Papst geht auf Schwule zu

LSVD: Vatikan muss aktive Reue an den Tag legen!

Die Kirche sollte sich bei Homosexuellen, Armen und anderen vernachlässigten Menschen entschuldigen, findet Papst Franziskus. „Die Christen sollten dafür um Vergebung bitten, dass sie viele falsche Entscheidungen begleitet haben“, wird der Papst von der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zitiert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche war gefragt worden, ob er mit dem deutschen Kardinal Reinhard Marx übereinstimme: Der hatte nach dem Massaker in Orlando eine Entschuldigung gegenüber Schwulen und Lesben gefordert.  

Zu den Äußerungen von Papst Franziskus, die Kirche solle sich bei den Homosexuellen entschuldigen, erklärt der Lesben- und Schwulenverbandes, LSVD:


„Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) begrüßt die Äußerungen des Papstes, die die Verantwortung für Ausgrenzung und Diskriminierung von Lesben und Schwulen eingesteht. Doch Worte allen reichen nicht. Wenn Papst Franziskus es ernst meint mit einer Entschuldigung, dann muss der Vatikan auch aktive Reue an den Tag legen“, so Sprecherin des Henny Engels. „Der LSVD fordert daher, dass der Vatikan sich vehement dafür einsetzt, dass die Kampagnen aus der katholischen Kirche gegen die Menschenrechte von Lesben und Schwulen beendet werden.“ (Vor zehn Tagen erst begrüßte die EU-Bischofskommission ein diskriminierendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte – MÄNNER-Archiv.)

Bischöfe aus vielen Teilen der Weltkirche schüren Hass und Gewalt

Bis heute bekämpften große Teile der katholischen Kirche hartnäckig jede rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare und diffamieren Lesben und Schwule dabei als Gefahr für die Gesellschaft, so Engels. Auf UN-Ebene opponiere auch der Vatikan bis heute gegen die Menschenrechte von Lesben und Schwulen. Immer wieder hielten Bischöfe aus vielen Teilen der Weltkirche Hetzreden gegen Lesben und Schwule: Sie schürten damit Hass und Gewalt.

Papst

Papst-Satire (Foto: Titanic)


 
„So war auch das nachsynodale Papstschreiben ‚Amoris Laetitia‘ (MÄNNER-Archiv) eine Enttäuschung für alle, die sich mehr Akzeptanz und Wertschätzung von Lesben, Schwulen, ihren Beziehungen und Familien erhofft hatten.“ In knapp 15 Zeilen macht das 300-seitige Schreiben klar, dass Lesben und Schwulen mit Respekt begegnet werden soll und sie nicht „in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ seien, um gleich darauf festzustellen, dass die „Freude der Liebe“ für sie nicht gilt, so die LSVD-Sprecherin. „Stattdessen soll ihnen geholfen werden, den Willen Gottes ganz zu erfüllen, sprich enthaltsam zu leben und auf Liebe und Sexualität zu verzichten, Umpolungs- und Heilungsangebote inklusive.“
 
Titelbild: Imago


7 Kommentare

  1. Bernhard Kreiner

    bevor so einem bestien freak vertraue schneide ich mir mein herz raus der lügt wenn er den mund aufmacht- soll weiter mit seinen seelen verblendungen menschen verachten aber für mich ist nur eine witz-figur die an seine komischen überwesen denkt- warum auch immer vielleicht gibt es im vatikan viele drogen oder andere stoffe die menschen verdummen lässt oder der reichtum im vatikan vergiftet die seele von menschen- bin atheist aber auch atheisten haben eine seele.

  2. Klaus Hondele-Kremer

    Hatte mir von diesem Papst mehr Offenheit und Veränderungen erhofft —– nicht nur in dieser Frage! Schade, bisher gab es einige gute Ansätze; vor allem zu Beginn seines Pontifikats. Vermute mal, das einflußreiche Kardinäle und Bischöfe ihr Veto einlegen. Die Schäfchen der Kirche könnten dann ja feststellen, dass diese Herren eigentlich fast alle überflüssig sind!!!

  3. Jens Ehebrecht-Zumsande

    „Ja! Aber…!“ > Das ist ein erfreuliches Statement des Papstes, vor allem auch innerkirchlich. Wenn man bedenkt, wie kontrovers und polarisiert (gerade weltkirchlich gesehen) die röm.-kath. Kirche in diesen Fragen ist, dann sind das wegweisende Worte! Wenn ich sie allerdings ernst nehmen soll, dann müssen dem jetzt Taten folgen! U.a. brauchen wir in jeder Diözese hierzu Begegnnungen, wo die „Dinge auf den Tisch“ kommen, und dies in einer angstfreien Gesprächskultur. Das Thema der Menschenrechte von LGBTIQ* muss innerkirchlich aus der Tabuzone! Wenn der Papst ernsthaft will, dass „die Kirche“ um Entschuldigung bittet, dann geht es um konkrete Personen. Ohne einen Kommunikationsprozess auf Augenhöhe ist das nicht möglich. Und zu den Taten, die nun folgen müssen: Es geht dabei nicht etwa um Barmherzigkeit, sondern zuerst um Gerechtigkeit! Diskriminierung durch die Kirche ist keine Vergangenheit, sondern sie findet statt. Eine Entschuldigung, ohne eine veränderte Praxis, wäre also ein Hohn! Oder theologisch gesprochen: Wenn „die Kirche“ ( also kirchliche Würdenträger ) hier eigene Schuld wahrnimmt und benennt und dafür um Vergebung bittet, dann aber weiter handelt wie bisher, wird sie wieder schuldig, bzw. bleibt sie schuldig.


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close