Istanbul-Pride abgesagt

Der Gouverneur hat "Sicherheitsbedenken", die Veranstalter wollen klagen

Der Gouverneur von Istanbul hat am Freitag Mittag mitgeteilt, dass der vierzehnte Istanbul-Pride, der in acht Tagen im Zentrum der Millionenmetropole stattfinden sollte, nicht genehmigt wird. Begründung: Die Sicherheit die TeilnehmerInnen und die öffentliche Ordnung könnten durch die Stadt und ihre Sicherheitsorgane nicht gewährleistet werden. Nächste Woche ist Pride-Week in Istanbul und eigentlich ist die Parade seit 2003 der sonntägliche, feierliche Abschluss dieser Woche.

Die Veranstalter wollen gegen das quasi Verbot des Prides alle ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsmittel einlegen.

Die Veranstalter wollen gegen das quasi Verbot des Prides alle ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsmittel einlegen. Wie in der bulgarischen Stadt Sofia (MÄNNER-Archiv), haben auch in Istanbul, rechte Kräfte angekündigt, die Parade stören und verhindern zu wollen. Die Jugendgruppe der rechts-nationalistischen Großen Einheitspartei (BBP) hat versprochen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das zu erreichen. Der Webseite „Middle East Eye” gegenüber, gab ihr Führer in Istanbul zu Protokoll: „Wir sind bereit, jedes Risiko einzugehen. Wir werden die Parade davon abhalten, stattfinden zu können.”

Der letzte Istanbul-Pride war 2015 ohne Genehmigung durchgeführt und mit Wasserwerfern und Tränengas durch die Polizei aufgelöst worden.

 Der letzte Istanbul-Pride war 2015 ohne Genehmigung durchgeführt und mit Wasserwerfern und Tränengas durch die Polizei aufgelöst worden (MÄNNER-Archiv). Als Begründung für die Gewalt gaben Staatsbeamte, die den Einsatz angeordnet hatten, an, sie hätten so handeln müssen, da die Demonstration von schwulen, lesbischen und Trans-Aktivisten in den Ramadan gefallen sei. Diese Begründung ist im türkischen Staat, der seit der Staatsgründung unter Atatürk eine strenge Trennung von Staat und Kirche pflegt, eigentlich nicht möglich. Der Ramadan 2016 endet am 4. Juli.
Foto: Imago/Xinhao

16 Kommentare

  1. Bernd Ruedig

    Das wäre dann ein Vorgeschmack auf die weitere Entwicklung in unserem Land. Das nenne ich klar und deutlich: Islamisierung des Abendlands. Das sage ich auch: in erster Linie bin ich deutscher Staatsbürger und dann noch schwul, sowas gibts auch.

  2. Ömer Sith Blackwave

    Bevor ihr alle Türken und Regierung beschuldigt möchte ich mich auch als Homosexueller drüber äußern.
    Also ich finde die Aktion in der Türkei Grade echt scheisse wenn Man sich um pride oder em streitet während wir eh gegen Terror zu tun haben müssen wir nicht mit Feier beginnen oder so n .

    Aber hier in Deutschland werdet ihr es nicht verstehen ihr Werdet nicht jeden tag angegriffen oder verliert nicht jeden tag Soldaten.

  3. Ömer Sith Blackwave

    Und bin zwar kein Erdoğan Fan aber wenn ich die Türkei vor 30 Jahren ansehe und heute, begreife ich wieso jeder ihn und uns Türken hassen.

    Egal obwohl ich Homosexuell bin würde ich für mein Land dienen mir egal.


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