javier-martinez

Honduras: Erneut Aktivist ermordet

Rene Martínez war einer der prominentesten LGBTI-Vertreter des Landes

Rene Martínez, einer von Honduras‘ bekanntesten LGBTI-Aktivisten ist ermordet worden. Nachdem ihn seine Familie am Mittwoch letzter Wochen als vermisst gemeldet hatte, konnte ein Gerichtsmediziner zusammen mit Martínez‘ Familie am Freitag nur noch seine Leiche identifizieren, die auf einem unbewohnten Grundstück gefunden worden war. Der Aktivist wurde erdrosselt, nach Angaben nationaler Medien zeigte die Leiche Spuren von Folter. Ein Motiv für die Tat gibt es bisher nicht. Martínez Wohnviertel gilt als Verbrechenshochburg und Zentrum der Drogenkriminalität. Deswegen kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass Martínez‘ Tod nichts mit seinem Aktivismus zu tun hatte. Das halten Beobachter allerdings für wenig wahrscheinlich.

Martínez betrieb er eine, mit US-Mitteln finanzierte Anlaufstelle für Opfer von Gewalt und Diskriminierung. Er war beliebt und wurde geschätzt.

Homosexualität ist in Honduras legal, das Schutzalter ist 16. Trotzdem ist die Hauptstadt Tegucigalpa fast der einzige Ort im Land, an dem aus so etwas wie eine LGBTI-Community und Szene gibt. Die Organisationen Violet Collective und die Gay-Lesbian Group Honduras setzen sich für die Rechte homosexueller Menschen im Lande ein. Martinez wohnte allerdings nicht dort, sondern in San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt des Landes. Dort war er als Präsident von Comunidad Gay Sampredrana tätig, der ortsansässigen Community-Organisation. Außerdem betrieb er eine, von den USA finanzierte Anlaufstelle für Opfer von Gewalt und Diskriminierung. Martínez war beliebt und wurde geschätzt, Rodolfo Padilla Sunseri, der Bürgermeister von San Pedro Sula, verlieh seiner Trauer öffentlich Ausdruck und sagte, er hätte einen Freund verloren.

Honduras (Grafik: CIA/The World Factbook)

Honduras (Grafik: CIA/The World Factbook)

Der US-Botschafter in Honduras verlangt eine vollständige Aufklärung der Umstände, die zu Martínez Tod geführt haben. Der EU-Sonderbeauftragte für Menschenrechte, Stavros Lambrinidis, besuchte am Wochenende LGBTI-VertreterInnen, um sich ein Bild von der Lage zu machen und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für LGBTI in Honduras zu zeigen. Seit dem Militärputsch 2009 kommt es dort immer wieder zu Gewalttaten gegen Vertreter der Community (Männer-ARCHIV), aber auch gegen andere Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen. 2009 wurde der LGBTI-Aktivist Walter Tróchez Opfer eines gezielten Anschlags. 2012 war der Journalist und Aktivist Erick Martínez Ávila, in Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, verschwunden und Tage später erdrosselt aufgefunden worden, genau wie jetzt Martínez. Menschenrechts-Aktivisten schätzen, dass seit dem Militärputsch mehr als 150 LGBTI in Honduras ermordet wurden.

Bild: Facebook


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close