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Matt Bomer – genial brutal

In "The Nice Guys" spielt er einen eiskalten Killer

Die Karriere des 38-jährigen Schauspielers begann mit der TV-Serie „White Collar“ (2009 bis 2014). Anfang 2012 outete sich Matt Bomer. Mit seinem Ehemann Simon Halls hat er drei Söhne. Für seine Rolle im AIDS-Drama „The Normal Heart“ erhielt er 2015 einen Golden Globe als bester Nebendarsteller.

Matt, in „The Nice Guys“ spielst Du keinen der Titel gebenden Protagonisten, sondern im Gegenteil einen absoluten „bad guy“. Wie war das?

Ich habe es geliebt! Es ist nicht so, dass ich nicht auch schon in der Vergangenheit mal etwas düstere Figuren gespielt habe. Aber definitiv noch nie jemanden, der derart kaltblütig und böse ist. Aber das Beste an diesem Job war, dass ich diese Rolle für Shane Black spielen durfte. Er ist einer meiner Lieblingsregisseure und sein Film „Kiss Kiss Bang Bang“ von 2005 hat mich sehr geprägt. Und mit den „Lethal Weapon“-Filmen, zu denen er die Drehbücher schrieb, bin ich natürlich aufgewachsen! Niemand kennt sich besser mit unterhaltsamen Bösewichtern aus als er.

Eigentlich bist Du optisch ja eher der Typ Schwiegermutter-Liebling…

Das fand ich ja gerade so witzig. Ein eiskalter Killer, der daherkommt wie John-Boy aus den „Waltons“? Herrlich!

Mit Ryan Gosling vor der Kamera zu stehen war sicher auch nicht so unangenehm, oder?

Das war ein Traum. Aber Russell Crowe genauso. Beide gehörten zu den Kollegen, mit denen ich schon lange unbedingt einmal arbeiten wollte. Einer von ihnen an meiner Seite hätte mich schon glücklich gemacht. Doch beide zusammen war mehr als ich zu hoffen gewagt hätte.

Kann man sich bei Typen wie ihnen noch etwas abgucken?

Klar, das macht die Arbeit mit den beiden ja so interessant. Selbst wenn ich selbst gar nicht dran war, aber ich den beiden manchmal bei ihren Szenen zugeschaut. Die Chemie zwischen den beiden stimmte auf eine so unwiderstehliche Weise, wie man es nicht allzu oft erlebt. Das gibt es nur mit Kerlen wie Ryan und Russell, die zu den besten Schauspielern gehören, die man in Hollywood dieser Tage finden kann, und die genau wissen, was sie wollen und was sie tun.

Seit Deinem Durchbruch mit der Serie „White Collar“ bist Du unglaublich fleißig. Wonach suchst Du aus, welche Jobs Du annimmst?

Ich habe da gar nicht unbedingt eine feste Regel. Manchmal interessiert mich einfach die Geschichte. Oder die Personen, mit denen ich arbeiten kann. So war das zum Beispiel bei „Magic Mike“ (MÄNNER-Archiv). Den Film habe ich nicht gedreht, weil ich Lust auf einen Kassenerfolg hatte. Im Gegenteil, damit hatte zunächst niemand gerechnet. Aber es hieß, dass das Steven Soderberghs letzter Film sein würde. Die Chance, mit ihm zu drehen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Matt Bomer

Machst Du einen Unterschied zwischen Film- und Fernsehrollen?

Nein, da diskriminiere ich nichts und niemanden. Auch da kommt es einfach drauf an, worum und vor allem um wen es geht. Mit Ryan Murphy zum Beispiel hatte ich so viel Spaß bei der Arbeit an „The Normal Heart“, dass ich keinen Moment gezögert habe, als er mich fragte ob ich nicht in einer Staffel von „American Horror Story“ (MÄNNER-Archiv) dabei sein wolle. Ob ich am Ende auf der Leinwand oder dem Bildschirm zu sehen bin, ist wirklich zweitrangig.

Dafür, dass ich meinen Mann und meine Kinder mehrere Monate zurücklasse, müsste es ein ganz besonderes Stück sein

Und wie steht es mit dem Theater, wo Du ja ursprünglich Deine Karriere begonnen hast?

Darauf hätte ich prinzipiell natürlich auch mal wieder große Lust. Und mir werden auch immer wieder Bühnenrollen angeboten, die mich prinzipiell reizen. Aber Theater in den USA bedeutet eben Broadway, also New York. Dafür, dass ich meinen Mann und meine Kinder mehrere Monate zuhause in Los Angeles zurücklasse, müsste es dann schon ein ganz besonderes Stück sein. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja mal ein Angebot daher, das es wert wäre, so etwas auf sich zu nehmen.

Viel Zeit für die Familie hast Du ja vermutlich auch ohne Broadway-Engagements nicht, oder?

Zuletzt habe ich tatsächlich zwei Jahre am Stück mehr oder weniger durchgearbeitet. Nach „The Nice Guys“ und „American Horror Story“ habe ich auch noch das Remake von „The Magnificent Seven“ sowie zwei kleine Independentfilme gedreht. Ach, und dann noch „The Last Tycoon“ für Amazon, basierend auf einer Geschichte von F. Scott Fitzgerald. Doch jetzt mache ich endlich mal eine Pause. Diesen Sommer habe ich frei und widme mich nur der Familie. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen!

„The Nice Guys“: ab 2. Juni im Kino!

Titelbild: Concorde Filmverleih


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