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Studie: Hass auf Minderheiten nimmt zu

40% aller Deutschen stimmen zu, dass es "eklig" ist, wenn sich Schwule küssen.

Wie rechtsextrem und fremdenfeindlich ist Deutschland? Das fragt sich die so genannte „Mitte”-Studie der Universität Leipzig, die zum ersten Mal im Jahr 2002 als Reaktion auf die Brandanschläge auf Asylbewerberheime in den Neunzigerjahren entstanden ist. Zwischen 2.000 und 5.000 Deutsche werden seitdem alle zwei Jahre befragt, um herauszufinden, wie ihre Einstellung zum eigenen Land und zu Minderheiten ist.

In der diesjährigen Studie mit dem Titel „Die enthemmte Mitte” zeigen sich die Macher besonders besorgt darüber, dass vor allem die Abwertung von Minderheiten in der Gesellschaft wieder stärker zugenommen hat. Zwar sei die Ausländerfeindlichkeit an sich gesunken, doch einzelne Gruppen wie Muslime, Sinti und Roma sowie Geflüchtete hätten seit 2014 zunehmend mit Vorurteilen zu kämpfen. Auch im Hinblick auf Homophobie in Deutschland zeigt die Studie außerdem, dass es Anlass zur Sorge gibt.

Jeder vierte Deutsche glaubt, die Aussage, Homosexualität sei „unmoralisch”, sei richtig.

Die Schockzahl zuerst: 40% aller Deutschen stimmten der Aussage zu, es sei „ekelhaft”, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen. Das ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem Jahr 2009 – da waren es noch 27,9%. Fast jeder vierte Deutsche gibt außerdem an, die Aussage, Homosexualität sei „unmoralisch”, sei richtig. Auch hier zeigt sich ein Anstieg gegenüber 2009, als noch 15,7% dieser Zusage zustimmten. 36% glauben außerdem, dass eine gleichgeschlechtliche Ehe nicht erlaubt sein sollte (29,4% im Jahr 2009)

AfD als neues Sprachrohr für rechtsextremes Denken

Laut der „Mitte”-Studie ist die AfD das neue Sprachrohr von Menschen mit rassistischen und rechtsextremen Einstellungen. Für viele von ihnen sei die NPD noch unwählbar gewesen. Mit der AfD sei aber eine Partei entstanden, der es gelungen sei, Menschen zu mobilisieren: 16,2 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die AfD wählen würden, wenn am Sonntag Wahlen wären. Diese Menschen gehören zu der Gruppe, die am islamfeindlichsten, homophobsten und fremdenfeindlichsten eingestellt ist. Sie finden sich nicht nur an den Rändern der Gesellschaft, sondern überall.

Der Hass auf Minderheiten zeigt sich allerdings nicht nur in der Art und Weise, wie die Menschen wählen würden. Immer mehr Deutsche sind bereit, ihrem rechtsextremen Denken auch Taten und vor allem Gewalt folgen zu lassen. Die regelmäßigen Anschläge auf Flüchtlingsheime sind laut den Machern der Studie der traurige Beweis dafür.

„Merkel, Gauck und Lammert dürfen nicht mehr verschweigen, dass die queere Community Opfer des Orlando-Shootings war.”

Der Grüne Bundestagsabgeordnete Kai Gehring hat sich als Reaktion auf diese Ergebnisse bestürzt gezeigt. Die Zunahme von Homophobie in Deutschland sei „ein Alarmsignal und Armutszeugnis für unsere Demokratie”. Er fordert einen bundesweiten Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie sowie die völlige rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen. Wie sehr die Bundesregierung dabei mit der Anerkennung von Schwulen und Lesben hadert, zeigt sich aus Sicht von Gehring derzeit in ihrer Reaktion auf das Massaker in Orlando (MÄNNER-Archiv): „Merkel, Gauck und Lammert dürfen nicht mehr verschweigen, dass die queere Community Opfer des Orlando-Shootings war.”

Die ganze Studie kann kostenlos auf der Webseite der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung heruntergeladen werden, die die Studie mitgefördert hat.

Foto: Imago (Islamfeindliche Demonstration in Leipzig)


17 Kommentare

  1. Patrick Voß

    Der Deutsche an sich ist doch nicht Homophob oder Fremdenfeindlich. Neeeeeeeiiiin. Er möchte das nur nicht als Nachbarn haben. Schon klar…………..

  2. Konstantinos Aspridis Pauli

    Eklig ist das was ich lese ganz einfach eklig ist wen Männer kleine Kinder misshandelt eklig ist wen Menschen Menschen umbringen eklig sind die Menschen die so etwas sagen was ist eklig dran was oh zwei Männer küssen sich oh wie schlimm wen Gott nicht wollte das die Menschen auch exerzieren dann wehren die schon lange nicht da ja aber die schwulen sind auch Menschen wie alle andre also erlich mal

  3. Kevin Montany-Jung

    >ich finde === keiner verlangt von xyz zwei küssende optisch auch schön zu finden === ABER =!!homophobie sollte nicht das motiv dafür sein … denke, wenn ich zwei menschen sehe die optisch für meine augen nichts sind, ändert es sich auch dann nichts, wenn diese sich küssen … homophob bin ich deshalb noch lange nicht, was auch doof wäre, da ich selbst schwul bin … von daher denke ich, dass die derzeit stark medienwirksam aufflammende homophobie durch einwanderung/ fluchtwelle aber auch dem terror unterstützt ja ausgelöst wird (prügelknaben-mentalität), gleichwohl man geglaubt hat, dies schon über wunden und schon weiter gewesen zu sein … denke ich im groben=?!<

  4. Sualk Nhed

    noch einmal schwule sind selber dran schuld nicht immer nur für lesben was machen siehe reinlassen in schwule kneiben sahmen abgeben nur das sie schwangerwerden u s w männer helft euch mal wieder selber wie es in der ledrzene üblich ist

  5. Carsten Mundt

    Es geht halt bildungspolitisch und allgemein gesellschaftlich bergab nicht nur mit diesem Land, seitdem marktkonforme und neoliberale Wirtschaftspolitik das Geld zur absoluten Gottheit erhoben haben und den Menschen beigebracht wird, dass nur der Einsatz der Ellenbogen einen weiter bringt. Darunter leiden nicht nur Schwule, sondern auch „Ossis”, „asoziale Hartz4ler” uva.


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