: Das gilt nur in den Städten. Auf dem Land sind die Menschen sehr viel homophober.
Gleiches gilt auch für die Bewohner von Venezuela und Nicaragua. Und auch in der sonnigen Karibik liegen mit Curaçao, den Bermudas und St. Maarten einige Inseln, in denen Schwule nur in den Touristenorten ein ruhiges Leben genießen können.

Eine schwule Weltreise - funktioniert das Grafik 1

2.2 Praktische Fragen klären

Ist die Reiseroute soweit geklärt, kommen die handfesteren Fragen einer Weltreise aufs Tableau. Die vielleicht wichtigste davon:

2.2.1 Allein oder zu zweit?
Wer einen Partner hat, für den stellt sich diese Frage erst gar nicht. Aber für alle Singles unter euch kann es sehr wohl wichtig sein. Natürlich bedeutet alleine reisen die totale Freiheit: Ihr seid an niemanden außer euch selbst gebunden. Aber, wie Weltreise-Bloggerin Claudia zu bedenken gibt: Es wird der Tag kommen, an dem die Abwesenheit von altbekannten Gesichtern für einen fürchterlichen Einsamkeits-Anfall sorgen wird. Denn so nett die Bekanntschaften auch sein mögen, sie können keinen langjährigen Freund ersetzen – ganz abgesehen von Sicherheits-Aspekten. Unser Tipp lautet daher: Lieber einen guten Freund mitnehmen und das Risiko eingehen, sich öfters mal anzuöden, als vielleicht mit einer dicken Erkältung alleine in einem fremden Land einsam in einem Hotelzimmer zu liegen und die als großes Abenteuer geplante Weltreise nur noch zum Weglaufen zu finden.

Young man hitchhiking on summer vacation. Happy guy tourist beside road with thumb up gesture having fun.

2.2.2 Wie komme ich von wo nach wo?
Hier gibt es einige einfache Regeln:

  • Flüge sollten nur für wirklich große Entfernungen jenseits der 1000 Kilometer eine Option sein. Um Geld zu sparen, kann dabei ein sogenanntes „Round the World“-Ticket eine Option sein. Das erlaubt eine bestimmte Anzahl von Flügen zu einem Gesamtpreis.
  • In Flächenstaaten wie den USA und Kanada können auch Autos gekauft und am Zielort weiterverkauft werden. Das lohnt sich vor allem, wenn Ihr euch länger als zwei Wochen dort befindet, denn dann übersteigt der Mietwagenpreis meist die Kosten für einen günstigen Gebrauchten. Aber Obacht: TÜV-Intervalle kennen fast nur wir Europäer, deshalb solltet Ihr euch vorher ein wenig in die Auto-Thematik einlesen, damit ihr nicht auf Schrottkarren hereinfallt.
  • Wer hingegen maximalen Kultur-Kontakt haben will, sollte sich in Busse und Bahnen setzen. Denn vor allem in Zweit- und Drittwelt-Ländern sind das die bevorzugten Transportmittel der Einheimischen und deshalb perfekt geeignet, um die „echten“ Menschen dort kennenzulernen und nicht bloß die Angestellten in den Touristenhochburgen.

Close-up of a German Passport
2.2.3 Wer gibt mir so lange Urlaub?
Zunächst mal keiner, weil eine durchschnittliche Weltreise meist ein Jahr oder länger dauert. Der Trick ist es, dem Chef die Sache schmackhaft zu machen:

  • Unbezahlter Urlaub: Dabei bleibt der Job erhalten, Ihr bekommt allerdings auch kein Gehalt. Plant Ihr jedoch pro Monat einen Tag regulären Urlaub ein, gilt das als Arbeit und somit bleibt eure Pflichtversicherung erhalten.
  • Beim Sabbatical verzichtet Ihr zwei oder drei Jahre auf einen Teil des Gehalts oder den Urlaub und baut dieses Konto dann einfach während der Weltreise ab.
  • Die Kündigung sollte die letzte Option sein, denn sie bringt einen Haufen Probleme mit sich, angefangen damit, dass Ihr euch selbst versichern müsst und nach der Rückkehr erst mal mit leeren Taschen dasteht.

2.3 Ausrüstung

2.3.1 Grundsätzliches Equipment
Bei einer Weltreise ist das Gewicht ein entscheidendes Kriterium. Denn im Zweifelsfall müsst Ihr in der Lage sein, eure Habseligkeiten auch kilometerweit zu schleppen. Ein Rucksack ist deshalb die beste Grundlage. Und dort hinein kommt folgendes:

Eine schwule Weltreise - funktioniert das Grafik 2

2.3.2 Das lass lieber daheim
Auch wenn Ihr Literaturfans seid, schwere Bücher und eindeutige Magazine sollten ebenso daheim bleiben wie alles, was euch eine Einreise erschweren könnte: Auch wenn viele sich verständlicherweise schützen wollen, sind Pfeffersprays (auch wegen lokaler Waffengesetze) ebenso tabu wie Messer oder andere Waffen. Und auch Körperpflege wird auf diesem Trip ohne schwere Cremes und Lotions auskommen müssen: Seife und Waschlappen sind leichter und platzsparender. Zudem ist die Weltreise die Gelegenheit, euch endlich den machomäßigen Vollbart stehen zu lassen, dessen Wuchs Ihr bislang immer irgendwann abgebrochen habt – lasst also den Rasierer im heimischen Badezimmer.

Eine schwule Weltreise - funktioniert das Grafik 3

3) Die Ausführung

Der Rucksack ist gepackt, die Reiseroute steht, los geht’s. Doch halt: Nur mit Ausrüstung und Landkarte ist es noch nicht getan. Denn eine schwule Weltreise erfordert auch eine Art innere Planung und Vorbereitung für den Fall der Fälle.

3.1 An fernen Gestaden – Verhaltensregeln

Und eine solche Planung beginnt mit dem eigenen Verhalten, auch dort, wo sich Männer ungestraft öffentlich küssen dürfen.

Handsome Arabian Businessman Using Digital Tablet Outdoors.
3.1.1 Auch in schwulenfreundlichen Orten: Do’s und Dont’s
Grundsätzlich gilt: Seid zurückhaltend und geht nicht so offensiv vor, wie bei euch zuhause. Das könnte von den einheimischen Kerlen schnell als Wildern in deren Revier ausgelegt werden. Besser ist es, sich in den entsprechenden Hotspots erst mal in Ruhe im Club an die Bar zu setzen und einfach mal zu beobachten, wie es dort abläuft. Angesprochen werdet Ihr früh genug. Zudem solltet Ihr euch um eurer eigenen Sicherheit willen auf nichts einlassen, was ihr nicht auch hierzulande tun würdet. Eine Liste von weiteren internationalen Regeln hat die Huffington Post aufgestellt.

  • Do:
    In jedem Land wenigstens in der lokalen Sprache Hallo, Ja, Nein und Auf Wiedersehen sagen können.
    Männer immer zuerst grüßen.
    Eine Liste von Szenelokalitäten in Bereitschaft haben.
    Auf Gummis bestehen.
    Bereit sein, in zwei Dutzend Ländern die gleichen Fragen über Deutschland zu beantworten.
    Freundlich und offen aber immer auch gesund misstrauisch bleiben.
  • Don’t:
    (Vor allem in Asien) irgendjemandes Kopf berühren.
    Sich selbst bei großer Ungerechtigkeit in Angelegenheiten der örtlichen Polizei einmischen – Ihr wollt nicht in irgendeinem Drittweltland wegen Behinderung der Justiz im Knast landen.
    In der Öffentlichkeit rummachen.Eine schwule Weltreise - funktioniert das Grafik 4

3.1.2 Das richtige Mindset: Du bist mehr als ein Urlauber
Daneben müsst Ihr euch auch immer wieder gewahr werden, dass ihr nicht nur ein normaler Urlauber seid: Euer Reisezweck ist es auch, zu sehen und zu informieren. Ersteres, um Vergleiche ziehen zu können und letzteres, um den örtlichen Männern zu zeigen, dass es sich lohnt für seine Rechte zu kämpfen.

3.1.2 Achtung, Lebensgefahr
Politische Verhältnisse ändern sich manchmal blitzschnell. Bevor Ihr die Grenze zu einem Land übertretet, solltet Ihr also immer einen Blick auf die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes werfen – und euch auch bloß daran halten. Lasst euch niemals auf zwielichtige Deals ein. Und versucht, auch in den schwulenfreundlicheren Nationen außerhalb Europas, immer in der Öffentlichkeit zu bleiben. Und wenn ihr krank werdet, dann versucht nicht aus falscher Sparsamkeit, euch selbst zu kurieren, sondern sucht ein Krankenhaus auf – auch wenn es Geld kostet.

3.1.3 Notfalltipps: So findest Du immer einen Schlafplatz
Hotels und Hostels gibt es überall – allerdings planen clevere Reisende schon vor und buchen auch schon, bevor sie in das Land oder die Stadt kommen. Und wenn ihr dort seid, lasst euch immer euer Zimmer zeigen, bevor Ihr das Geld herausnehmt. Niemals solltet Ihr euch einfach in ein Taxi setzen und dem Taxifahrer etwas sagen wie „zum nächsten Hotel bitte“. Denn das endet in Abzocke, weil der Fahrer euch dann mit ziemlicher Sicherheit in ein Haus bringt, das ihm für genau solche einfältigen Touristen eine Provision zahlt. Für Notfälle gibt es übrigens auch noch die schwule Variante des klassischen Couchsurfens.

Creepy dirty and abandoned bedroom with cracket walls

3.2 Hier outen? Besser nicht

Im Folgenden eine Liste von Ländern, in denen Ihr nicht nach außen tragen solltet, dass ihr schwul seid – wirklich nicht!

Eine schwule Weltreise - funktioniert das Grafik 5

3.2.2 Verhaltensmaßregeln
In diesen Ländern gilt folgendes:

  • Niemals jemanden anbaggern, auch nicht, wenn er eindeutige Signale gibt. Das kann eine Falle sein.
  • Keinem Einheimischen gegenüber erwähnen, dass man schwul ist. Auch auf entsprechende Klamotten usw. verzichten.
  • Bei Reisen mit einem Freund mit diesem nicht im Hotel oder anderen, vermeintlich privaten Orten, intim werden. Kameras können überall sein.
  • Kommen Diskussionen auf das Thema LGBTI, nicht den Aktivisten spielen und für deren Rechte Partei ergreifen. Am besten solche Themen komplett vermeiden.

3.3 Mehr als ein Urlaub
Neben der schwulen Thematik ist eine Weltreise aber auch von sich aus schon eine einmalige Erfahrung, die Ihr langfristig präparieren solltet.

3.3.1 Warum ein Tagebuch sinnvoll ist
Kein menschliches Gehirn ist imstande, die abertausenden Eindrücke, die einem auf einer solchen Reise begegnen, langfristig zu speichern. Anders ausgedrückt: Schon nach Wochen werden viele Erinnerungen verschwimmen. Im Gepäck sollte sich deshalb ein Tagebuch befinden – und das solltet Ihr diszipliniert täglich mit Eintragungen füllen. Denn mit diesem wertvollen Dokument könnt Ihr euch selbst noch in zehn oder mehr Jahren die Reise und das gute Gefühl ins Gedächtnis rufen.

Eine schwule Weltreise - funktioniert das Grafik 6

3.3.2 Mach Fotos – eine Menge Fotos
Und natürlich gehört zu einer solchen Sammlung von Erinnerungen auch die optische Komponente. Besorgt euch vor Reisebeginn eine wasserdichte Outdoor-Kamera, hier eine Liste von Modellen. Denn die wiegt wenig und ist für die Strapazen einer Weltreise wesentlich besser geeignet, als hochwertige Profimodelle. Und zu dieser Kamera gehört auch eine ausreichende Anzahl von SD-Karten. Bedenkt immer: Schon in zweiwöchigen Strandurlauben schießen viele mehr als tausend Fotos. Rechnet das auf eine einjährige Weltreise um und dann wird klar, dass zehn Speicherkarten keineswegs übertrieben sind.
Eine Sicherheitsoption kann es übrigens sein, sich zuhause ein für mehrere Dutzend Gigabyte ausreichend dimensioniertes Cloudkonto einzurichten und während des Trips immer wieder von Internet-Cafés aus die Bilder an diese Adresse zu senden. Denn dann sind die Fotos selbst dann noch vorhanden, wenn eure komplette Ausrüstung verloren gehen sollte.

4) Zusammenfassung und Fazit

Eine schwule Weltreise ist mehr als nur ein Trip rund um den Globus. Wer mit der Regenbogenflagge im Hinterkopf reist, der ist ein Botschafter für Verständnis und Toleranz – und vor allem sieht er das, was die wenigsten in der deutschen Szene zu Gesicht bekommen. Nämlich, dass es hier natürlich noch Faktoren wie die nach wie vor nicht erlaubte Homo-Ehe gibt, aber in anderen Ländern noch gar keine Freiheit für Schwule herrscht. Bevor es jedoch auf eine solche Bildungsreise losgeht, sollte die Planung so wasserdicht sein, wie nur menschenmöglich. Zwar lässt sich keine Weltreise vor sämtlichen Überraschungen frei halten, aber nur eine ausreichende Planung und das Kennen und Einhalten der grundlegendsten Regeln des Selbstschutzes können sicherstellen, dass der Trip mit der gesunden Rückkehr nach Deutschland endet.

Man Working Laptop Connecting Networking Concept

Mehr Infos auf www.momondo.de

Titelfoto: www.fotolia.com/michaeljung
Fotos: www.fotolia.com © Natasa Tatarin, © teolin (Aufmacher aus 1, 2 & 3), © Obbchao, © Bokeworldtravel, © Mikael Damkier, © Focus Pocus LTD, © anetlanda, © Bene Images, © Dangubic, © full_frame, © Rawpixel.com, © Lina Vandoorne


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