May 1 2016 Jackson Mississippi U S 5 1 16 jackson MS The Human Rights Campaign HRC and h

Mississippi: Hilfe von Fundamentalisten

Erzkonservative Christen-Gruppe hat das Anti-LGBTI-Gesetz mitgeschrieben

Der US-Bundesstaat Mississippi hat seit April das schärfste Anti-LGBTI-Gesetz der Vereinigten Staaten. Seitdem der republikanische Gouverneur Phil Bryant das Gesetz unterschrieben hat, dürfen Privatpersonen, Unternehmen, Behörden und Kirchen offen LGBTI diskriminieren, wenn sie das mit ihren religiösen Überzeugungen begründen. „Ich habe das Gesetz unterzeichnet, um Einzelpersonen und öffentliche und private Organisationen davor zu schützen, dass der Staat sie aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen diskriminieren kann”, sagte Bryant damals (MÄNNER-ARCHIV).

Jetzt kommt heraus: Am Gesetz hat maßgeblich die ultrakonservative Gruppe „Alliance Defending Freedom“ (ADF) mitgearbeitet. Diese christlich-fundamentalistische Gruppe setzt sich schon lange gegen die Eheöffnung oder ein Adoptionsrecht für Homosexuelle ein. Außerdem war sie ein entschiedener Gegner, als der Supreme Court im Jahr 2003 entschieden hat, dass homosexueller Geschlechtsverkehr nicht verboten sein darf. Solange bestanden entsprechende Gesetze in Kansas, Oklahoma, Missouri und Texas.

Die Idee zum Anti-LGBTI-Gesetz kam von der erzkonservativen Gruppe

Doch die Erzkonservativen mischen sich auch in die Angelegenheit anderer Länder ein: So warben sie dafür, dass Homosexualität im mittelamerikanischen Belize illegal bleibt. Mit Erfolg: Dort drohen schwulen Männern bis zu zehn Jahre Haft.

Um der „homosexuellen Propaganda etwas entgegenzusetzen“, hat die „Alliance Defending Freedom“ im Jahr 2005 den „Day of Truth“ ins Leben gerufen. An diesem Tag sollen Studenten „die Möglichkeit haben, offen und ehrlich über Homosexualität zu sprechen.“ – So offen, wie das fundamentalistische Homo-Hasser eben können. Die „ehrlichen“ Studenten sollen dabei Shirts mit der Aufschrift „Homosexualität ist schändlich“ tragen.

Mit dieser Gruppe hat der Senat von Mississippi also zusammengearbeitet. Doch nicht nur das: Sogar die Idee zu dem LGBTI-feindlichen Gesetz HB 1523 kam von der ADF. Das hat Gouverneur Bryant gegenüber der Online-Ausgabe der Lokalzeitung Clarion-Ledger zugegeben. Die Beteiligung der Gruppe sei „absolut normal“.

Das Anti-LGBTI-Gesetz könnte verfassungswidrig sein

„Wir schätzen, dass die Alliance Defending Freedom mit dem Gesetzgeber an einem Entwurf von HB 1523 gearbeitet hat“, sagt Bryant. „Es ist absolut normal, dass unser Büro mit Einzelpersonen und Gruppen zusammenarbeitet, um so während des Gesetzgebungsprozesses weitere Informationen zu sammeln.“ Die Gruppe hat dem Gouverneur sogar dabei geholfen, die Rede zu schreiben, die er bei der Unterzeichnung des Gesetzes gehalten hat.

Die Anwältin Robbie Kaplan hat die erfolgreiche Lobbyarbeit von ADF aufgedeckt. Sie klagt gerade gegen den Staat Mississippi. Kaplan ist nämlich der Meinung, dass das Anti-LGBTI-Gesetz gegen den Ersten Zusatzartikel zur Verfassung verstößt. Darin ist geregelt, dass Bundesgesetze einzelne Religion weder bevorzugen noch benachteiligen dürfen. Doch HB 1523 bezieht sich nur auf christliche Ansichten. Und wurde noch dazu von christlichen Fundamentalisten geschrieben.

Titelbild: imago/ZUMA Press


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close