TOKYO Japan Wataru Ishizaka 2nd from R in front row an openly gay member of the local assembl

Japan macht gute Arbeit

Diskriminierung von LGBTI ist in japanischen Firmen zukünftig eine Form sexueller Belästigung und wird auch so bestraft

Japan gilt vielen Nerds als das modernste Land der Welt. Und was Technik anbelangt mag das stimmen. Bei LGBTI-Rechten allerdings liegt Japan weit hinter vielen, westlichen Partnern zurück. Die ist nicht für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, und es sieht auch nicht so aus, als würde sie das bald sein (MÄNNER-Archiv). Und auch ein Adoptionsrecht für LGBTI-Eltern gibt es nicht. Gerade deswegen sind die neuen Richtlinien des Arbeitsministeriums, die ab 2017 umgesetzt werden müssen, ein großer Schritt: Ab Januar gilt Diskriminierung am Arbeitsplatz auf Grund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität als eine Form der sexuellen Belästigung. Die in Japan schwer geahndet wird. Bislang gibt es keinen derartigen Minderheitenschutz im japanischen Arbeitsrecht.

Schuld an der neuen, positiven Entwicklung sind japanische Arbeitgeber.

Schuld an der neuen, positiven Entwicklung sind japanische Arbeitgeber. Die sehen sich beim Wettbewerb um die besten Mitarbeiter, internationalen Konkurrenten gegenüber, für die LGBTI-Arbeitsschutz längst eine Selbstverständlichkeit ist. Also haben unter anderem Sony, Panasonic und IBM Japan, zusammen mit 27 anderen großen Firmen, Pläne vorgelegt, um die Arbeitssituation ihrer queeren Mitarbeiter zu verbessern. Darauf musste das Arbeitsministerium nun reagieren. Da die Unternehmen angekündigt haben, sich nicht nur um Diversity zu kümmern, sondern auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften innerhalb ihrer Firmenstruktur heterosexuellen Paaren gleichzustellen, erhoffen sich Aktivisten einen entscheidenden Schub für die Emanzipationsbewegung in Japan.

Laut Verfassung beruht die Ehe in dem Land „auf der einvernehmlichen Zustimmung zweier Personen unterschiedlichen Geschlechts”

Die Tokioer Stadtteile Shibuya and Setagaya hatten im November letzten Jahres damit begonnen, gleichgeschlechtlichen Paaren Bescheinigungen auszustellen, die ihre Partnerschaft rechtlich anerkennen. Trotzdem in Japan landesweit ein Verbot der Eheöffnung gilt. Laut Verfassung beruht die Ehe in dem Land „auf der einvernehmlichen Zustimmung zweier Personen unterschiedlichen Geschlechts”. Trotzdem hatten die Bürgermeister der Stadtteile im Februar Pläne bekannt gegeben, Schritte zur rechtlichen Anerkennung von Homo-Paaren einleiten zu wollen und die dann auch umgesetzt.

Bild: Teilnehmer am Tokio Pride 2013 (Foto: Imago/Kyoto News)

 


1 Kommentar

  1. Rolf Michael Kiesen

    In Japan kann man fortschrittlich sein, weil dort die aus dem westlichen Orient stammenden Religionen ein Randphänomen sind. Michael Kiesen, Autor u.a. Roman „Halbmond über Berlin“


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