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Nizza Pride wird verschoben

In Marseille und Montpellier wurden die Demonstrationen bereits abgesagt. Veranstalter verweisen auf die Stadt und Regierung.

UPDATE (19.7.2016) Der Nizza Pride sollte am kommenden Wochenende stattfinden, nur eine Woche nach dem Mord an über 80 Menschen. Nun wird der CSD auf den 20. August verschoben.

84 Tote, über 200 Verletzte, 52 Schwerverletzte, darunter viele Kinder: Nach der unbegreiflichen Tat von Nizza trauert die Welt um die Opfer, während man vor Ort derzeit fieberhaft nach den Motiven für den grauenhaften Anschlag sucht. Klar ist zur Stunde, dass es sich bei dem Täter um den 31-jährigen Mohamed Lahouaiej-Bouhlel handelte, der kurz vor der Tat nach einem Gewaltdelikt zu 6 Monaten auf Bewährung verurteilt worden war. Wie im Fall des Attentats von Orlando (MÄNNER-Archiv) gibt es bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass der Täter direkten Kontakt zu terroristischen Organisationen hatte. Er war der Polizei jedoch als gewalttätiger Mensch bekannt, der unter anderem auch seine Frau misshandelte.

Frankreich hat als Reaktion auf das Attentat den Ausnahmezustand im Land um weitere drei Monate verlängert. Dieser hätte eigentlich mit dem Ende der EM zum 26. Juli beendet werden sollen. In Nizza wurden diverse Veranstaltungen abgesagt – unter anderem ein Konzert von Rihanna, das heute Abend stattgefunden hätte, sowie das Jazzfestival der Stadt, dass morgen beginnen sollte. Darüber hinaus mussten die CSD-Veranstaltungen in Montpellier und Marseille auf Anweisung der zuständigen Polizeipräsidien und staatlicher Stellen hin angesagt werden. Beide Prides waren für morgen geplant.

Schicksal des Nizza-Pride ungewiss

Ob die „Pink Parade” – der offizielle Gaypride Nizzas – ausgetragen werden wird, ist derzeit noch offen. Das Event war für Samstag, den 23. Juli geplant und wird jährlich von der LGTBI-Organisation AGLAE (Association Gay & Lesbienne Azuréenne d’Expression) ausgetragen. Auf Anfrage hin bekamen wir von Jean-Marie Pottier, der Generalsekretärin der Organisation, die Rückmeldung, man werde erst Anfang kommender Woche nach Rücksprachen mit der Stadtverwaltung und der Regierung endgültig geklärt haben, ob der Umzug abgehalten werden kann.

Auf ihrer Facebook-Seite erklären AGLAE außerdem: „Das einzige, was wir heute sicher wissen, ist, dass AGLAE und seine Partner sich auch angesichts dieser Attacken nicht entmutigen lassen, und dass wir weiter gegen Aufklärungsfeindlichkeit und Hass kämpfen werden.” Doch selbst wenn die Veranstalter grünes Licht für den Pride bekommen sollten, stehen sie vor einer schweren moralischen Entscheidung: Die geplante Route der „Pink Parade” sollte nämlich entlang Nizzas Strandpromenade „Promenade des anglais” führen. Genau hier ereignete sich der Anschlag.

Foto: Imago


6 Kommentare

  1. Michael Fink

    Wenn nach so einem Attentat Veranstaltungen abgesagt werden haben die Attentäter ein Ziel mehr erreicht. Ich bin generell nicht dafür Veranstaltungen abzusagen.

  2. Jürgen Michaelis

    Ich finde aus Respekt vor den Opfern sollte der CSD nicht statt finden, bzw. es sollte verschoben werden auf einen späteren Termin, wo man den normalen Alltag wieder „feiern” kann.

  3. Herbert Eickenbusch

    Man sollte den CSD verschieben wegen der Opfer (ganz traurig), aber zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden lassen. Die Angst wird da sein! Shit! Wie viele kommen dann noch? Schade.


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