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Verlosung: Jasmin Tabatabai singt Jazz

Wir schenken Dir 5 x "Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist?"

Ihre Durchbruch hatte Jasmin Tabatabai 1997 neben Katja Riemann als Ausbrecherin Luna in dem Musikfilm „Bandits“. In den letzten Jahren macht sie hauptsächlich mit Musik von sich reden. So etwa mit ihrem neuen Album „Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist?“

Frau Tabatabai, Ihre neue Platte heißt „Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist?“ …

Das stimmt. Kein Hashtag-tauglicher Titel. Ich hab’s versucht, es geht wirklich nicht (lacht).

Der Titelsong ist ein Chanson von Georg Kreisler, das Sie als „sehr aktuell“ bezeichnet haben. Warum? Weil die aktuelle Wutbürgerbewegung eigentlich eine „Trauerbürger“-Bewegung ist?
Darauf würde ich das nicht beziehen. Es geht eher darum, dass unsere Zeit so schnell ist. Trauer hat etwas mit Innehalten zu tun. Man muss Zeit dafür haben und zulassen, dass man jetzt nicht strahlt und nicht funktioniert. Ich hab das Gefühl, das gestehen sich Viele heute kaum noch zu. Dabei sollten sie das vielleicht. Deshalb haben wir den Titel zur Eröffnungsnummer des Albums gemacht – sieben sehr ruhige Minuten, nach denen man weiß, was auf einen zukommt. Kein Pop, sondern intimer, ruhiger Jazz.

Tabatabai 2

Sie bringen das Album auf dem eigenem Label mit Ihrem musikalischen Leiter David Klein heraus …
Auch das ist den Zeichen der Zeit geschuldet. Eine Jazz-Platte ist kein Chartsthema, deshalb würde ein Major-Label sowieso keine große Promotion dafür machen. Wozu brauch ich dann eine Plattenfirma? Da mach ich’s doch lieber selbst und spare mir die sinnlosen Diskussionen und Rechtfertigungen der Inhalte, die man mit Plattenfirmen üblicherweise führt. Sie sind heutzutage sowieso nicht mehr zeitgemäß.

Sie covern unter anderem „Wenn ein Mensch lebt“ aus dem Film „Die Legende von Paul und Paula“…
Da hab ich mich anfangs gefragt, ob ich als Wessi das darf. Mir ist ja klar, dass „Die Legende von Paul und Paula“ der DDR-Kultfilm ist. Aber dann dachte ich: Ich liebe das Lied seit ich Teenager war und finde den Film wunderschön. Außerdem covert das Lied ja sonst keiner. Also warum nicht?

Im Original wird das Lied von Pudhys-Frontmann Dieter Birr gesungen. Nie drüber nachgedacht, die Zeile „Meine Freundin ist schön…“ zu „heterosexualisieren“?
Sowas werde ich nur von Journalisten gefragt. Für mich stand das gar nicht zur Debatte. Einen Plenzdorf verändert man nicht einfach so. Er lebt auch nicht mehr. Selbst wenn ich wollte, könnte ihn also nicht mal fragen, ob ich den Text ändern darf. Bei Reinhard Mey ist das anders. Dem habe ich eine E-Mail geschrieben und gefragt, ob ich „Aller guten Dinge sind drei“ auf meine Familiensituation anwenden und umdichten darf. Er gab mir seinen Segen. Er hatte nur die Bitte, dass wir den „Negerkuss“ in „Schokokuss“ ändern. Das Lied ist ja aus den 80ern, da galt „Negerkuss“ noch nicht als politisch unkorrekt.

Solche sprachlichen Angleichungen sind okay für Sie?
Ja, natürlich. Wir haben auf der letzten Platte bei „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben“ auch schon den „Jazzband-Neger“ in „Jazzband-Feger“ geändert. Ganz ehrlich: Wenn jemand heutzutage darauf bestehen würde, das Wort „Neger“ zu benutzen, fänd ich das ziemlich seltsam. Es ist nun mal ein diskriminierendes Wort. Außerdem ist Sprache etwas Lebendiges. Man sollte sie hinterfragen.

Glauben Sie, dass eine politisch korrekte Sprache zu einer politisch korrekten Haltung beiträgt?
Natürlich. Mich nervt diese Haltung nach dem Motto „Die Haltung der Menschen wirst du durch Sprache nicht ändern“. Sowas höre ich eigentlich nur von heterosexuellen Männern. Denen muss ich dann erst erklären, dass in der deutschen Sprache alles Positive männliche Attribute hat. Etwas Tolles ist herrlich, etwas Dummes ist dämlich. Dann kommt: „Aber das kommt doch nicht von Dame“. Natürlich tut es das. Und so etwas für eine Selbstverständlichkeit zu halten, ist per se eine Diskriminierung.

In MÄNNER 7.2015 spricht Jasmin Tabatabai über Feminismus und Ehe für alle. Hier hast Du die Gelegenheit, ihr grandioses neues Album zu gewinnen. Schreib eine Mail mit dem Stichwort „Herrlich dämlich“ und Deiner Postadresse an maenner-leserservice[ät]brunogmuender.com . Mit etwas Glück gehört schon bald eins von fünf „Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist?“-Exemplaren Dir.

Einsendeschluss: 15. Juli 2016
Tabatabai 1

Titelbild: Felix Broede


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