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Zeugen: Orlando-Attentäter war schwul

Mehrere Besucher des Pulse-Clubs sind sicher, den 29-Jährigen bereits vorher dort gesehen zu haben.

Nimmt der Fall eine neue Wendung? Derzeit mehren sich die Meldungen, dass Omar Mateen, der Attentäter von Orlando, selbst eine schwule Identität gelebt hat und ein Doppelleben führte. Ganze vier Stammgäste des Pulse-Clubs, wo sich die furchtbare Tat ereignet hat, sind sich inzwischen sicher, Mateen regelmäßig dort angetroffen zu haben.

Zu den Zeugen gehört das schwule Paar Ty Smith and Christopher Callen. Beide performten im Pulse als Drag-Queens und waren schockiert, als sie Bilder von Mateen im Fernsehen sahen: „Es war dieser Typ,” bestätigte Callen, der auch unter dem Namen Kristina McLaughlin auftritt. Gegenüber der Presseagentur Canadian Press sagte er: „Er ist bereits seit über drei Jahren regelmäßig in den Club gegangen.”

„Er sagte, wenn ich mich noch einmal mit ihm anlegen würde, würde ich ja schon wissen, was passieren würde.”

Callen erinnert sich, dass er Mateen immer wieder im Pulse Männer küssen gesehen hat. Er habe außerdem oft so viel getrunken, dass man ihn aus dem Club hätte eskortieren müssen: „(Er ist teilweise) wirklich, wirklich betrunken gewesen. Er durfte Zuhause nicht trinken, in Gegenwart seiner Frau oder seiner Familie. Sein Vater war sehr streng… Er hat immer wieder darüber abgelästert.” Einmal habe Mateen dabei in seiner Gegenwart ein Messer gezogen, nachdem jemand einen Witz über Religion gemacht habe: „Er sagte, wenn ich mich noch einmal mit ihm anlegen würde, würde ich ja schon wissen, was passieren würde.”

Wollte Mateen ehemaligen Klassenkamerad daten?

Doch nicht nur Pulse-Besucher sind sich sicher, dass Mateen ein schwules Doppelleben geführt hat. Die Palm Beach Post berichtet, dass ein anonymer Klassenkamerad von Mateens Security-Guard-Schule erklärt hat, er sei mit dem 29-jährigen während seiner Ausbildung regelmäßig in schwule Clubs gegangen.

„Niemand mochte ihn wirklich. Er war ein sozial unangenehmer Mensch.”

Mateen, der auch zum Tatzeitpunkt als Guard gearbeitet hat, habe ihn damals sogar um ein Date gebeten, erklärte der Zeuge gegenüber dem Lokalkanal WFTV9: „Ich war aber zu diesem Zeitpunkt selbst nicht geoutet und habe nein gesagt.” Der Klassenkamerad hat außerdem erklärt, der Attentäter, der zur Tatzeit einen dreijährigen Sohn hatte und geschieden lebte, habe immer überall versucht, sich anzupassen und dazuzugehören. Er sei damit aber meist angeeckt. „Niemand mochte ihn wirklich,” erklärte er laut WFTV9 im Interview. “er war ein sozial unangenehmer Mensch.”

Wäre es wirklich eine Überraschung?

Sollten sich die Enthüllungen als wahr herausstellen, würde der ganze Fall eine noch tragischere Wendung nehmen. Er wäre ein unfassbar grausames Beispiel dafür, dass unterdrückte Homosexualität und Scham gegenüber den eigenen Gefühlen und Bedürfnisse sich in Hass und offene Homophobie niederschlagen können.

In wieweit die Tat dann allerdings noch, wie bisher, als „Terroranschlag” zu bewerten ist (MÄNNER-Archiv), und wie der Islamische Staat, der die Anschläge ja auf sein Konto verbucht hat, auf die Zeugenaussagen reagieren wird, wird sich nun zeigen. Auch Donald Trump, der in einer Rede von gestern Abend den „radikalen Islam” für das Massaker verantwortlich gemacht hat und das Massaker als Steilvorlage für einen Angriff gegen Obama und Hillary Clinton genutzt hat, dürfte mit seinen dumpfen Verallgemeinerungen dumm dastehen.

Aber mal abgesehen von den Konsequenzen: Gehen wir davon aus, dass die Aussagen wahr sind, wäre diese neue Wendung am Ende vielleicht doch gar keine so große Überraschung. Mancher dürfte bereits ein Bauchgefühl gehabt haben. Vielleicht ist das ja das eigentlich Bittere an der ganzen Sache.

Foto: MySpace


71 Kommentare

  1. Kai Herlemann

    Wenn das stimmt, ist es kein Terroranschlag, kein islamistischer Terroranschlag, sondern die Tat eines mehr oder weniger psychisch Kranken, eines Depressiven, soweit man das aufgrund der bisherigen Faktenlage vermuten kann.
    Und Menschen, die aufgrund dessen sowas tun, wenn auch vielleicht in einer Kurzschlusshandlung, ohne schon lange sowas geplant zu haben (wie Breivik), kann man nicht moralisch für ihre Taten verurteilen, man kann sie nur bemitleiden, weil sie darunter so stark leiden, dass sie sich selbst umbringen müssen. Schlimm nur, dass dabei auch in diesem Fall andere in den Tod gerissen wurden, und umso tragischer, dass es auch noch jemand aus der eigenen Community war, wo doch eigentlich die Community zusammenhalten sollte.

    Es muss uns für uns alle ein Aufruf dazu sein, wachsam zu sein, wenn man sowas vermutet, auch wenn man es nicht sicher weiß, aber auch sensibel, weil es die Menschen oft nicht darüber sprechen wollen oder damit umgehen können.

  2. Pa Mos

    Ja,natürlich,das ist ein typisch muslimisches Problem. Rechte machen ja auch nicht seit Jahren in Europa Jagd auf Homosexuelle.

  3. Holger Oppers

    Es ändert viel, denn dann werden wieder viele Vorurteile über Homosexuelle bestätigt und dann ist dieser Massenmord ja nicht so schlimm, es waren ja die Perversen untereinander… diese und noch andere Sprüche werden dann wieder kommen.

  4. Holger Oppers

    Man denke nur an die Grausamkeiten in Russland… wo „anständige” russische Männer sich mal einen Schwulen vornehmen, weil der ja die Kinder verdirbt. Und der Staat hilft nicht mal dem Opfer, ganz im Gegenteil.

  5. Frank Schmölzl

    Angeblich soll sein Vater Verbindung nach Düsseldorf haben.Soll auch ein Bankkonto in D haben.Was wiederum die Frage auf wirft.Es wurden doch drei gefasst in letzter Zeit,die angeblich einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt geplant hatten.Vermutung,Zufall,Spekulation.Irgendwie alles ziemlich verworren.

  6. Bernhard Jemand

    danach fragen die nicht ob recht oder unrecht geschieht dann alles im namen allah´s hat sich doch schon gezeigt auch bei viedeos wo hier gepostet sind .es wurden in deutschland schon welche umgebracht von schwulen hasser


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