Vorwürfe gegen Macher des Mr Gay World

Vor der Ausscheidung in Malta soll gemobbt und gedroht worden sein

Gut zwei Monate sind vergangen seit der Wahl zum Mr Gay World – am Ende siegte der spanische Teilnehmer Roger Gosalbez (MÄNNER-Archiv). Nun klagen die Teilnehmer aus Kanada, Südafrika, Tschechien, Argentinien, Neuseeland und Malta über Unregelmäßigkeiten. Sie haben dem Portal Daily Xtra Dokumente, Mailverkehr sowie Facebooknachrichten zugespielt, wonach Einzeldisziplinen im Rahmen des Finalcontests sowie ein anberaumtes Treffen mit der maltesischen Präsidentin Marie Louise Coleiro Preca kurzfristig und ohne Erklärung abgesagt worden seien. Im Hotel, wo die Kandidaten untergebracht waren, habe es teilweise nichts zu essen gegeben. Der südafrikanische Kandidat, de Meyer, moniert, man habe sich von Pizza-Resten ernähren und für Getränke selber zahlen müssen, bei einer Laufsteg-Disziplin hätte es für 22 Männer nur zwei Toiletten gegeben.

Die schwerstwiegende Kritik lautet aber: Die Organisatoren hätten Teilnehmern mit schlechtem Abschneiden gedroht, wenn der jeweilige Produzent das Management des Finalcontest kritisiert hätte, und die Leute im Gastgeberland Malta „Abschaum” genannt.

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Jirka Korytář (Foto: Instagram)

Gleichberechtigung: Fehlanzeige

Zehn Tage vor der Wahl starb Haydn Pope, der bisher die Ausscheidung auf Malta organisiert hatte. Nun übernahmen der Mr Gay World CEO Dieter Sapper and der Australische Mr Gay World Präsident Eric Butter die Organisation – gegen sie richtet sie die Kritik: Der Produzent des tschechischen Kandidaten, Honzik Jakubec,  beschwerte sich damals in einer Facebooknachricht an Sapper, dass die Videos für die Teilnehmer nicht gleichberechtigt online gestellt würden und er plötzlich ein Formular hätte ausfüllen müssen, von dem vorher nie die Rede gewesen sei. Sapper, der zuvorher dem Produzenten Jakubec geäußert hatte: „Jirka ist mein Favorit für die Top 3”, soll nun den Ton geändert haben.

Wenn Du Ärger machst, verliert er seine, Chance, unter den Top 5 zu landen

„Wenn Du Ärger machst, lässt es Jirka dumm aussehen und er verliert seine die Chance, unter den Top 5 der Mr GayWorld zu landen […] Wir wollen keine komplizierten Produzenten.“

Zu den Vorwürfen hat sich CEO Dieter Sapper gegenüber MÄNNER wie folgt geäußert:

„Als erstes möchte ich  zu den Aussagen von Honzik Jakubec, Mr. Gay Roku Organisator aus Tschechien Stellung nehmen: Im Februar 2016 gratulierte ich Herrn Jakubec zum Kandidaten Jirka. Dabei handelte es sich um eine persönliche Einschätzung der Chancen von Jirka beim Wettbewerb. Zu keinem Zeitpunkt wurde eine fixe Platzierung versprochen – als CEO bin ich nicht Teil der Jury und nehme keinen Einfluss auf die Punktevergabe.

Mr Gay World

Dieter Sapper, CEO Mr Gay World (Foto: NoubaEvents)

In der Mr. Gay World Wahl darf ich lediglich entscheiden, wer die Fashion Show Challenge gewinnt. Der Gewinner dieser Challenge erhält bezahlte Model-Aufträge in meiner eigenen Agentur. (Dieses Jahr gewann der Kandidat aus Saint Marteen, Kyle Patrick). Hier entscheide ich klar nach den professionellen Kriterien des Model-Business. Dies ist natürlich sehr wichtig, da die Aufträge tatsächliche große Modeschauen sind, keine Charity Events. Deshalb muss auch das beste Model gewinnen. Diese Challenge macht 10% der Gesamtwertung aus. Alle anderen Entscheidungen werden von einer Jury gefällt.

Im April, 10 Tage vor der Wahl, stand das Team von Mr Gay World sehr unter Druck. Durch den plötzlichen und unerwarteten Tod von Lord Haydn Pope sahen wir uns gezwungen eine Veranstaltung dieser Größenordnung in 10 Tagen zu organisieren. Eine Organisation die normalerweise ca. ein halbes Jahr der Vorbereitung und Planung in Anspruch nimmt. Wir standen ganz am Anfang, konnten auch nicht das Austragungsland wechseln, da alle Kandidaten bereits ihre Flüge gebucht hatten und alle Visa Anträge bereits gestellt wurden. Wir sahen uns gezwungen, eine Wahl alleine ohne Hilfe der Ortsansässigen in Malta zu organisieren und durchzuführen.

Die Beschwerden von Herrn Jakubec sind für uns nicht nachvollziehbar

Die Höhe der Lizenzgebühren werden im Lizenzvertrag genannt und waren Herrn Jakubec von Anfang an bekannt. Die diesbezüglichen Beschwerden von Herrn Jakubec sind für uns nicht nachvollziehbar. Da Herr Jakubec geschäftlich mit Herrn Haydn Pope tätig war, war er auch über dessen Tod und die daraus resultierenden Schwierigkeiten für den Event Mr Gay World in Malta informiert.

„Wohlgemeinter Rat” statt Drohung

Deshalb war ich sehr enttäuscht über seine Wortwahl und Aktionen. Wir wurden ja schon im Vorfeld von seinem Geschäfts-Partner attackiert, da ein Mitbewerber sich für die Mr-Gay-World-Lizenz der Slowakei bewerben wollte. Ich teilte Herrn Jakubec nach mehreren Anfeindungen mit, dass sein Verhalten ein schlechtes Licht auf die Wahrnehmung seines Kandidaten werfen könnte. Dies war als wohlgemeinter Rat – basierend auf meinen Erfahrungen bisheriger Wahlen. Die Juroren müssen sich in kurzer Zeit ein Bild von den Kandidaten machen – dabei kann jedes Detail zählen. Auf alle Fälle habe ich natürlich der gesamten Organisation und der Jury nichts über diesen Vorfall berichtet, da ich dem Kandidaten eben nicht schaden wollte. Die Jury hat aus freien Stücken entschieden auf welchem Platz der Kandidat landen würde.

Bewusste Diffamierung?

Ich muss leider sagen, dass die meisten Anschuldigungen und Darstellungen von Herrn Bedry übertrieben waren oder nicht der Wahrheit entsprechen. In den Augen von Mr Gay World handelt es sich dabei um eine bewusste Diffamierung, da die Darstellungen diametral von den tatsächlichen Ereignissen abweichen.

Leider wurden in diesem Artikel nur negative Erlebnisse und Storys präsentiert. Die vielen positiven, schönen Erlebnisse wurden dabei völlig außer Acht gelassen. Resultierend aus der unglücklichen Vorgeschichte, hatte das Team nur 10 Tage Zeit das gesamte Event zu organisieren. Wir gaben unser Bestes, den Kandidaten alles zu bieten, was in unserer Macht stand.

Mr Gay World

Hat den „Glauben an den Contest verloren”: Mr Gay Canada, Derek Bedry (Foto: Instagram)

Alle Kandidaten wurden am Flughafen – mit vereinzelten Wartezeiten – empfangen und zum 5 Sterne Hotel Westin Dragonara gebracht. Im Hotel wurden die Kandidaten freundlich bedient. Den Kandidaten wurde ein üppiges Frühstücksbuffet mit mehreren Stationen (Süßspeisen, Herzhaftes, English, Kontinental, Früchte …), eine Pool Landschaft, Free WLan in den Zimmern, Zutritt zum Fitnesscenter und alle Annehmlichkeiten, die ein 5 Sterne Hotel ausmachen geboten.

Am ersten Abend fand das Welcome Event – wie im Handbuch kommuniziert – um 21.00 Uhr auf der Dachterrasse des Hotel-Restaurants statt. Der Event wurde mit einem Kamerateam und dem Presse-Fotografen der Mr. Gay World dokumentiert (siehe Video). Alle anwesenden Personen (Kandidaten, Produzenten, Direktoren und Freunde) wurden zu Getränken an der „free bar” von Mr. Gay World eingeladen.  Es gab, Bier, Wein und alle anti-alkoholischen Getränke, lediglich Spirits (Wodka etc.) musste selbst bezahlt werden.

Die für den folgenden Tag geplante Schiffstour musste aus Sicherheitsgründen (starker Wellengang und Sturm) abgesagt werden. Mr. Gay World organisierte über Nacht stattdessen eine Tour durch Malta und dessen Altstädte. Die Kandidaten erfreuten sich sehr über Original Schauplätze, der im Moment populärsten Serie „Game of Thrones”. Im Ersatzprogramm war auch ein Mittagessen mit Maltesischen Spezialitäten in der antiken Hauptstadt Mdina organisiert und durchgeführt worden. Am Abend gingen die Kandidaten zusammen zu einem Abendessen in ein Restaurant Namens Rafael am Hafen.

Am nächsten Tag hatten die Kandidaten sich in einer Sportschallenge am Golden Bay, einem wunderschönen Ort für Badegäste, zu beweisen. Das Essen wurde hier im Strandhaus organisiert wo die Kandidaten zwischen Mediterraner oder Maltesischer traditioneller Küche entscheiden konnten.

Am Abend fand das White Dinner in einem wunderschönen Restaurant auf dem Meer statt – auch hierzu gibt es auch ein Video. Freitag und Samstag wurden Proben, Fotoshootings in der einzigartigen Location des Finales, Villa Rosa, abgehalten. Am Freitag gingen die Direktoren mit den Kandidaten in den Pausen in ein Restaurant essen.

Samstags war es wie erwartet sehr stressig mit Proben und Generalprobe sowie Aufführung, weshalb wir uns entschieden, den Kandidaten Pizza kommen zu lassen. Hier wurde jeder Kandidat nach seinen Wünschen gefragt und das Essen wurde dann zum Probeort geliefert.

Das Finale war sehr schön organisiert und wir waren sehr glücklich über den Einsatz der Kandidaten. Als Organisator für Events bin ich sehr stolz auf alle beteiligten Personen, Kandidaten, Jury, Techniker, Filmteam, Show Crew und alle anderen Helfer, die beigetragen haben in dieser kurzen Zeit eine solch tolle große Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Kandidaten hatten eine wunderschöne Zeit

Es ist schade, dass der Artikel die Meinung und Erlebnisberichte der anderen 17 Kandidaten nicht wiedergibt. Ich denke mir, dass wir auch viel Positives über den Event gehört hätten – ein Event bei dem die Kandidaten auch eine wunderschöne Zeit mit viel Freundschaft und Erlebnissen in Malta verbracht haben.

Gehört auch zu den Kritikern: Oelof de Meyer, Mr Gay South Africa (Foto: Instagram)

Gehört auch zu den Kritikern: Oelof de Meyer, Mr Gay South Africa (Foto: Instagram)

Mr. Gay World ist eine Zusammenkunft von großartigen Menschen mit tollen Meinungen und Einstellungen, am Ende der Wahl kann nur einer den Titel des Mr. Gay World erhalten. Von Anfang an ist jedoch eines klar – und das wird auch immer wieder kommuniziert – Alle Teilnehmer sind Gewinner, da sie schon in ihrem Land ja zum Sieger ernannt worden sind und viel für die Community erreicht haben.

Der Präsident der Organisation, Eric Butter, kommuniziert von Anfang an mit den Kandidaten, dass jeder der es zum Finale geschafft hat als Gewinner gesehen wird und es nicht vom Titel abhängig machen soll.”

Hier geht’s zum Artikel, der die Vorwürfe ausführlich behandelt.


1 Kommentar

  1. Johannes Barber

    Danke für den ausführlichen Artikel. Was ich nicht ganz verstehe ist, warum immer von 10 Tagen vorbereitungszeit gesprochen wird. Es wird von einem halben jahr der Vorbereitung gesprochen und dann plötzlich stürzen diese 6 Monate zusammen und durch den tod des Organisators werden daraus 10 Tage. Heißt das, dass durch den Tod alle vorherige Arbeit plötzlich einfach so verschwand? Das erscheint mir persönlich als schlechtes Argument für die „kurzfristige Orga” – eigentlich hätte doch an diesem punkt schon aller fertig geplant und gebucht sein müssen. *__*


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