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Polizeigewalt beim Kölner CSD?

Ein Teilnehmer wirft den Ordnungshütern vor, für seine Verletzungen verantwortlich zu sein

Am Montag Abend, einen Tag nach der CSD-Parade in Köln (MÄNNER-Archiv), machtre ein langer Facebook-Post die Runde, indem ein junger Mann namens Sven Wille behauptet, am Sonntag von der Polizeiu verhaftet und dann über Stunden schwetr mißhandelt worden zu sein. Der bislang fast 900 mal geteilte Post erzählt, begleitet von mehreren Fotos von Willes Verletzungen, folgende Geschichte:

„Gegen 17 Uhr im McDonalds am Dom vor den Toiletten gewaltsam, ohne Gegenwehr auf den Boden gehauen, ab dann immer wieder bewusstlos, sofort wurden Arme und Beine mit Kabelbinder gefesselt. Wehren konnte ich mich nicht mehr. Statt einen RTW zu besorgen, wurde ich regungslos, an den Haaren, am ganzen Körper gepackt und wie ein nasser Sack nach draußen gezerrt und geschleppt, dort haben die Beamten mit mehreren sich auf mich mit ihrem gesamten Körper gestellt inkl. Kopf. Ich wurde zuvor auf den Asphalt geschmissen, Kopf auf der rechten Seite. Dann in den Wagen geprügelt, auf der Rückbank rein gelegt. Körper und Kopf sind unten. Ein Polizist kommt von der anderen Türseite und schlägt mir bewusst ins Gesicht, beleidigt mich und streckt die Zunge raus zum Schluss. Ich wusste nicht, wo es dann hingeht. Mit mir hat man nie gesprochen, Fragen wurden nicht beantwortet, wenn ich sie dann irgendwann mal stellen konnte. Polizei raste mit Martinshorn und Blaulicht irgendwo hin, ich wurde während der ganzen Fahrt runtergedrückt. Angekommen musste ich ein Maske aufsetzen, nun habe ich noch weniger Luft bekommen. Sehen konnte ich auch nicht wirklich. Ich wurde in eine Zelle verbracht. Dort wurde ich auf die Matte niedergeschlagen. Wieder spürte ich viel Gewicht auf meinem Körper und Kopf, Maske immer noch an. Ich habe nun fast keine Luft bekommen. Bis der Arzt (schätze ca. 2h später) kam, lag ich komplett gefesselt dort. Blut wurde nur entnommen, die Verletzungen interessierten ihn nicht.

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Nun hatte ich am rechten Bein eine Fussfessel. Mein gesundheitlicher Zustand, obwohl ich öfters bewusstlos noch war und ärztliche Hilfe brauchte, waren nicht im Interesse der Polizei, wäre ich verstorben, dann wäre was egal gewesen, weil sie es erst später gemerkt hätten. Ich habe erst dann mal ein Schluck Wasser angeboten bekommen, als ich meine Tabletten einnehmen musste, die ich einforderte. Der Polizist kam aggressiv in die Zelle, befahl mir gefälligst schnell die Pille zu schlucken, wollte handgreiflich werden, beleidigte und demütigte mich, er trat gegen mein rechtes Bein und meinte lakonisch: „Das wirst du morgen noch spüren, du kleiner Wichser“ und verließ die Zelle. Es folgten viele solcher menschenunwürdigen Erfahrungen. Von Folter kann man sprechen, da dir Polizei den Alarmton in meiner Zelle oft stundenlang laufen ließ, wenn ich den Schalter gedrückt habe, um zu fragen, was eigentlich los sei oder ich verlangte einen unabhängigen Arzt und meine Anwältin.
Das ganze war ein unmenschlicher, nicht rechtsstaatlicher, willkürlicher, diskrimierender Akt ganz gezielt gegen mich als schwächstes Glied der Gesellschaft, ein reines sexualisiertes Dominanzspiel, was ausartete. Man sah in Ihren Gesichtern, dass sie viel Spaß hatten.  Zum Schluss wurde ich gegen 0.30 Uhr halbnackt nach draußen geschmissen, es war nicht der Vordereingang, sondern ein kleiner Nebeneingang oder -Ausgang wohl eher, versteckt hinter einer hohen Hecke. Warum haben sie wohl das getan? Die Hose und Schuhe waren komplett nass, die sie mir am Anfang ausgezogen hatten. Der von mir geforderte RTW ist nie bestellt worden, obwohl der Polizist das versprochen hat. Ich wusste immer noch nicht wo ich bin, die Polizisten sagen mir das auch nicht nach Nachfrage. Die Schmerzen und Wunden sind am ganzen Körper.“

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Die Kölner Polizei bestreitet in einer offiziellen Stellungnahme auf Facebook den Vorwurf der homophoben Gewalt durch Polizeibeamte, erklärt aber, wie es überhaupt zu der Festnahme in der McDonalds-Filiale kam. Sie schreibt: „In einem Facebook-Post wird der Polizei vorgeworfen, im Rahmen eines Einsatzes im McDonald‘s am Dom homophobe Gewalt ausgeübt zu haben. Die Polizei Köln distanziert sich ausdrücklich vom Vorwurf homophober Gewalt. Im Rahmen eines Einsatzes „Schlägerei“, zu dem die Polizei gerufen wurde, ist nach Widerstandshandlungen gegen polizeiliche Maßnahmen eine Person in Gewahrsam genommen worden. Der Sachverhalt wird durch die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft ermittelt – dies beinhaltet auch die Prüfung der Anschuldigungen gegenüber der Polizei.“ Aufklären, genau das möchte Sven Wille auch. Deswegen bittet er darum, dass Zeugen seiner Verhaftung sich unter sr-wille@web.de mit ihm in Verbindung zu setzen.

Fotos: Sven Wille/Facebook


18 Kommentare

  1. Horst Lukas Kieler

    Seid mal vorsichtig mit solchen Berichten. Euer Ex-Chefredakteur David Berger hetzt mal wieder auf Gaystream gegen euch, weil ihr auf einen angeblich gefälschten homophoben Übergriff gegen den YouTuber Colum McSwiggan hereingefallen seid.

  2. Männer Magazin

    Wir berichten einfach was Sven behauptet, und wie die Polizei reagiert hat. Genau wie wir das im Fall von McSwiggan getan haben. Und, wer Gaystream liest, ist selber schuld.

  3. Joerg Schnellbaecher

    Jeder Übergriff gegen Schwule, Lesben und Trans ist zu verurteilen und zu bestrafen. Doch leider sind in letzter Zeit einige gefakte Angriffe aufgetaucht. Damit wollte man den Braunen oder den Polizisten schaden. Solche Leute, die andere unberechtigt Beschuldigen, schaden der Community und gehören selbst bestraft. Und ehrlich, wer der Community und damit auch mir so schaden will, kann gerne wirklich miterleben wie es ist, verprügelt zu werden.

  4. Jonathan Mleziva

    am ende ham sie halt den falschen gehabt und misshandelt..macht aber nix er bekommt ne anzeige wegen widerstand das ganze wird gegen ne geldstrafe eingestellt und er kann mit dem schrecken weiter leben… eigentlich ganz normal wenn cops mal wieder freidrehn, doof für die opfer… natürlich wird auch das dezernat für interne ermittlungen eingeschaltet allerdings sind die so effektiv wie Wiggum^^

  5. Boris Gyhra

    Was mir sehr komisch vorkommt das NUR ER DAS BERICHTET. Sich sonst NIEMAND meldet, nirgends. Keine Video von anderen mc Donald Gästen, Beschreibungen, handyfotos usw… null, nix. Komisch! Kein Mitarbeiter der md Filiale will was gesehen haben? ! Die wären die ersten die ich als Zeugen nennen würde wenn ich das Opfer bin. Die Toiletten in dem md sind hinten rechts neben dem Tresen. Die Polizei MUSS ihn also an dem gut 10-12 Meter langen Tresen VORBEI nach draussen geschleift haben, an Mitarbeitern und Kunden VORBEI! Da hat KEINER WAS GESEHEN, mitbekommen, versteckt ein Bild gemacht????? Sorry ich kann mir das nicht vorstellen. ..

  6. Thomas Wolkenstein

    Ich habe gestern auf dem Profil von dem besagten Sven gepostet, dass der Inhalt vom Post in meinen Augen völlig unglaublich erscheint. Ich glaube eher es hat sich anders zugetragen an einem anderen Ort.


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