Das Handy sagt „Ab jetzt nur Wasser“

Kann man mit einer App sein Trinkverhalten steuern? "MeSelfControl" verspricht genau das.

Es gibt diesen alten Witz: Wieviel Schwule braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln? Antwort: Zwölf. Einer schraubt die neue Birne ein und die anderen machen schon mal den Sekt auf. Lustig, oder? Ja, Lustig. Aber wie in allen guten Witzen steckt auch in diesem eine Spur Wahrheit. Die lautet: LGBTI trinken gern. Und nehmen gern Drogen. Und neigen generell zu rauschhaften Zuständen. Was super ist, solange man es unter Kontrolle hat. Das Problem: Haben ganz schön viele von uns nicht immer. Und einige gar nicht. Mehr als unter Heteros. Das sagt einem jede Suchtstatistik die nach sexueller Orientierung unterscheidet. Oder auch die Suchtberater in den LGBTI-Zentren der großen Städte. Die sind oft ausgebucht. Weil sie gebraucht werden. Inzwischen gibt es sogar tolle Bücher über das schwule Leben ohne Alkohol. (MÄNNER-Archiv)

Jeder, der darüber nachdenkt, ob er zuviel trinkt, tut es wahrscheinlich.

Es gibt einen alten Spruch: Jeder, der darüber nachdenkt, ob er zuviel trinkt, tut es wahrscheinlich. Auch das ist wohl war. Denn: Menschen die kein Problem mit Alkohol haben, denken über Alkohol nicht nach. Sie trinken ihn einfach. Oder eben nicht. Aber, kann man mal gucken, wie es um einen bestellt ist, wenn man sich unsicher ist? Ja. Es gibt für alles im Leben eine App, auch dafür. Die für dieses spezielle Problem ist neu und heißt: „MeSelfControl“, „MeineSelbstKontrolle“.

Die einfache tägliche Dokumentation des Konsums hilft dem Nutzer dann, seinen Status aufrechtzuerhalten.

Die MeSelfControl-App bietet eine schrittweise Unterstützung – in der Regel über einen Zeitraum von zehn Wochen – bei der Identifizierung des persönlichen Trinkverhaltens, der aktiven Reduktion und der Stabilisierung des Alkoholkonsums und dem Einhalten trinkfreier Tage. Und das läuft so: In der ersten Phase wird das Trinkverhalten des Nutzers beobachtet und dokumentiert. Durch individuelle Trinklimits, Vorschläge und Feedbacks von MeSelfControl wird der Konsum schließlich reduziert und die Lebensqualität verbessert sich. Ist der Nutzer im risikoarmen Bereich, geht es in die dritte, die Stabilisierungsphase. Die einfache tägliche Dokumentation des Konsums hilft dem Nutzer dann, seinen Status aufrechtzuerhalten. Zusätzlich bietet die App die Möglichkeiten eines auf die Persönlichkeit abgestimmten Risiko- und Belohnungsmanagements sowie der Einbindung von Vertrauenspersonen für schwierige Situationen. Die App ist flexibel, einfach anwendbar und doch verblüffend umfassend. Persönliche Eingaben auf der App sind geschützt und werden nicht weitergeleitet.

Die App wurde in Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und Suchttherapeuten entwickelt.

Der Erfinder erklärt das so: Die App MeSelfControl basiert auf einem wissenschaftlich fundierten und erprobten Reduktionsprogramm und wurde in Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und Suchttherapeuten entwickelt. Der Nutzen einer solchen Applikation ist vor Kurzem in einer randomisierten klinischen Studie mit 349 Teilnehmern belegt worden. „Ein besonderer Teil dieser App ist die Stabilisierung des Therapieerfolgs, die in aktuellen Therapieprogrammen häufig nicht ausreichend berücksichtigt wird“, betont Prof. Dr. Hans-Peter Volz, Ärztlicher Direktor der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatischen Medizin in Schloss Werneck. Die App MeSelfControl steht im Google Play Store und Apple App Store zum Download für interessierte Nutzer zur Verfügung. Die Vollversion ist für 9,99 Euro erhältlich. Die App befindet sich in der Zulassung als Medizinprodukt Klasse 1. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website meselfcontrol.com. Generell gilt, dass eine bestehende Abhängigkeit immer unter ärztlicher oder therapeutischer Betreuung zu erfolgen hat und MeSelfControl in diesem Fall unterstützend genutzt werden kann, den Arzt oder den Therapeuten aber nicht ersetzt.

Foto: Fotolia/gstockstudio


5 Kommentare

  1. Horst Lukas Kieler

    Wer braucht da noch soziale Kontakte, wenn man auch mit seinem Handy kommunizieren kann. Vielleicht sollten noch Apps hinzugefügt werden, die dem User sagen, wann er kacken, duschen oder die Strümpfe/Unterwäsche wechseln sollte.


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