Presumptive Republican nominee for President Donald Trump stands with his pick for Vice President M

Chaostage in Cleveland

Der homophobe Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence ist nicht das einzige Problem der Republikaner

Gestern begann der Nominierungsparteitag der US-Republikaner in Cleveland. Er dauert vier Tage und ist schon jetzt, keine 24 Stunden nach Beginn, eine chaotische Veranstaltung. Das liegt zum einen am republikanischen Präsidentschaftskandidaten selbst. Donald Trump hat schon im Kampf um die Nominierung dafür gesorgt, dass sich auf seinen Veranstaltungen Menschen prügelten, es zu homophoben, rassistischen und antisemitischen Ausbrüchen kam und hat dann, am Freitag letzter Woche auch noch bekannt gegeben, dass Mike Pence, der Gouverneur des US-Bundesstaates Indiana, sein Vizepräsident werden soll, falls er selbst Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird.

Pence ist ein politischer Homophober reinster Güte 

Pence ist ein politischer Homophob reinster Güte und im letzten Jahr damit bekannt geworden, dass er das Gesetz „zur Wiederherstellung der Religionsfreiheit” unterzeichnete, das in Indiana religiös begründete Diskriminierung von LGBTI gestattet hätte. Pence erklärte im US-Fernsehen jedoch, es ginge ihm nicht um Diskriminierung. „Es geht darum, Menschen vor der Überregulierung des Staates zu schützen.” Will sagen: Wer sich auf seinen Glauben beruft, darf LGBTI-Kunden aus Restaurants oder Hotels werfen. Nach scharfen, öffentlichen Protesten aus Wirtschaft und Politik musste Pence das Gesetz zurücknehmen. (MÄNNER-Archiv) Viele die den Gouverneur noch vor zwei Jahren selbst als möglichen Präsidentschaftskandidaten gehandelt hatten, erklärten seine nationale politische Karriere danach für beendet. Schon in seiner Zeit im US-Repräsentantenhaus von 2001 bis 2013 hatte sich Pence gegen LGBTI-Rechte eingesetzt.

Dass Trump ihn zurück ins Rampenlicht holt, hat damit zu tun, dass ihm wenig anderes übrig blieb

Dass Trump ihn nun zurück ins Rampenlicht holt, hat damit zu tun, dass ihm wenig anderes übrig blieb. Viele prominente Republikaner lehnten es dankend ab, sich durch eine Kampagne mit Trump ihr eigenes Image beschädigen zu lassen, andere bekämpfen ihn innerparteilich gar offen. Und selbst Pence dürfte es seit Freitag bereuen, sich mit Trump eingelassen zu haben. Der stellte seinen potentiellen Vizepräsidenten in einer Rede vor, die 30 Minuten dauerte. In den ersten 20 davon fiel Pence Name nicht ein einziges Mal und als Pence dann mit seiner Rede dran war, verließ Trump die Bühne. Etwas, dass es so noch nie gegeben hatte. Ein Reporter der New York Times beschrieb ihren Auftritt als, „Das mieseste politische Event bei dem ich je war” und im Internet regnete es nach dem ersten gemeinsamen Interview der beiden, einer Ansammlung von Plattitüden, Hohn und Spot.

Melanie Trump kopiert Michelle Obama

Und so geht es seit Eröffnung des Nominierungsparteitages weiter. Am Montag-Abend hielt Trump seines Eröffnungsrede, die kaum Aufmerksamkeit erregte. Dafür fiel Trumps Ehefrau Melania dadurch auf, dass Teile ihrer Rede fast wortgleich einer Rede von 2008 entsprachen, die Michelle Obama auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten über ihren Mann Barack Obama gehalten hatte. Viele im Internet bemerkten das und es gab tausende beißender, ironischer Kommentare. Hier der Vergleich:

Als eine Gruppe namens „NeverTrump” genügend Stimmen gesammelt hatte, um Abgeordneten des Parteitags zu gestatten, sich auch gegen Trump als Kandidat zu entscheiden, wurde der Antrag nicht wie sonst üblich per schriftlicher Abstimmung, sondern per Zuruf ans Podium abgestimmt und abgelehnt, obwohl die Stimmen für den Antrag hörbar in der Mehrzahl waren. Die Delegationen von fünf Bundesstaaten verließen daraufhin demonstrativ den Saal. US-Medien sprechen von einem „riesigen Skandal”. Etwas Ähnliches ist auch die Rednerliste des Parteitags. Trump konnte nicht einen einzigen ehemaligen republikanischen Präsidenten davon überzeugen, sich öffentlich für ihn einzusetzen, ein Novum in der US-Geschichte, weswegen jetzt D-Promis wie Antonio Sabato Jr. die Bühne schmücken. Selbst Sarah Palin, die Trump noch im Frühjahr öffentlich unterstützt hatte, wird nicht sprechen. Wenn Trump am Donnerstag die Nominierung der Republikaner annimmt, dürfte dieser Parteitag ihm weiteren Schaden zugefügt haben.

Foto: Imago/UPI


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