The police car

Überfall auf russischen Schwulenclub

Besucher des "Mono" wurden beschimpft und attackiert

Wie russische Medien erst jetzt berichten, ist am vergangenen Wochenende in der sibirischen Millionenstadt Jekaterinburg ein Schwulen-Club angegriffen worden – in derselben Nacht, in der in Orlando mindestens 49 Menschen erschossen wurden (MÄNNER-Archiv). Nach dem Fußball-Spiel England gegen Russland, das unentschieden zu Ende gegangen war, griffen neun Männer, die zunächst wie Fußballfans wirkten, Besucher des Clubs „Mono” an. Auch in Lille hatten sich nach dem EM-Spiel englische und russische Holligans heftige Straßenschlachten geliefert. Dabei wurden 35 Menschen verletzt, offenbar ausschließlich Briten. In Marseille hatten sich Fans nach dem Spiel drei Tage lang Krawalle geliefert.

Sicherheitsdienst sah tatenlos zu?

In Jekateringburg standen mehrere Besucher rauchend vor der Tür des Schwulenclubs und wurden beschimpft und attackiert. Es sollen auch Schüsse aus einer Druckluftwaffe gefallen sein. Besucher klagen in den Sozialen Netzwerken darüber, dass der Sicherheitsdienst des „Mono” tatenlos zugesehen hätte.  Die Gäste retteten sich in den Club, die Eingangstür wurde verschlossen. Ein 23-jähriger Gast kam mit einem gebrochenen Bein und einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. (Diese Regenbogen-App umgeht das Anti-Homopropaganda-Gesetz – MÄNNER-Archiv.)

Polizei schreitet nicht ein

Die Betreiber des Clubs berichteten, dass die Polizisten die Täter nicht verfolgt hätten. Statt einzuschreitern hätte sie lediglich eine Erklärung von den Angreifern verlangt. Das Mono will nun einen Raucherbereichs im Innern schaffen und Waffenkontrollen am Eingang einführen.

Aus Jekaterinburg statt Lena Klmow, die Anfang 2013 das Projekt „Kinder 404” gestartet hat (hier geht’s zur russischsprachigen Facebook-Seite). Es gibt schwulen Teenagern das Gefühl, dass sie nicht ein Fehler der Natur oder Ergebnis von Propaganda sind. In diesem Blog werden Fotos und Lebensgeschichten aus ganz Russland  veröffentlicht. Anfang 2015 wurde Klimowa verklagt, weil sie gegen das Gesetz gegen Homopropaganda verstoße. Sie sollte 50.000 Rubel Strafe zahlen. Klimowa ging in Berufung, die Vorwürfe wurden fallen gelassen.

Titelbild: Fotolia


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