Cruz gewinnt Kampf für Pulse-Opfer

Der offen schwule Boxer hat mit seinem Titelkampf an das Massaker erinnert

Olando Cruz, der erste offen schwule Profiboxer der Welt, ist der neue WBO North American Boxing Champion im Federgewicht. Er gewann seinen Kampf gegen Alejandro „Alex“ Valdez am Freitag und hat jetzt die Möglichkeit, um die Weltmeisterschaft in seiner Gewichtsklasse zu kämpfen. Der Kampf fand in Kissimmee im US-Bundesstaat Florida statt, ungefähr 40 Kilometer von Orlando. Cruz ließ vor dem Kampf 49 Mal die Ringglocke läuten, um an die 49 Toten des Orlando-Massakers vor etwas mehr als einem Monat zu erinnern. Nach seinem Sieg durch K.O. in der siebenten Runde sagte er gegenüber Medien: „Es war eine wunderbare Möglichkeit hier zu gewinnen und dabei meine Community zu repräsentieren.“ Michael Gonzales, der den Anschlag im Pulse überlebt hat, war ein Besucher des Kampfes und fügte an: „Es ist wichtig, das Orlando Cruz offen schwul ist. Weil das zeigt, dass du als schwuler Mann alles sein kannst, was du willst, auch erfolgreicher Profiboxer.“

Es war eine wunderbare Möglichkeit hier zu gewinnen und dabei meine Community zu repräsentieren.

Am Freitag, dem Tag des Kampfes, war es einen Monat und drei Tage her, dass im Pulse in Orlando 49 Menschen getötet wurden, weil der Attentäter LGBTI gehasst hat (MÄNNER-Archiv). Deswegen, und weil er vier der Opfer persönlich kannte, widmete der einzige offen schwule Profiboxer der Welt, Orlando Cruz, seinen Kampf den Toten des Massakers. Cruz ist, wie die meisten der Opfer im Pulse, in Puerto Rico geboren worden und lebt dort auch mit seinem Ehemann. Er sagte der Tageszeitung Orlando Sentinel: „Erst war ich sehr traurig, dann wurde ich sehr wütend. Das bin ich noch. Und zwar, weil jemand meine Leute angegriffen hat, meine Community. Aus reiner Homophobie. Er hat dadurch auch mich persönlich angegriffen.”

Ich bin stolz darauf, aus Puerto Rico zu sein. Und ich bin stolz darauf, ein schwuler Mann zu sein.

Cruz war, wegen eines langen geplanten Trainingslagers in Vorbereitung auf den Kampf, nicht in der Lage gewesen, an der Trauerfeier in Orlando teilzunehmen. Dafür besuchte er am Dienstag letzter Woche das Pulse und übergab dem Team ein Paar Boxhandschuhe, „weil sie weiterkämpfen und ich stolz auf sie bin.” Am Freitag Abend trug er beim Einwiegen Regenbogen-Speedos, um an die Opfer zu erinnern und sie zu würdigen. Cruz hatte sich 2013, als erster noch aktiver Boxer in der Geschichte des Sports geoutet und damals gesagt: „Ich habe mich dafür entschieden, einfach frei zu sein. Ich bin stolz darauf, aus Puerto Rico zu sein. Und ich bin stolz darauf, ein schwuler Mann zu sein.” Nach dem Coming-out setzte Cruz seine Karriere erfolgreich fort. Er gilt derzeit als der fünftbeste Boxer seiner Gewichtsklasse, dem Federgewicht.

Bild: Twitter


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