AfD Wahlwerbung am Rande des 38 CHRISTOPHER Street Days unter dem Motto DANKE FÜR NIX mit einer Pa

Hetzplakat überlebt CSD nicht

"Es ist widerlich, wie die AfD versucht, Lesben und Schwule gegen Muslime aufzuhetzen", findet Berlins Regierender Bürgermeister Müller

Rund 800 Menschen haben am Samstag beim Mainzer CSD demonstriert. Unter dem Motto „Ganz! Schön! Anders!“ forderten sie die völlige Gleichstellung von schwulen und lesbischen Partnerschaften sowie die Verbesserung der Rechte von Trans- und Intersexuellen. Verschärfte  Sicherheitsvorkehrungen wegen des Amoklaufs in München am Tag zuvor gab es nach Angaben von Polizei und Veranstaltern nicht. „Wir haben darüber nachgedacht. Aber wir wollten zeigen, dass wir uns nicht einsperren lassen und unser Leben genießen“, so Thomas Holstein, der Vorsitzende des Vereins Schwuguntia.

Ich stehe für eine Stadt, in der alle Menschen leben, lieben und glauben dürfen, wie sie es möchten

In Berlin gingen etwa eine halbe Million Menschen auf die Straße, begleitet von einem großen Polizeiaufgebot. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) war beim Christopher Street Day dabei. Intoleranz und Diskriminierung dürfe kein Raum gegeben werden, sagte Müller. „Wir gemeinsam müssen uns dafür engagieren, dass diese Stadt und dass unser Zusammenleben wirklich ein offenes, tolerantes und freies Zusammenleben ist.” Dafür kann jeder jeden Tag etwas tun, sagte der Regierende Bürgermeister. Er stehe für eine Stadt, „in der alle Menschen leben, lieben und glauben dürfen, wie sie es möchten“.

Berühren dürfen sich die Männer aber nicht – schließlich will man keine homophoben AfD-Wähler verschrecken

Er fand auch deutliche Worte für die aktuellen Plakatkampagnen der Alternative für Deutschland. Auf einem der Plakate sind zwei Männer zu sehen, die offenbar ein schwules Paar darstellen sollen; vermutlich handelt es sich lediglich um zwei montierte Stockbilder. Berühren dürfen sich die Männer aber nicht – schließlich will man ja keine homophoben AfD-Wähler verschrecken. Auf dem Plakat ist zu lesen: „Mein Partner und ich legen keinen Wert auf die Bekanntschaft mit muslimischen Einwanderern, für die unsere Liebe eine Todsünde ist.” Am Ende des CSDs war nicht mehr viel von dem Plakat zu sehen.

Auf einem anderen behauptet ein Mann mit Vollbart und Wollmütze, sein „marokkanischer Dealer” werde komplett vom Staat finanziert, irgendwas in Deutschland sei daher „oberfaul”.

AfD

Das blieb vom AfD-Plakat am Ende des CSD über (Foto: Jan Schnorrenberg)

„Es ist widerlich, wie die AfD versucht, Lesben und Schwule gegen Muslime aufzuhetzen.“ Die AfD lasse schließlich selbst keine Gelegenheit aus, „homosexuelle Lebensweisen auf das Übelste zu diskreditieren.“

wm

Der Sprecher der AfD-Homos Mirko Welsch verkündete derweil über Twitter, der Kampf gegen importierte Homophobie durch Islamisten habe Vorrang vor der Ehe für alle – als hätten die beiden Themen etwas miteinander zu tun.

Die AfD will künftig noch weitere Gruppen mit gezielter Werbung ansprechen, ließ der Sprecher der Partei Ronald Gläser verlauten – beispielsweise Berliner mit türkischen oder arabischen Wurzeln. Die „Altparteien” würden sich noch „gehörig umschauen”, so Gläser. Wenn die AfD weiter so stümperhafte und durchschaubare Kampagnen macht, ganz bestimmt.

Titelbild: Imago


30 Kommentare

  1. Kay Jahn

    Ach habe es falsch ausgedrückt,ich meine die Stellen und zur Wahl was das kleinere Übel für uns ist. Oranger Overall und Kopf ab oder halt gezählt werden und sicher sein. So kommt das rüber.

  2. Siri Wolf

    Wat die Mini-Lkws für eine Umweltbelastung sind! Da fahren die durch die Gegend ohne wirklich jetzt Transporte zu tätigen, oder als Handwerker zu nem Einsatzort zu fahren, oder für DHL Lieferrungen tätigen, ja noch nicht mal als Pizza-Lieferhelden zu gebrauchen und verpesten zusätzlich die Umwelt! O:) O:) O:) 3:)

  3. Oliver Nicklas

    Es geht gar nicht um so hochtrabende Sachen wie „Wahrheit”. Es geht einfach um Sachverhalte, die wir wollen bzw. nicht wollen, die wir tolerieren und die wir nicht tolerieren. Und irgendwie haben viele Menschen die Schnauze zurecht davon voll, dass, weil Gutmenschen hier ihre nicht kompatible Ideologie durchzwängen, wir, die Nicht-Gutmenschen, Leib- und Lebensgefahren ausgesetzt sind. Mir persönlich wäre es sowas von egal, wenn ausschließlich unsere „Ideologen” die Folgen spüren würden. Dann kann man durchaus so tolerant sein und sagen:”Ok, die wollen das halt so!”

  4. Wolfgang Wissen

    Jetzt treiben sich die rechten Ollis auch schon hier rum… Dieses Exemplar hier kann noch schreiben, also kann es in seinem Fall mit den Leib- und Lebensgefahren nicht so weit her sein. Aber trotzdem mimimimi jaulen, man kann’s nicht mehr hören.

  5. Dietrich-Nis Schlömer

    das ist wie Trump in Amerika, der jetzt einen auf Schwulen Freund machen will damit der Vollfosten Präsident wird. Die AfD ist eine total verlogene Nazi Partei, die nichts für Schwule machen wird, sondern uns wieder mit dem Paragraphen 175 verdonnern wird, damit die uns sofort wieder in den Knast schicken können.

  6. Alex Addams

    Ich reg mich schon garnicht mehr auf, ich lehne mich zurück und schaue entspannt und belustigt zu wie dieser kasperverein sich systematisch selber demontiert 🙂

  7. Frank-Christian Hansel

    Liebe Leute,
    wir respektieren Eure Sicht auf die AfD, auch wenn wir sie für inhaltlich falsch und im Ton verletzend halten. Demokraten, die für sich das Recht auf Meinungsfreiheit und die Menschenrechte einfordern, sollten auch mit politischen Gegnern nicht in dieser Art und Weise umgehen.
    In der Sache können wir Euch beruhigen. Die AfD akzeptiert Homosexualität als selbstverständlichen Bestandteil der Spannbreite menschlicher Sexualität. Wir respektieren eingetragene Lebenspartner zwischen Lesben und Schulen und überhaupt die bestehende Gesetzeslage. Wir möchte aber – wie auch die Unionsparteien – darüber nicht hinausgehen. Wieso ist es ein Verbrechen, dass wir die Gesetze billigen, sie aber nicht ändern wollen?

    Im Übrigen gibt es für niemanden einen Alleinvertretungsanspruch für Lesben und Schwule. In der AfD arbeiten Männer und Frauen mit homosexueller Orientierung auf allen politischen Ebenen einschließlich der Führungsebene völlig gleichberechtigt mit. Denn auch viele Homosexuelle sehen nicht ein, warum Deutschland die Zeche für die Mißwirtschaft in einigen Ländern der EU zahlen soll, wir immer mehr moslemische Einwanderer aufnehmen sollen, die gar nicht politisch verfolgt sind, und die Bürger eine Bundesregierung gut finden sollen, die sich ganz offenkundig nicht an den Interessen der Bürger in Deutschland orientiert.

    Vielleicht sollte Sie sich einfach um ein an den Fakten orientiertes Bild der AfD bemühen, bevor Sie Menschen, die politisch anders als Sie denken, als „rechtsradikales Gesocks” beschimpfen und diskriminieren. Wir werden uns jedenfalls bemühen, auch unserer politischen Gegner so zu behandeln, wie es jedem Menschen zusteht.


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