Traumjob: Sprecher der Kanzlerin?

Steffen Seibert hat in der Bundespressekonferenz sichtlich mit Fragen zum Thema Homophobie und Homorechte zu kämpfen

Was mag sich Steffen Seibert in diesen Minuten gedacht haben? Wo ist das nächste Loch, in das ich verschwinden könnte? Oder: Warum bin ich nicht beim ZDF geblieben – da könnte ich jetzt genau diese berechtigten Fragen an die Kanzlerin stellen! 

Es geschah gestern in der Bundespressekonferenz. Tilo Jung vom YouTube-Projekt „Jung und naiv” fragte den ehemaligen Anchorman des heute-journal und heutigen Regierungssprecher Steffen Seibert, wann die Bundesregierung gedenke, das Verbot von Ehe und Adoption für homosexuelle Paare endlich abzuschaffen. Das wäre nach dem Massaker in Orlando (MÄNNER-Archiv) schließlich ein gutes Zeichen gegen Homophobie.

Seibert, sichtlich genervt, fixierte einen Punkt auf dem Pult vor sich und zählte für sich bis 21, 22, 23, bevor er sich herabließ, dem fragenden Jung eine Antwort zu geben. Dass heterosexuelle Menschen in Deutschland mehr Rechte haben als homosexuelle, sieht Seibert nicht als Diskriminierung – und es sei schon gar kein Ausdruck einer Homosexuellenfeindlichkeit. „Den Vorwurf der Homophobie weise ich für die Bundeskanzlerin und für die Bundesregierung ganz entschieden zurück”, sagte er vor den versammelten Hauptstadt-Journalisten. Schließlich habe sich die Kanzlerin ja nach Orlando geäußert. Richtig, sie hat auf öffentlichen Druck hin die nicht unerhebliche Tatsache erwähnt, dass bei dem Massaker im „Pulse”-Club Schwule und Lesben starben.

Merkel hatte es als „Warnsignal” bezeichnet, dass auch in Deutschland homophobe Einstellungen wieder auf dem Vormarsch sind. Es gäbe einen „zunehmenden Hass auf Schwule und Lesben”. „Der Attentäter war sich vollkommen klar, dass er in dem Nachtklub lesbische und schwule Menschen antreffen wird, und genau auf diese Menschen war sein Attentat gezielt. Neben der tiefen Anteilnahme gegenüber den Angehörigen der 49 Opfer empfinde ich vor allen Dingen auch Beunruhigung darüber, dass wir gerade gestern wieder Umfragen gehört haben, dass sich die Haltung auch der Menschen in Deutschland zu den Homosexuellen, zu Lesben und Schwulen verändert hat und die homophobe Haltung zugenommen hat”, so die Kanzlerin.

2 von 3 MÄNNER-Lesern gaben daraufhin an, die Äußerungen der Kanzlerin hätten sie nicht überzeugt.

Titelbild: Screenshot


11 Kommentare

  1. Klaus Hondele-Kremer

    Ja, das stimmt! Aber man kannihm zumindest nicht vorwerfen, das er seinem Arbeitgeber noch Chat loyal gegenübersteht ……. Auch wenn seine Wortwahl speziellen diesem Falle sehr daneben ist …..

  2. Oliver Nicklas

    Diese legalisierte Ungleichbehandlung ist „Diskriminierung per Gesetz” von Homosexuellen und gleichzeitig gibt es ein Antidiskriminierungsgesetzt. Wie geht das zusammen?


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