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Deutlich mehr Hassverbrechen in Berlin

Und auch die Aufklärungsquote sinkt bedenklich

Die in der letzten Woche von der Berliner Polizei veröffentlichte Kriminalstatistik für das Jahr 2015 belegt mit Zahlen, was viele LGBTI in der Hauptstadt längst wissen: Die Anzahl der von Hass auf Lesben, Schwule und Trans* motivierten Straftaten steigt. Erst am Wochenende waren nach dem CSD nach Angaben der Polizei ein 21-Jähriger im Wedding und ein 23-Jähriger in Mitte aufgrund ihrer sexuellen Orientierung körperlich attackiert worden und mussten medizinisch versorgt werden. Die beiden neuesten Ereignisse in einem unrühmlichen Trend.

Insgesamt werden 105 Fälle gelistet, was eine Zunahme um 24 Prozent bedeutet.

Die Kriminalstatistik enthält einen Bericht über „Politisch motivierte Kriminalität in Berlin 2015“, dessen dritter Punkt „Hasskriminalität gegen sexuelle Orientierung“ auflistet. Die Zahlen in der Statistik könnten keine deutlichere Sprache sprechen. Insgesamt werden 105 Fälle gelistet, was eine Zunahme um 24 Prozent bedeutet. Auch die Anzahl der Gewaltdelikte stieg von 26 im Vorjahr auzf 38 an. Heißt: In mehr als einem Drittel aller Fälle haben die Täter zugeschlagen und ihre Opfer verletzt. Seit 1996 gab es nur 2010 und 2013 mehr polizeibekannte Fälle von Hasskriminalität.

Die meisten Hassverbrechen gab es in den Beziken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte

Die meisten Hassverbrechen gab es in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte, hier war auch der Anstieg am höchsten. In Mitte gab es achtzig Prozent mehr Taten, in Friedrichshain-Kreuzberg hat sich die Anzahl der Delikte sogar verdoppelt. Und das ist noch nicht einmal die ganze Wahrheit, weil die Dunkelziffer der nicht angezeigten Taten wohl hoch ist, wie die Polizei im Bericht selbst schreibt. Zitat: „Die Höhe der Fallzahlen im Unterthema ’sexuelle Orientierung‘ hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem tatsächlichen Fallaufkommen spielen vor allem die Anzeigenbereitschaft der Opfer bzw. Geschädigten sowie möglicher Zeugen eine wichtige Rolle.“

Von 105 Fällen konnten nur 44 aufgeklärt werden.

Die Hauptopfergruppe sind schwule Männer. Bei den Gewaltverbrechen stehen 40 männliche Opfer sieben weiblichen gegenüber. Und die Aufklärungsquote ist niedrig: Von 105 Fällen konnten nur 44 aufgeklärt werden. Das sind zwar genauso viele wie 2014, da gab es allerdings auch 25 Taten weniger. 100 Prozent aller Täter die körperliche Gewalt anwenden, sind männlich. Erst vor zwei Wochen hatte die LSU in Berlin auf die Zunahme von Gewalt auch politisch reagiert. „Beleidigungen und körperliche Attacken insbesondere gegen Lesben, Schwule und Trans*-Menschen haben in jüngster Zeit wieder zugenommen“, erklärte der Berliner Landesvorsitzende Markus Klaer und stellte den Kampf gegen Hasskriminalität ins Zentrum der zukünftigen politischen Arbeit. (MÄNNER-Archiv) 

Titelbild: Fotolia


11 Kommentare

  1. Peter Müller

    Männer Magazin fällt unter „rechts“ auch Übergriffe von Menschen mit Migrationshintergrund und/oder religiös motivierte Taten? Denn dass von links keine Gewalt gegen LGBTI kommt ist fast schon selbstverständlich…
    Also passt das doch gar nicht!?!?!

  2. Jürgen Gladbeck

    und das wird noch schlimmer Freunde.
    Genauso wie sich der immer schon vorhandene Rassismus in Großbritannien nach dem Brexit Bahn gebrochen hat, wird es hier auch laufen.
    Mit jedem Wahlerfolg der AfD werden auch die Homophoben wieder offen aus den Löchern kriechen.


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