BBZ lebensart e.V. 1

Farbanschlag auf LGBTI-Zentrum

Die Betreiber sprechen vom "massivsten Angriff" seit 1990

Anfang der Woche wurde das LGBTI-Begegnungs- und Beratungszentrum „lebensart” durch einen Farbanschlag angegriffen. Fenster, Fassade sowie die Eingangstür wurden mit schwarzer, klebriger Farbe besudelt.

„Es ist der massivste Angriff auf das Zentrum für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen sowie deren An- und Zugehörige seit Vereinsgründung im Jahr 1990“, teilen die Betreiber mit. „Wir verurteilen den Angriff auf das Schärfste!“ Wie die Polizei in Halle gegenüber MÄNNER am Morgen mitteilte, ist gestern die Anzeige eingegangen. Die Ermittlungen werden aufgenommen, eine Spur gibt es noch nicht.

Unsere Arbeit geht weiter!

Der Verein und das Fachzentrum bieten professionelle Beratungs- und Bildungsangebote für Sachsen-Anhalt und geben queeren Menschen und deren Zugehörigen einen geschützten Raum für Begegnung. Selbstverständlich werde man die Arbeit gegen Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung und für die Akzeptanz verschiedener Lebensweisen im Bündnis mit anderen kontinuierlich fortsetzen.

Angegriffen werden sollten Schwule und Lesben

Nach Einschätzung des Grünen-Politikers Volker Beck, MdB, sehe alles – „auch wenn es zu früh ist, die Tat und die Täter einzuordnen“- nach einer homophoben Tat aus. Angegriffen werden sollten Lesben und Schwule, so Beck. Der schwule Bundestagsabgeordnete weist daraufhin dass erst kürzlich die Studie „Die enthemmte Mitte” den Anstieg der Ablehnung von Lesben und Schwulen um 50 % belegt habe (MÄNNER-Archiv).

„Die Politik muss jetzt klar sein: Angriffe gegen Lesben, Schwule und Trans* müssen verurteilt werden und Respekt mit einer konsequenten Gleichstellungspolitik vorleben”, so Beck: Nur so könne man überzeugen; das sollte auch die Kanzlerin bedenken.

Dem Hass entgegentreten!

„Egal ob der Hass von Pegida, AfD oder Islamisten ausgeht, Demokrat*innen müssen ihm mit ihrer Überzeugung entgegentreten: „Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechte geboren.”

In Halle, der größten Stadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, hat die Alternative für Deutschland, AfD, die sich immer wieder u. a. gegen die Gleichstellung von Homosexuellen und deren Sichtbarkeit ausspricht, bei der Landtagswahl im Frühjahr 19,2 Prozent der Zweitstimmen erhalten – gut fünf Prozentpunkte weniger, als die Partei auf Landesebene erhielt. Dort forderte kürzlich ein AfD-Abgeordneter in einem Zwischenruf im Landtag, Homosexuelle in Deutschland einzusperren (MÄNNER-Archiv).

Titelbild: Zentrum „lebensart


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