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Frankreich erlaubt schwule Blutspenden

Gesundheitsministerin Marisol Touraine sprach von "einem Ende der Diskriminierung"

Frankreich hat das Verbot von Blutspenden von Männern die mit Männern Sex haben (MSM) diese Woche endlich aufgehoben. Auch die Ablehnung von Spenden von Ehefrauen bisexueller Männer wird beendet. Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine hatte den Schritt im November letzten Jahres angekündigt. Das Verbot wurde abgeschafft, sodass jetzt wieder alle Französinnen und Franzosen, ganz unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder der ihrer Partner Blut spenden dürften. Allerdings hat die Regelung  ein Haken: Blut spenden dürfen nur Männer, die ein Jahr lang keinen Sex mit einem anderen Mann gehabt haben, bei Plasmaspenden beträgt die Frist vier Monate. Die Schweiz hatte erst vor wenigen Tagen eine ähnliche Regelung für schwule und bisexuelle Männer angekündigt. Natürlich macht das so gut wie niemand und Experten gehen davon aus, dass Spender die auch MSM sind beim Spenden einfach oft lügen.

Die stigmatisierenden Gesetze werden seit Jahren von Aktivisten kritisiert, weil es für sie keine wirkliche wissenschaftliche Grundlage gibt.

Frankreich hatte, wie viele Länder, das Verbot von Blutspenden durch MSM in den 1980er Jahren eingeführt, weil Politiker damals glaubten, so der Ausbreitung von HIV entgegenwirken zu können. Auch in Deutschland gibt es ein Verbot. In Australien, Schweden, Japan oder Großbritannien muss man als schwuler Mann ein Jahr keusch gelebt haben, bevor man Spenden darf. Die stigmatisierenden Gesetze werden seit vielen Jahren von Aktivisten und Gesundheitspolitikern kritisiert, weil es für sie, so zum Beispiel die WHO im letzten Jahr, „keine wirkliche wissenschaftliche Grundlage” gibt. Sie sind Diskriminierung durch Politik. Marisol Touraine reflektierte das gegenüber Medien bei ihrer Ankündigung und sagte, die Neuregelung bedeutete auch „ein Ende von Tabuisierung und Diskriminierung”. Die neue Regelung in Frankreich wird ähnliche Gesetze in Chile, Mexico, Spanien und Italien aufgreifen, die die individuellen Risikofaktoren von Spendern einbeziehen, statt einfach eine Bevölkerungsgruppe wegen ihrer sexuellen Orientierung auszuschließen.

Foto: Shutterstock/Harmpetti


7 Kommentare

  1. Timo Trojan

    Lieber als Abschaffung von Altlasten sehen. Das gibts aber in vielen Bereichen. Froh sein das sich langsam, aber wenigstens überhaupt, etwas zum positiven entwickelt.


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