Les maris

Mehr Verpartnerungen in Österreich

... aber auch mehr Trennungen

von Thomas Petersen

Seit 2010 gibt es in Österreich die Möglichkeit, eine Eingetragene Partnerschaft einzugehen. Wer macht davon Gebrauch? Laut Statistik Austria wurden im vergangenen Jahr insgesamt 423 Eingetragene Partnerschaften geschlossen. Da das zentrale Personenstandsregister nun auch im Ausland geschlossene Eingetragene Partnerschaften erfasst, war es möglich, diese Zahlen mit einzubeziehen. Diese Möglichkeit wurde im Vorjahr von insgesamt 39 Homo-Paaren genutzt. (Österreich hat jetzt einen sehr homofreundlichen Bundeskanzler – MÄNNER-Archiv.)

Bei binationalen Partnerschaften besonders gefragt

Im vorvergangenen Jahr waren es noch 402 neu begründete Partnerschaften. Das bedeutet ein leichtes Plus von 1,7 Prozent – über die Hälfte der Paare waren männlich. Die Statistik bietet noch weitere, aufschlussreiche Einblicke. So waren 59 Prozent der gleichgeschlechtlichen Partner zwischen 30 und 49 Jahre alt. Ganze 84 Prozent waren vor der Eingetragenen Partnerschaft ledig. Bei 65,2 Prozent der Eheschließungen hatten beide Partner die österreichische Staatsbürgerschaft und bei 61 Prozent wurden beide Partner in Österreich geboren. Das bedeutet, dass die Schließung einer Eingetragenen Partnerschaft für Paare, bei denen nur einer Österreicher ist, besonders gefragt zu sein scheint.

Trennungsrate steigt auch

Während mehr Eingetragene Partnerschaften geschlossen werden, ist aber auch ein Anstieg  der Auflösungen zu verzeichnen: 69 homosexuelle Paare haben 2015 in Österreich die Verbindung wieder gelöst. Das ist ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Immerhin trennten sich fast alle Paare einvernehmlich.

Deutschland: Männer liegen vorn

Neue Zahlen liegen im Statistischen Bundesamt für die Bundesrepublik Deutschland leider noch nicht vor (hier fand 2001 die erste Verpartnerung statt – MÄNNER-Archiv). Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2013 und stellen sich wie folgt dar: „2013 gab es in Deutschland insgesamt rund 78.000 Paare, die in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft lebten. Dies waren gut ein Drittel mehr (34  Prozent) als zehn Jahre zuvor (2003: 58.000 Paare). Männer lebten etwas häufiger mit einem Partner des gleichen Geschlechtes zusammen als Frauen, sie führten 54 Prozent aller gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Mit 45 Prozent lebte 2013 etwas weniger als die Hälfte aller gleichgeschlechtlichen Paare in Einer eingetragenen Lebenspartnerschaft (35.000 Paare). Seit dem Jahr 2006, als der Familienstand erstmals im Mikrozensus abgefragt wurde, hat sich die Zahl der eingetragenen Lebenspartnerschaften damit fast verdreifacht (2006: 12.000 Paare).

Die meisten Lebenspartnerschaften wurden in Köln geschlossen

Immerhin aus NRW gibt es aktuelle Zahlen: Dort haben im vergangenen Jahr 1.663 schwule und lesbische Paare ihre Partnerschaft offiziell besiegelt. Die Zahl der neu geschlossenen Lebenspartnerschaften ist gegenüber 2014 um drei Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Landesamt in Düsseldorf heute mit. Am häufigsten fanden Verpartnerungen in Köln statt.

Titelbild: Fotolia


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