Homophober Hassprediger kriegt Kontra

In Glasgows Fußgängerzone verbreite ein homophober Hassprediger zornige Tiraden gegen Schwule

von Thomas Petersen

In der Glasgower Fußgängerzone verbreite ein homophober Hassprediger zornige Tiraden gegen Schwule. Dabei schlug er mehrfach mit der flachen Hand auf ein Buch, das er in den Händen hielt und aussah wie eine Bibel. Emlyn Pearce, Autor und Blogger aus Südafrika, war zufällig da und nahm das Geschehen mit seinem Smartphone auf. Die Menschen in der Fußgängerzone reagierten eher unbeteiligt auf die zornigen Sprüche. Bis zu dem Zeitpunkt, als ein Radfahrer vorbeifuhr und einen Halbsatz aufschnappte, der ihn offensichtlich aufhorchen ließ. Der Straßenprediger war gerade dabei, die Leute aufzurufen, sich gegen die gerade mal „1 Prozent Homosexuelle“ zu wenden. Sie – die Heteros – seien immerhin ganze 99 Prozent.

Ich liebe mich selber. Dazu brauche ich keinen Gott

Der Radfahrer stieg ab und sagte: „Ich bin schwul. Sag es mir ins Gesicht.“  Der Prediger antwortete ihm, dass er nur umzukehren braucht und die Liebe Gottes ihm helfen wird, ewiger Verdammnis zu entgehen. Darauf schleuderte der Radfahrer ihm entgegen:  „Ich liebe mich selber. Dazu brauche ich keinen Gott.“ Die Menge applaudierte. Emlyn ist selber schwul und sagte, dass der offensichtliche Hass auf Schwule, den bei dem Prediger gesehen hat „sehr traurig und beängstigend“ gewesen sei. Normalerweise kennt er das in Glasgow nicht. „Ich gehe oft Hand in Hand mit meinem Freund durch Glasgow. Homophobie haben wir bislang noch nicht erlebt.“ Er bewundert den Mut des Radfahrers, sich ganz einfach gegen die dreisten Sprüche des offensichtlich selbsternannten Predigers gewehrt zu haben.“ Nachdem er das Video in Facebook veröffentlicht hat, ließ sich auch die Identität des Radfahrers aufklären. Sein Name ist Ryan Vance, Blogger, Autor und Fotograf aus Glasgow. „Ryan hat Recht“ sagt Emlyn „wir müssen alle damit beginnen, uns selbst zu lieben. Dazu brauchen wir Niemandes Erlaubnis. Er hat in diesem Moment genau das getan, was wir alle sicher gerne täten, uns aber nicht so einfach gelingt. Ohne Zögern aufstehen und sich gegen Hass und Fanatismus wehren.“

Hasser werden hassen, Kartoffeln werden kartoffeln

Mittlerweile haben nicht nur Emlyn, sondern viele, die das Video im Netz gesehen haben, Ryan auf ein Pint Bier eingeladen, um sich bei ihm zu bedanken. Hoffentlich bleibt es nicht nur bei dem einen! Emlyns persönliches  Motto lautet nebenbei bemerkt: „Hasser werden hassen, Kartoffeln werden kartoffeln. Ich versuche, eine Kartoffel zu sein.“ Recht so – „thanks for sharing that with us“!

Titelbild: Facebook


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