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Bernie Sanders: Wählt Hillary!

Sanders unterstützt seine bisherige Rivalin nun offiziell

UPDATE (13.7.2016) Über Monate hat er gegen sie gekämpft und immerhin 22 Vorwahlen der Demokraten gewonnen. Jetzt stellt sich Bernie Sanders hinter Favoritin Hillary Clinton: Am Abend teilte er bei einem gemeinsamen Auftritt in New Hampshire mit, dass er ihre Präsidentschaftskandidatur unterstützt. Sie werde „eine ausgezeichnete Präsidentin abgeben”,  und er werde alles tun, damit sie es auch wird. Gemeinsam gelte es, Donald Trump zu verhindern.

 

(21.4.2016) Nach sieben nacheinander gewonnenen Vorwahlen wäre New York State die Krönung für Bernie Sanders gewesen. Doch wie zu erwarten war, hat seine Kontrahentin Hillary Clinton ihre Heimat am Dienstag für sich entschieden. „Danke, New Yorker. Ihr habt wieder bewiesen, dass nichts über ein echtes Zuhause geht”, rief sie ihren Unterstützern zu. Mit 58 Prozent der Stimmen gewann die ehemalige US-Außenministerin und Senatorin New Yorks deutlich.

„Kein Grund aufzuhören”, sagte Bernie Sanders fast schon trotzig. Der 74-Jährige „demokratische Sozialist”, wie er sich selbst bezeichnet, hat immerhin noch 19 Vorwahlen vor sich. Das sind 19 weitere Chancen, aber auch Herausforderungen gegen Clinton, die sich schon wie auf der Zielgeraden fühlt: „Der Sieg ist nah.”

Die Schwulenbewegung hatte Erfolg, weil „Millionen Menschen eine Veränderung fordern”

Deshalb fängt Bernie Sanders jetzt – besser spät als nie – an, auch um LGBTI-Wähler zu buhlen. „Wenn wir hier vor zehn Jahren gesessen hätten und ich hätte dir erzählt, dass 2015 die Ehe für Homosexuelle in allen Staaten geöffnet wird, was hättest du mir geantwortet? Die Leute hätten gesagt, ich sei verrückt”, beginnt sein neues Video, das der Senator von Vermont auf Facebook veröffentlichte.

Darauf folgt eine kurze Chronologie der LGBTI-Proteste um gleiche Rechte und der Gesetzgebung, die letztes Jahr mit der Eheöffnung ihren Höhepunkt gefunden hat. Bernie Sanders’ zentrale Aussage: „So etwas passiert immer, wenn Millionen Menschen eine Veränderung fordern.” Das gelte genauso für die Frauen- und Bürgerrechtsbewegung sowie für die Forderung nach einem Mindestlohn von 15 Dollar. Und das kann weitergehen, mit ihm als Präsidenten.

Bernie Sanders unterstützt seit über 30 Jahren die Community

„Wisst ihr, wer das gemacht hat? Wisst ihr, wer damit angefangen hat? Ihr wart es”, ruft er seinen Anhängern zu. Sein Clip ist kämpferisch. Er betont, wie wichtig der Volkswille ist. Sanders verzichtet auf zarte Musik und rührende, sich küssende Pärchen, wie sie etwa in Hillary Clintons letztem Video auftauchen. Ihm fehlt es auch an einem schicken, einprägsamen Slogan, wie ihn seine Konkurrentin fast schon gebetsmühlenartig vorträgt: „Homosexuelle Rechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind homosexuelle Rechte.”

Dabei hat sich Sanders, wie er oft betont hat, schon viel länger für die LGBTI-Community stark gemacht. Bereits 1983, als er Bürgermeister von Burlington (Vermont) war, hat er die erste Pride-Parade der Stadt unterstützt. Als Mitglied des Repräsentantenhauses stimmte er 1993 gegen die „Don’t Ask, Don’t Tell”-Regel, die es schwulen und lesbischen Soldaten verboten hat, ihre Beziehungen öffentlich zu führen.

LGBTI-Wähler bevorzugen Hillary Clinton

Hillary Clinton dagegen trat erst von 2013 an für die Gleichstellung ein, als ein Stimmungswandel in der gesamten Bevölkerung sichtbar wurde. Außerdem lobte sie lange den „Defence of Marriage Act”, das die Eheöffnung für Schwule und Lesben verboten hat. Sanders stimmte bei seiner Einführung 1996 dagegen.

Und dennoch liegt Clinton auch unter LGBTI-Wählern vorne. Laut einer Umfrage von Community Marketing & Insights würden 48 Prozent die ehemalige First Lady wählen. Sanders liegt bei 41 Prozent und damit immer noch weit vor den republikanischen Kandidaten, bei denen Donald Trump mit zwei Prozent noch am meisten Stimmen der queeren Wähler erhalten würde.

Titelbild: flickr.com/Gage Skidmore


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