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Kalifornischer Bildungsplan

Queere Geschichte wird ein verpflichtender Teil des Geschichtsunterrichts

von Thomas Petersen

Der Bildungsausschuss im US-Bundesstaat Kalifornien hat einstimmig eine Vorschrift verabschiedet, die das Thema LGBTI im Schulunterricht fest implementiert. Damit schreibt Kalifornien Geschichte, er ist der erste Staat der USA in  dem das Vorschrift ist. Der Unterricht ist je nach Altersstufe inhaltlich gestaffelt. Die 6-8-jährigen Schülerinnen und Schüler sollen im Unterrricht in erster Linie lernen, dass es neben der üblichen Familienkonstellation auch Regenbogenfamilien mit zwei Vätern oder zwei Müttern gibt. Zwei Jahre später lernen die Kinder im Geschichtsunterricht alles über Harvey Milk und seinem Kampf für schwule Rechte im San Francisco der 70er Jahre. Im weiteren Verlauf der Schulbildung werden Themen wie „Geschlechterrollen“, „gleichgeschlechtliche Ehe“ oder die kürzlich ausgefochtene Kontroverse bezüglich Transgender-Toiletten an den Schulen erörtert werden.

Der neue Lehrplan verbietet Schulen und Lehrern darüber hinaus, irgendetwas zu unterrichten, das diskriminierend ist.

Die neue Regelung ist Teil einer Generalüberholung des allgemeinen Lehrplans aus sozialwissenschaftlicher und historischer Sicht. Während öffentlicher Anhörungen zu diesem Thema hatten viele Bürger beanstandet, wie zum Beispiel Muslime, Juden oder andere Glaubensrichtungen im Unterricht dargestellt werden. Dass das Thema LGBTI in den Geschichtsunterricht eingeführt werden soll, hat niemand moniert. Der neue Lehrplan verbietet Schulen und Lehrern darüber hinaus, irgendetwas zu unterrichten, das als diskriminierend oder nachteilig für die Belange der LGBTI Community sein könnte. Konservative Gruppen meinten, an diesem Punkt wären die Eltern gefragt. Der Bildungsausschuss bestand aber auf dieser Formulierung. Schuld an der neuen Verordnung ist der 2012 in Kraft getretene FAIR Education Act, der den kalifornischen Gesetzgebern vorschreibt, LGBTI Themen und Belange anderer Minderheiten besser im Geschichtsunterricht zu repräsentieren.

Meine Klassenkameraden können Gleichungen lösen, aber nicht sagen, wer Harvey Milk war oder welche Bedeutung der Stonewall-Aufstand hatte.

Allyson Chiu, Schülerin der Cupertino High School im Silicon Valley sagte pinknews, dass sie glaubt, dass diese neue Verordnung das Verständnis vor allem zwischen Kindern und jungen Erwachsenen verbessern wird. „Meine Klassenkameraden können Gleichungen lösen oder die Elemente des Periodensystems aufzählen. Sie können einem aber nicht sagen, wer Harvey Milk war oder welche Bedeutung der Stonewall-Aufstand hatte.“ Und Miguel Covarrubias, der US-Geschichte an der Franklin High School in Highland Park unterrichtet, bemerkte gegenüber der LA Times, dass viele Schüler mit dem Thema LGBTI in seiner Klasse zum ersten Mal überhaupt in Berührung kommen. „Einigen ist es zuerst unangenehm. Es ist macht dann aber einen großen Unterschied zu verstehen, dass das Thema Teil der sich entwickelnden Geschichte Amerikas ist.“ Equality California, eine Organisation, die für LGBTI- Rechte eintritt, lobte den neugefassten Rahmen im Geschichtsunterricht. Er repräsentiere nun auch die Persönlichkeiten, die für die LGBTI-Bewegung wichtig sind. Auch andere Schüler in anderen Ländern, müssten das lernen. (MÄNNER-Archiv)

Titelfoto: Shutterstock


1 Kommentar

  1. Oliver Nicklas

    top!!! Das sollte auch in unseren Schulen gelehrt und gelernt werden! Es gibt auch ergänzende Themen zu Anne Frank, Geschwister Scholl, Janusz Korczak, Schindler, …. .


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