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Auch die Nordkirche öffnet sich

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg bietet bereits Traugottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare an

UPDATAE (15.9.2016) Gleichgeschlechtliche Paare sollen bald auch in der Nordkirche gleichberechtigt eine Trau-Zeremonie feiern dürfen. Es soll eine „Segnung von Menschen in eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ auf Augenhöhe mit der Trauung von Mann und Frau stattfinden, wie der Präses der Nordkirche, Andreas Tietze, gestern in Kiel mitteilte. In den Gottesdiensten gebe es keinen Unterschied bis auf den Begriff Segnung statt Trauung, erklärte Landesbischof Gerhard Ulrich. Die Segnungen würden wie Trauungen in den Kirchenbüchern eingetragen. Die Neuregelung soll auf der Synodentagung am 29. September in Travemünde beschlossen werden.

„Endlich werden keine Unterschiede mehr gemacht, wer sich das Ja-Wort geben will“, wird Danny Clausen-Holm aus dem LSVD-Landesvorstand von den Lübecker Nachrichten zitiert. Die Nordkirche beweise damit, „dass sie schon sehr viel weiter als die Bundesregierung beim Thema ,Ehe für alle’” sei.

Bereits seit Juli können Homo-Paare in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Traugottesdiensten heiraten. Die Landeskirche mit einer Million Mitgliedern ist nach Hessen-Nassau und dem Rheinland (MÄNNER-Archiv) die dritte, die die Eheschließung für schwule und lesbische Paare öffnet. Den Beschluss fasste die Landessynode im April in geheimer Abstimmung: 91 Kirchenparlamentariern war dafür, zehn stimmten dagegen und vier enthielten sich. Das war und ist toll. Bleibt nur ein Problem: Bislang will offenbar niemand heiraten.  Die Nachrichtenagentur epd hat nachgefragt und aus Kirchenkreisen die Auskunft bekommen, es gebe noch keine Anfragen von verpartnerten Paaren, nun auch kirchlich zu heiraten.

Pfarrer und Gemeindekirchenräte, die diese Öffnung nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, können sich weigern.

Es gab in den vergangenen 14 Jahren bereits die Möglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare, sich in eigenen Gottesdiensten trauen zu lassen. Ab Sommer wird die Trauung die Regel sein. Allerdings gibt es für eine Übergangszeit von fünf Jahren Ausnahmen: Pfarrer und Gemeindekirchenräte, die diese Öffnung nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, können sich weigern. Allerdings müssen sie die Ablehnung schriftlich begründen und müssen einen Ersatzmann finden, der die Trauung statt ihnen durchführen kann. Damit können schwule Paare jetzt in vier von 20 Landeskirchen heiraten. In allen anderen, bis auf Württemberg und Sachsen, sind Einsegnungen der Paare möglich.

Titelbild: Imago/UPI Photo


9 Kommentare

  1. Bernhard Kreiner

    leider muss man jedesmal nachfragen ob die homosexuellen freundlich sind oder uns eher als bestien und abschaum der menschheit halten- sehe da keinen sinn drinnen ist zeitaufwendig und emotional ansträngend- immer so ne glückssache wie man von denen behandelt wird

  2. Ralf Biermann

    ..bleibt jedoch nicht zu vergessen, daß es sich nur um 1 Kirchengemeinde dreht. Die Obergurus sind immer noch dagegen (Was nützt es, wenn der eine Angestellte ja sagt und der Chef strikt dagegen ist). Hatten wir bei einem kath. Pfarrer auch, der uns getraut hat.


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