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Hoffnung für Aram

Der schwule Armenier wird vermutlich nun doch nicht abgeschoben

UPDATE (5.7.2016) Der Abschiebungsbescheid für Aram soll in Kürze aufgehoben werden. Wie Uwe Hanschmann, Leiter der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, BAMF, in Eisenhüttenstadt, heute mitteilte, bekommt Aram die Möglichkeit zu einer neuen Anhörung. Offenbar soll nun stärker berücksichtigt werden, dass er sich in einer Partnerschaft mit Vlad befindet. Die Refugee LGBTI Conference aus Brandenburg an der Havel und LINKE-Politiker Harald Petzold hatten sich für den armenischen Flüchtling eingesetzt.

 

Aram ist Armenier und schwul. Er floh nach Russland, nachdem er in seiner Heimat ausgegrenzt und diskriminiert wurde. Seine Familie hat ihn verstoßen, er fand weder Arbeit noch Wohnung. In Moskau, wo er Zuflucht suchte, traf er Vlad. Die beiden verliebten sich. Nachdem sie im Park zusammengeschlagen wurden, gingen sie zur Polizei. Doch dort lachte man sie aus. Die Männer beschlossen, nach Deutschland zu gehen, wo sie sich Freiheit und Akzeptanz erhofften. (Weitere Einzelheiten über die Lage in Armenien – MÄNNER-Archiv)

Asyl

Ende Juni erhielt Aram einen Bescheid des BAMF, wonach er in seine Heimat zurückkehren sollte (Foto: Fotolia)

Am Flughafen Berlin-Tegel angekommen, nimmt man ihnen die Pässe ab und bringt sie in die Erstaufnahmeinrichtung nach Eisenhüttenstadt. Dort kommen sie in Mannschaftszelten unter – und zwar getrennt. Nach 12 Tagen, so berichtet die Refugee LGBTI Conference aus Brandenburg an der Havel, werden sie in Notunterkünfte gebracht, wiederum getrennt: Aram kommt nach Frankfurt/Oder, Vlad nach Kirchmöser, einem Stadtteil von Brandenburg an der Havel.

Die Sozialarbeiter in der Notunterkunft raten dem Paar, ihre Homosexualität zu verbergen

Dort lernt er eine lesbische Landsmännin kennen. Die Aktivistin wendet sich an die LGBTI-Flüchtlingshelfer der Refugess Conference, zu der neben der AIDS-Hilfe Potsdam u. a. auch der AStA der Uni Potsdam gehören, und die wiederum Kontakt zu Harald Petzold aufnehmen. Der Bundestagsabgeordnete der LINKEN und deren queerpolitischer Sprecher, macht Druck beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, BAMF, und will wissen: Wie kann es sein, dass man ein Paar mit solch traumatischen Erlebnissen trennt? Wenige Tage darauf zieht Aram zu Vlad ins Heim. Aber hier ist der Ärger noch nicht vorbei: Die Sozialarbeiter in der Notunterkunft raten dem Paar, ihre Homosexualität zu verbergen. Sonst drohe Ärger mit anderen muslimischen Heimbewohnern.

Asyl

Es beginnt ein sechsmonatiges Versteckspiel – bis endlich eine Wohnung in Brandenburg an der Havel gefunden wird. Dort ziehen die Männer gemeinsam mit einem lesbischen Paar ein. Vlad beginnt Deutsch zu lernen, Aram findet einen Praktikumsplatz in einem Friseursalon. Alles lief gut, bis vor einer Woche Post vom BAMF kam: Arams Asylantrag wurde abgelehnt, so Daniel Herzog, Sprecher der Refugee LGBTI Conference. Er solle Deutschland innerhalb einer Woche freiwillig verlassen. Der Stichtag wäre heute (28. Juni 2016). Arams Anwalt hat Klage gegen den Bescheid eingelegt und will auch erreichen, dass der Abschiebebescheid zumindest erstmal aufgeschoben, letztlich aber aufgehoben wird.

Die schlimme Situation für Schwule in Armenien habe bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. Da Aram mehrere Jahre in Russland gelebt habe, bevor er in die Bundesrepublik einreiste, standen nur die Verhältnisse in Russland zur Debatte. Laut Herzog sei den Männern bedeutet worden, dass sie in Russland einfach ein bisschen unauffälliger hätten leben sollen. Ende April gab es einen ähnlichen Fall: Ein Syrer sollte kein Asyl erhalten, weil er nicht offen schwul gelebt hätte (MÄNNER-Archiv).

Auf die diskriminierende Praxis des BAMF aufmerksam machen!

Um die Abschiebung zu verhindern, gab es am 29. Juni in der Geschäftsstelle der Linkspartei ein Krisentreffen. „Wir lassen unsere Freunde nicht alleine und kämpfen für die Anerkennung der beiden als Lebenspartner und dafür, dass weder Aram nach Armenien, noch Vlad nach Russland abgeschoben wird“, sagen Sprecher der Flüchtlingshelfer. „Wir haben uns entschlossen, unseren Kampf öffentlich zu führen, zum einen, um nicht nur Aram und Vlad, sondern auch anderen LGBTI-Geflüchteten zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, und zum anderen, um auf die diskriminierende Praxis des BAMF aufmerksam zu machen.“

Titelbild: privat


55 Kommentare

  1. Sualk Nhed

    nicht noch mehr von dennen es wirt ehe schon gelogen habe erst 3 ausländer der anwltschaft überfürt sie sind nicht schwul aber mit schwullen kann mann es leiter scheisse treiben wacht endlich auf ihr lieben schwulen

  2. Hartmut Fischer

    Mensch Klaus schleich dich, dieses hetzerische, unqualifizierte, mit nichts belegtem (und dazu orthographisch mangelhaften) Geschätzt ist auf anderen, einschlägigen braunen Seiten besser aufgehoben

  3. Sualk Nhed

    Hartmut Fischer oh wuste gar nicht das ich braun bin der namme ist gut kommt von deutchland bin gott alaa kein deutscher also erreg dich nicht so auf und schleich dich


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