Sofia Pride blieb friedlich (Galerie)

Im Vorfeld gab es Befürchtungen, der Umzug könnte sich mit einer Gegendemonstration überschneiden

Gute Nachrichten: Gegen 20 Uhr Ortszeit fand heute der Pride in Sofia einen friedlichen Ausgang. Im Vorfeld hatte es Anlass zu großer Sorge gegeben: Die Stadtverwaltung hatte eine Gegenveranstaltung von Ultrarechten, Nationalisten und Fußball-Hooligans genehmigt (MÄNNER-Archiv), deren Route sich an einigen Stellen mit der des Umzugs überschnitt. Doch trotz der drohenden Gefahr von Angriffen durch Rechtsradikale ließen sich die etwa 2.500 Teilnehmenden nicht die gute Stimmung nehmen.

Während die Demonstration selbst nach Plan lief, begann der Abend allerdings erstmal mit Polizeischikane. Als sich gegen 17 Uhr die ersten Teilnehmer bei glühenden 36 Grad Hitze zusammenfanden, forderten die Einsatzkräfte die Organisatoren dazu auf, die Demonstration früher zu starten und unterzogen sie eine auffällig langen Prüfung von Genehmigungen. Auch machten sich viele der Polizisten über auffälligere Teilnehmerinnen und Teilnehmer lustig. Doch diese ließen sich nicht beeindrucken: „Die Teilnehmer werden jedes Jahr jünger” erklärte uns Stana Iliev vom Organisationsteam und lobte, dass gerade der Nachwuchs besonders motiviert sei.

Wenige Gegendemonstranten, viel Zustimmung

Nach vielen mutmachenden Reden von hochkarätigen Diplomaten und Gästen und einer Schweigeminute für die Opfer von Orlando setzte sich die Demo dann gegen 19 Uhr in Gang. Die meisten der Redner – allen voran die brasilianische Botschafterin und ihre Lebensgefährtin – nahmen am Umzug teil. Geschützt wurden die Teilnehmenden von drei „Sicherheitsschichten”: Neben der Polizei, welche die Organisatoren offensichtlich nicht als sehr vertrauenswürdig einschätzten, schirmten ein privater Sicherheitsdienst und zusätzliche freiwillige Helfer den Umzug von möglichen Angriffen ab.

Die blieben jedoch glücklicherweise aus. Stattdessen säumten nur wenige Gegendemonstranten den Straßenrand – darunter fünf Frauen mit Plakaten mit der Aufschrift „Wir können nicht tolerieren, was nicht normal ist”. Die meisten der Menschen am Strassenrand, an den Fenstern und in den Restaurants zeigten jedoch ihre Zustimmung und winkten und lächelnde den Demonstranten zu. Unterm Strich also ein erfolgreicher Ausgang dieser Demonstration und sicherlich ein Zeichen dafür, dass sich Bulgarien langsam, aber sicher gegenüber LGBTI öffnet.

Fotos: Sofia Pride 

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