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Mexiko: Massaker in Schwulenbar

Die Tat wurde erst jetzt von englischsprachigen Medien aufgegriffen, mit einem Monat Verspätung

Es ist schon einen Monat her, aber bis zum Wochenende haben keine größeren englischsprachigen Medien über die Schießerei berichtet. Es geschah bereits am 22. Mai: Drei Männer betraten die Schwulenbar „La Madama“ in der Hauptstadt Xalapa des mexikanischen Bundesstaates Veracruz und schossen in die Menge. Rund 400 Gäste sollen sich in der Bar aufgehalten haben. Mindestens fünf kamen ums Leben, in anderen Berichten ist von bis zu 15 Opfern und zahlreichen Verletzten die Rede. Ein Arzt, der zum Tatort gerufen wurde, spricht sogar von noch mehr Toten.

Das Nachrichtenportal Regeneración zitiert einen Zeugen, der die Bar betrat, als ersten Schüsse fielen, und sich in einem Schrank versteckte. Er berichtet von drei Männern, die in die Menge schossen. Aus seinem Versteck hörte er die Schreie.

Mexiko

Luis Donaldo Rivera Calderón starb bei dem Massaker (Foto: Yerania Rolón, Blog Expediente)

Eines der Opfer ist Luis Donaldo Rivera Calderon – ein Student und erfolgreicher Athlet, der mit seinem Onkel die Bar besucht hatte. Dieser überlebte das Massker. Gegenüber Medien sagte er: „Die weißen Kacheln der Bar waren mit Blut bespritzt. Wer weglaufen wollte, rutschte in Blutlachen aus.“ Er bezeichnete die Bar als „Schlachthaus“.

Mexiko

Die Ermittler am Tatort (Foto: Sin Embargo)

Offiziell wird behauptet, es habe sich um eine Abrechnung zwischen Drogenbanden gehandelt. LGBTI-Organisationen werfen Polizei und Behörden vor, den Vorfall herunterzuspielen: Es habe sich um eine eindeutig homophobe Tat gehandelt. Über die Täter ist derzeit noch nichts bekannt.

(Was die Rechte für Homosexuelle in Mexiko betrifft, herrscht juristisches Wirrwarr. Immerhin ist im gesamten Land der Weg für gleichgeschlechtliche Paare geebnet, Kinder zu adoptieren – MÄNNER-Archiv.)

Titelbild: Sin Embargo


13 Kommentare

  1. Mike Sieg

    Sowas kommt nicht in die Mainstream-Medien. Zu viele „schwule Thematiken“ sollen es nun auch wieder nicht sein. Jede Attacke, jeder Mord, jedes Verbrechen gegen die LGBT-Community macht mich traurig und wütend zugleich.


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