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Falk Richter gewinnt Berliner CSD-Preis

Der Autor und Regisseur bekommt den "Soul of Stonewall Award" 2016

Verdient ist verdient: Der Autor und Regisseur Falk Richter wird mit dem Soul of Stonewall Award des Berliner CSD in der Kategorie Kultur ausgezeichnet. Der Berliner CSD-Verein zeichnet den Künstler 2016 vor allem für seine Stücke „Fear“ und „Small Town Boy“ aus. Der Preis wird jährlich an Organisationen und/oder Einzelpersonen vergeben, die sich für „den Schutz von LGBTI*-Menschen einsetzen, für LGBTI*-Rechte eintreten und die Würde des Einzelnen in die Öffentlichkeit rücken“. Bisherige Preisträger waren unter anderem Amnesty International, Klaus Wowereit, Conchita Wurst und die Initiative Enough Is Enough.

An der Schaubühne hat Richter zuletzt mit „FEAR“ das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland auf die Bühne gebracht

Seit Jahren setzt sich Falk Richter in seiner Arbeit mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander und schafft dabei Stücke, die auch eine hohe Relevanz für die LGBTI*-Community haben. An der Schaubühne hat Richter zuletzt mit „FEAR“ die Erstarkung des Rechtspopulismus in Deutschland und die damit einhergehenden Themen wie Homophobie, Ablehnung alternativer Familienmodelle und sexueller Vielfalt satirisch überzeichnet auf die Bühne gebracht. Aus der Begründung des CSD e.V.: „Das soziale Gefüge einer Gesellschaft, das Sie mit Worten, Musik, Tanz, Schweiß und Tränen ein aufs andere Mal sezieren, ist leuchtendes Beispiel dafür, was ein einzelner Mensch mit seinen Worten an einem einzigen Abend bewirken kann. Vielleicht nicht immer gleich bei allen Zuhörern und Besuchern. Aber mit jeder Aufführung werden es mehr.“

Letztendlich wurde die Verfügung aufgehoben und das Gericht befand, die Schaubühne und Richter handelten im Rahmen der Kunstfreiheit.

Darauf reagierten bei weitem nicht alle positiv: „Fear“ beschäftigte  das Berliner Landgericht. (MÄNNER-Archiv). Kern des Rechtsstreits war die Frage, ob die Schaubühne, wo das Stück läuft, Bilder von Hedwig von Beverfoerde und Beatrix von Storch zeigen darf. Das Gericht befand, die Schaubühne und Richter handelten im Rahmen der Kunstfreiheit. Er zeige in seinem Stück lediglich, mit welchem Spektrum an rechten und erzkonservativen Strömungen und mit welchen Protagonisten man es heutzutage zu tun habe – dazu gehöre auch die christliche Fundamentalistin Beverfoerde und Storch, so Richters Argumentation. Erst im Dezember war Richter als fünfter Preisträger der Saarbrücker Poetikdozentur geehrt worden. (MÄNNER-Archiv). Die Verleihung des Soul of Stonewall Awards findet am 23. Juli auf der Hauptbühne des CSD vor dem Brandenburger Tor statt.

Bild: Bernhard Musil


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