10725368586_3dd03d39f9_o  Gilles Arroyo

Frankreich, fußballfrei

Man kann in Bordeaux und Paris natürlich auch herrlich unsportliche Sachen machen. Oder über leere Weinfässer hüpfen

Am Sonntag endet in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft. An zehn Austragungsorten wie Marseille und Paris wurde in den vergangenen Wochen gekickt. Man kann da aber auch ganz andere Sachen machen. Vor allem, wenn die Hooligans wieder zu Hause sind.

von Helge Bendl

Z.B. BORDEAUX

Die Götter des Weins und des Rausches, Bacchus und Dionysos, mögen einst in Rom und Athen gewohnt haben. Doch längst haben sie ein neues Zuhause, mitten in der berühmtesten Weinbauregion Frankreichs. Die futuristische „Cité du Vin“ von Bordeaux sieht schon von außen so aus, als ob hier ein glitzernder Tropfen im Glas geschwenkt würde. Jahrelang wurde am Ufer der Garonne gebaut, um pünktlich zur Europameisterschaft ein gigantisches Weinmuseum zu eröffnen. (Auch die beiden AbFab-Damen schwören auf Südfrankreich – MÄNNER-Archiv.)

Alle Mythen und Riten des Weins werden hier erörtert, alle Geschichten erzählt. Um ihn zu trinken, schlendert man aber besser durch die Weinbars der Altstadt im schwulen Viertel Saint Pierre. Oder macht sich auf, eine der gleich sechs Weinrouten der Umgebung zu erkunden. Wo die Dordogne und Garonne in den Atlantik münden, liegt nämlich das größte zusammenhängende Anbaugebiet für Spitzenweine der Welt.

TIPP: Direkt am Ufer der Garonne liegt „Marikita“. In der netten schwulen Bar gibt es nicht nur leckere Tapas, sondern auch starke Cocktails und gute Elektro-Musik.

EM-Städte Frankreich / Lyon Am Ufer der Rhône ankern am Quai Augagneur ehemalige Lastkähne. Die „Péniches“ sind heute Bars und Clubs: Nach Fußballspielen tanzt hier der Bär. Lyon liegt am Zusammenfluss der Flüsse Rhone und Saône im Südosten Frankreichs. Sie ist nach Paris und Marseille die drittgrößte Kernstadt des Landes. Die Altstadt Lyons und ein Teil der Halbinsel Lyon wurden 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Foto: Helge Bendl Alle Rechte vorbehalten. All rights reserved. Veröffentlichung nur bei Zustimmung und gegen Honorar. Publication only after prior permission - royalty fees are applicable.

Am Ufer der Rhône ankern ehemalige Lastkähne. Die „Péniches“ sind heute Bars und Clubs (Foto: Helge Bendl)

Z.B. LENS & LILLE

Die Steinkohle-Ära ist passé, doch Abraumhalden prägen noch immer das Bild Nordfrankreichs. In der Kleinstadt Lens hat der Louvre eine Zweigstelle: Gezeigt werden ausgewählte Stücke der Sammlung und internationale Ausstellungen. Die deutlich größere Studentenstadt Lille bietet in der Altstadt rund um die Grand Place eine lebendige schwule Szene. Männer gibt es auch in Roubaix zu sehen, im schönsten Schwimmbad des Landes – allerdings leider nur aus Stein. Das Prachtgebäude im Art-déco-Stil ist heute ein Museum; die Skulpturen stehen am Beckenrand. Im Erfolgsfilm „Willkommen bei den Sch’tis“ wurde zwar über die Rückständigkeit der Region gewitzelt. Alles Quatsch: Die Kneipen sind hier eben noch authentisch. Außerdem stehen Meister an der Friteuse – in den Frittenbuden gibt’s Frankreichs beste Pommes.

TIPP: In Saunen wie „Soho“ und Clubs wie „Le Sling“ trifft sich die Szene in Lille.

Wie schön es in Marseille, Nizza und Paris ist, steht in MÄNNER 6.2016.

Titelbild: www.bordeaux-tourismus.de


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