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Nach CSD-Absage „tief enttäuscht”

Berlin solidarisiert sich mit den LGBTI-Menschen in Istanbul, die eine schwere Zeit haben

Der Gouverneur von Berlins Partnerstadt Istanbul hat den für kommenden Sonntag geplanten „Marsch des Stolzes” (March of Pride) in Istanbul, vergleichbar mit den CSD-Paraden in Deutschland, abgesagt. Berlins Bürgermeisterin und Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat kritisiert diese Entscheidung scharf und appelliert gleichzeitig an die Istanbuler Behörden, diese Entscheidung zu überdenken: „Ich bin fassungslos und von unserer Partnerstadt tief enttäuscht“, so die türkischstämmige Kolat.

Deutliche Worte – und man fragt sich, warum es aus Berlin keine offizielle Stellungnahme gab, als der CSD in Moskau – ebenfalls Partnerstadt – vor einem Monat abgesagt wurde (MÄNNER-Archiv). Hat man Russland schon aufgegeben?

Istanbul

Instabuls Regenbogen-Treppe, die im Juli 2015 abgerissen wurde (Foto: Fotolia)

Das Verbot begründen die Behörden damit, dass Sicherheit und öffentliche Ordnung in Gefahr seien. Dazu Bürgermeisterin Kolat: „Versammlungsfreiheit, Gleichstellung und der Schutz von Minderheiten sind unantastbare demokratische Werte. Falls Sicherheitsbedenken bestehen, erwarte ich von den Behörden, dass sie die LGBTI-Community bei ihrem Marsch unterstützen und für ihre Sicherheit garantieren, statt ihre Versammlung zu verbieten!“

Schon am vergangenen Sonntag ging die Polizei in Istanbul mit Tränengas und Gummigeschossen gegen LGBTI-Aktivisten vor, die für die Menschenrechte von transgeschlechtlichen Personen demonstrierten. Auch der sogenannte Trans-Pride wurde vor wenigen Tagen verboten.

Das ist beschämend für die vielfältige und weltoffene Metropole Istanbul

„Berlin solidarisiert sich mit den LGBTI-Menschen in Istanbul, die eine schwere Zeit haben. Es ist ein Gebot der Demokratie, Minderheiten vor Gewalt und Diskriminierung zu schützen. Stattdessen gehen die Behörden in Istanbul gegen LSBTI Menschen vor, die für ihre Menschenrechte demonstrieren“ so Kolat. „Das ist beschämend für die vielfältige und weltoffene Metropole Istanbul.”

Die Grünen-Politiker Roth und Beck setzen sich dafür ein, dass die Parade trotzdem stattfinden kann (MÄNNER-Archiv).

In den Monaten Juni und Juli werden weltweit Märsche und Paraden organisiert, die an den Aufstand von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie transgeschlechtliche Menschen in der Christopher Street in New York 1969 erinnern. Das ist das auch das Titelthema in MÄNNER 7.2016.

 Titelbild: SPD


5 Kommentare

  1. De Sonido

    Würde mir im Traum nicht einfallen jemals zum Pride nach Russland zu fliegen …. Wird man nachher noch gesteinigt oder man kommt in Einzelteilen zurück !!!


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