Male couple and black daughter dining at home look to camera

London unterstützt LGBTI-Adoptionen

Britisches Bildungsministerium will größere Akzeptanz für Regenbogenfamilien erreichen

von Thomas Petersen

Das britische Bildungsministerium hat angekündigt, mehr finanzielle Mittel zur Förderung von Adoptionen für Antragssteller aus der LGBTI-Community zur Verfügung zu stellen, um eine größere Akzeptanz zu erreichen und bessere Unterstützung der Verwaltungsvorgänge zu gewährleisten. Englands einzige Koordinierungsstelle für LGBTI-Adoptionen „New Family Social“ erhält £100,000 (etwa 118.00 Euro). Das Geld ist dazu gedacht, die bereits laufende Unterstützung bei der Bewertung passender Eltern zu fördern und neue Eltern zu finden. In den kommenden 18 Monaten wird die Koordinierungsstelle mit den englischen Adoptionsagenturen noch enger zusammenarbeiten können, um die Aufmerksamkeit der Agenturen im Besonderen auf Adoptiveltern aus der queeren Community zu lenken. Eine Untersuchung, die „New Family Social“ in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass drei von vier Antragstellern ganz bewusst auch bereit sind, Kinder anzunehmen, die im Normalfall als „schwer vermittelbar“ gelten. Das erhöht die Chancen der Unterbringung enorm. (Im Team der neuen britischen Premierministerin May arbeiten etliche LGBTI-Politiker – MÄNNER-Archiv.)

Vereinzelte Diskriminierung und Ungleichbehandlung von queeren Adoptionseltern

Außerdem soll der Informationsfluss zwischen den Adoptionsagenturen und New Family Social verbessert werden. Es hat sich gezeigt, dass es vereinzelt zu Diskriminierung und Ungleichbehandlung seitens der Agenturen gegenüber Adoptionseltern aus der LGBTI-Community gekommen ist. Hier will New Family Social ansetzen und das Bewusstsein für die Qualifikation dieser potentiellen Adoptiveltern schärfen.

Bei jeder Adoption muss zu allererst das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen

Tor Docherty, Chief Executive bei New Family Social und selber Adoptivmutter sagt: „Bei jeder Adoption muss zu allererst das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen und da ist es doch nur richtig, dass die Agenturen auf einen größtmöglichen Bewerberkreis Zugriff haben. Im Jahr 2015 ging jeweils eine von zwölf Vermittlungen an ein gleichgeschlechtliches Paar. Das zeigt, dass es noch viel zu tun gibt, um das Verhältnis zwischen adoptionswilligen Antragstellern und den jeweiligen Agenturen zu verbessern und landesweit eine positive Akzeptanz zu erreichen.

Seit 2007 hat sich die Zahl gleichgeschlechtlicher Adoptiveltern vervierfacht

Nachdem in Großbritannien das Adoptionsrecht 2005 geändert wurde, hat sich – gerechnet nach dem Jahr 2007 – die Zahl gleichgeschlechtlicher Adoptiveltern vervierfacht. Mittlerweile leben über 1.300 Kinder in LGBTI-Familien (MÄNNER-Archiv).

Deutschland hat da ganz klar Nachholbedarf. Ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare gibt es hier de facto immer noch nicht. Zwar ist die Adoption seit kurzem für Einzelpersonen möglich, umfasst aber nicht beide, gleichgeschlechtlichen Elternteile in juristischer Hinsicht. Zum Nachteil des Kindes, das eigentlich Anspruch auf einen umfänglicheren Schutz haben sollte. So jedenfalls argumentieren konservative Politiker gerne.

Titelbild: Fotolia


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