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Nach Selbstmord: Klage gegen Schule

Tristan nahm sich 2015 das Leben, weil er das Mobbing nicht mehr ertrug

Tristan wurde als Mädchen gehänselt, beschimpft, geschubst, gemobbt. Er hatte sich nicht geoutet, wurde aber von den Mitschülern als schwul wahrgenommen, als nicht männlich genug. „Gay Freak“ gehörte zu den schlimmeren Beschimpfungen. Bis Tristan es nicht mehr aushielt und sich am 12. Februar im vergangenen Jahr das Leben nahm. Da war er 13.

Mobbing

Neben Schachspielen gehörte Jagen zu seinen Hobbys (Foto: privat)

Jetzt verklagt sein Vater Todd Seehus die Lincoln Park Middle School in Duluth,  weil er glaubt, man habe nicht genug getan, um seinen Sohn vor den Angriffen zu schützen. Seehus sagt, der Schulbezirk habe seine Sorgfaltspflichten vernachlässigt bis zu einem Grad der Diskriminierung aufgrund der angenommen sexuellen Orientierung Tristans oder seiner geschlechtsbezogenen Ausdrucksweise. (Prinz William setzt sich gegen Mobbing und Bullying ein – MÄNNER-Archiv.)

Vorhersehbares Resultat aus dem Versagen der Schule

Tristans Selbstmord war „ein vorhersehbares Resultat aus dem Versagen“ des Schulbezirks, ihm ein „sicheres Umfeld“ zu bieten, heißt es in der Klageschrift. Die Beschimpfungen wurden vom Bezirk ignoriert und kleingeredet – außerdem habe man die eigenen Richtlinie gegen Mobbing aufgrund von sexueller Orientierung nicht ausreichend umgesetzt. (Die Warwick Rowers sammeln Geld für die Opfer von Mobbing – MÄNNER-Archiv.)

Das hätte nie passieren dürfen

Dazu erklärte der Schulbezirk in einer Stellungnahme: „Unsere Schulen bemühen sich eine Umgebung zu schaffen, in der alle Schüler mit Respekt behandelt werden.“

Die Anwältin von Tristans Vater, Lori Peterson, sagte: „Das hätte nie passieren dürfen, schon gar nicht Kindern, die jeden Tag gezwungen sind, in der Schule auf diejenigen zu treffen, die sie quälen. Wir hoffen, wir können mit der Klage für andere Schüler etwas ändern.“ Die Selbstmordrate bei homosexuellen Jugendlichen liegt bis zu 7mal höher als bei heterosexuellen.

Titelbild: privat


27 Kommentare

  1. Jacob Hoesl

    Da bin ich mal gespannt. Wenn sich da Schutz – und Aufsichtspflichtverletzungen ergeben, wäre das ein Erfolg. Mit einem schrecklich hohe Preis bezahlt.

  2. Manuel Beinhauer

    der Vater sollte erst mal bei sich anfangen zu suchen. Wo stand er bei der Sache? Hat er nichts bemerkt? Mit ausreichend Rückendeckung im familiären Bereich wäre es sicher nicht soweit gekommen.

  3. Cong Ly Nguyen

    die Kinder können auch andere Kindern töten sogar ohne irgend eine Waffe. Ruhe in Frieden kleiner. Ich hoffe deine Tod bewegt was in diesem stinkenden Gesellschaft. meine Beileid

  4. Uwe Koeberich

    Ich bin fassungslos und wahrscheinlich traurig, wenn ich solche Meldungen lese. Ein Zitat vom Dalai Lama bringt es auf den Punkt: Aber wir legen den Fokus noch viel zu sehr auf unsere Differenzen anstatt auf das, was uns verbindet. Dabei sind wir doch alle auf dieselbe Weise geboren und sterben auf dieselbe Weise.

  5. Stefan Krüger

    Männer Magazin Kinder werden gemobbt. Immer und überall. Seit jeher. Aus verschiedensten Gründen. Wenn es zu viel wird, ist es sicher sinnvoll, die Schule zu wechseln. Das hat mit Recht geben gar nichts zu tun.

  6. Männer Magazin

    Klar. Wenn es gar nicht mehr geht – was bei Tristan offenbar der Fall war -, könnte ein Schulwechsel helfen. Offenbar ist hier aber von Seiten der Schule das Thema nicht oder nur unzureichend angegangen worden.

  7. Manuel K. Rie

    Auch das hätte nichts gebracht. Auch wenn der Vater davor beim Schulbezirk Theater gemacht hätte. Der Schulbezirk hätte dann eh nichts unternommen. Es muss immer erst was passieren, bis die Menschen aufwachen jnd merken, Das was getan werden muss. Ist nur schade und traurig, Das der kleine keine Kraft mehr gehabt und den Sinn des Lebens verloren hat. :'(

  8. Constanze Schmidt

    Ich werde meine zukünftigen Kinder so erziehen, das sie gar nicht erst auf die Idee kommen könnten zu Mobben. Schon gar nicht wegen der Homosexualität! Mobbing ist unterste Schublade. Egal weshalb, es darf nicht gemobbt werden. Punkt.

  9. Constanze Schmidt

    Das würde aber von Grund auf nix an DIESER Schule ändern. Die Schüler würden weiterhin die homosexuellen – und andere – Mitschüler Mobben, und die Lehrer weiterhin weg sehen. Das will der Vater ändern. Er bekommt seinen Sohn dadurch zwar nicht zurück, aber er könnte einem anderen Kind dieses Leid ersparen, in dem die Lehrer zukünftig nicht mehr weg sehen und das mobbing unterbinden. Auch Lehrer sind eigentlich dazu verpflichtet den Kindern die richtigen Werte beizubringen.

  10. Frank Nitschke

    Bei allem Respekt und Leid,
    aber macht sich der Vater es nicht ein wenig zu einfach, jetzt die schule zu verklagen ?
    Ist es vielleicht einfach nur ein Akt der Verzweiflung um einen schuldigen zu finden ?

    Die Frage ist doch, was genau hat der Vater dafür getan, dass sich an den Umständen etwas ändert ?
    Gespräch gesucht mit Lehrern, Schulleiter ? evtl sogar die betroffenen Schüler ?
    Schulwechsel ?

  11. Pawel Dornig

    Mitschüler können so grausam sein. Nehme mich da leider nicht aus.
    In der frühen Schulzeit gab es doch immer jemanden, den man gemeinsam mit Mitschülern gehänselt hat. Man hat sich doch in den jungen Jahren nie darüber Gedanken gemacht, wie es dem Opfer dabei ging. Im Nachhinein ist das echt Mies.
    Da hilft nur Aufklärung, Aufklärung und Aufklärung, und das bereits in der ganz frühen Kindheit.

  12. Nick Jordan

    Da haben klar die Lehrer,Schulleitung aber auch zum kleinen Teil die Eltern versagt. Denn man hat sicherlich vorher was merken und reagieren müssen damit Tristan sich nicht allein gelassen fühlen muss . So etwas darf sich nicht wiederholen

  13. Siri Wolf

    @Männer Magazin „Damit würde man den Mobern Recht geben? Nein, bevor sich da ein Kid (egal ob weiblich männlich oder etc… usw. , sich umbringt, aus der Gefahrenzone! Dann folgender Vorschlag: Hingehen mit einer Nagelschere, den Mobbern bei lebendigen Leib, den Bruskorb öffnen und mit einem kleinen Teelöffel ihr Herz verzehren, ganz langsam, damit sie schön lange was davon haben! Doch das sind meine Vorstellungen! Ansonsten bin ich ein ausgesprochener frieliebender Mensch!

  14. Constanze Schmidt

    Oder er hatte schon oft das Gespräch mit den Lehrern und den Eltern der anderen Schüler gesucht, und ist auf Taube Ohren gestoßen, bzw. hat Dinge wie „so schlimm ist es doch gar nicht” zu hören bekommen und wurde evtl. somit besänftigt, so daß ein Schulwechsel von ihm nicht in Erwägung gezogen wurde? Oder der Sohn hat sich nicht getraut mit seinem Vater zu reden, da ihm gesagt wurde „wenn du dich bei deinem Papa ausheulst, machen wir dich fertig”. Wurdest du schon mal gemobbt?! Wenn ja, dann weißt du wie so etwas abläuft.

  15. Siri Wolf

    @ Uwe: Der Dalai Lama der in seinem Kloster sehr behütet aufgewachsen ist, geschützt wurde auch während seiner Flucht, Asyl hat, steckt in keinster Weise in der Situation dieses Jungen! Denn da war weder ein „Schutz, noch die Möglichkeit zur Flucht, noch ein Asyl! Somit ist es Realitätsfremd von einem priviligierten Menschen in einer ganz anderen Situation auf die Situation dieses Jungen zu schliessen! Wenn ich sowas welt und Realitätsfremdes und völlig uninformiertes lese, sträuben sich meine Nackenhaare! Genau als würde man Gandhi zitieren für Flüchtlinge, und dabei vergessen das Gandhi niemals für „Flüchtlinge, oder Asyl gekämpft hatte auf seine Weise, sondern nur für die Unabhängigkeit seines eigenen Landes Indien von den Engländer. Und wenn jemand meint das ein Schulwechsel den Mobbern recht gäbe, unterliegt er der Illusion, das ein Kid dies auf die Dauer aushält! Also von der Schule runter und dann gezielt gegen Mobbern vorgehen! Und das Lama hat da nix verloren!

  16. Pawel Dornig

    Mitschüler Terror in Grund- und Oberschulen ist ein grundsätzliches Problem.
    Und zumindest bei Grundschülern ist das Problem, dass ihnen das Leiden der Opfer gar nicht bewusst ist. War jedenfalls bei mir, Jahrgang 1972 so. Ich gehörte leider zu den Tätern und habe mir über das Leid meines Mitschülers überhaupt keinen Kopf gemacht.
    Deshalb ist es wichtig, dass die kleinen Schüler bereits in der 1. Klasse darüber aufgeklärt werden.

  17. Manuel Beinhauer

    Manuel K. Rie ich stimme dir voll und ganz zu. Ich meinte nur, wenn er vielleicht in der Familie mehr Unterstützung gehabt hätte, hätte er den Schritt sich umzubringen vielleicht nicht gemacht. Hätte hätte… ich weiß…

  18. Manuel Beinhauer

    Pawel Dornig richtig, das wäre auch in D wichtig. Ich gehörte früher (Jg ’75) zu den Gemobbten, obwohl mir damals nicht mal richtig klar war, warum ich anders bin. Ich habe mich zwar durchgewurschtelt, aber mir hätte etwas Hilfe von den Lehrern sicher gut getan. Die haben allerdings gar nichts gemacht.

  19. Marvin-Damian Lamp

    Schule ist der gefährlichste Ort ganz klar überall Kinder die mobben selbst mit Aufklärung bringt es nichts! Und die Lehrer haben kein bock sich damit zu beschäftigen.

    Hab ich alles durch.. Gespräch mit dem Direktor :” es ist doch normal das ihr euch gegenseitig anfeindet. Aber so schlimm ist es noch nicht!”

    Obwohl es mit Polizei gedroht wurde anzeigen gemacht wurden sind und ich mich selbst verletzt habe und das wusste er ganz genau….

    Alle schulen sind gleich scheiße !!!

  20. Tatonka Tom

    besser ist auch das der vater klage erhebt
    meine unterstützung im gedenken liegt bei ihm

    und noch etwas

    ein weiterrer unschuldiger mensch ging von uns aber dafür hat der himmel jetzt einen engel mehr

    mein beileid für die eltern


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