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Prinz Harry streamt seinen HIV-Test

Mit der Liveübertragung auf der königlichen Facebook-Seite will der Prinz ein Zeichen gegen Stigmatisierung setzen.

Sie kommen eben doch beide ganz nach Ihrer Mutter: Prinz William und sein Bruder Harry scheinen sich derzeit einen Wettbewerb darin zu liefern, wichtige gesellschaftliche und insbesondere für LGTBI relevante Themen anzusprechen. William hat dabei in den vergangenen Wochen kräftig vorgelegt: Mitte Juni posierte er für das britische LGTBI-Magazin „Attitude” und traf sich mit Aktivistinnen und Aktivisten (MÄNNER-Archiv). Vor einigen Tagen sprach er sich dann in einer neuen Kampagne öffentlich gegen Bullying aus und thematisierte dabei auch Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung (MÄNNER-Archiv).

 

Nun ist Harry dran: Der war bisher in schwulen Kreisen ja eher aufgrund seiner, sagen wir mal, körperlichen Merkmale beliebt (MÄNNER-Archiv). Nun macht er jedoch überraschend mit einer Aktion von sich reden, die ihm so wohl nur wenige zugetraut hätten: Auf der Facebook-Seite der königlichen Familie streamte Prinz Harry sich selbst dabei, wie er in einem Londoner Krankenhaus einen HIV-Schnelltest durchführte. Im Video ist zu sehen, wie sich der Prinz mit einem Doktor über den Test unterhält und dabei auch über seine eigene Nervosität spricht. Der Arzt beruhigt ihn und betont, wie wichtig es sei, seinen eigenen HIV-Status zu kennen. Dann wird Harry vor laufender Kamera königliches Blut abgenommen.

Starkes Zeichen im Kampf gegen Stigmatisierung

„Es ist beeindruckend, wie schnell das geht”, bemerkt der 31-Jährige, kurz bevor er sein Testergebnis verkündet bekommt. Der Test ist negativ. Danach unterhalten sich Harry und der Doktor recht ausführlich darüber, dass HIV das Leben bei richtiger medikamentöser Behandlung heutzutage nur noch an bestimmten Stellen eingeschränkt. Der Prinz lässt sich erklären, dass man auch mit HIV ein „gutes, erfülltes Sexleben” und auch im Allgemeinen ein „langes und gesundes Leben” vor sich haben könne. Danach betont Harry selbst, dass ein HIV-Test wichtig für alle Menschen sei – egal ob sie „männlich, weiblich, schwul, hetero, schwarz, weiß oder rothaarig” sind. Nur, wenn sich alle Menschen testen ließen, werde der HIV-Test zur Normalität.

Die Reaktionen auf den Stream folgten prompt: Ian Green, Leiter des Terrence Higgins Trust, einem der wichtigsten britischen HIV-Verbände, lobte die Aktion als wichtigen Schritt hin zu weniger Stigmatisierung der Tests: „Prinz Harrys Entscheidung, live auf den Sozialen Medien einen HIV zu machen, ist ein wegweisender Moment im Kampf gegen HIV”, erklärte er auf Twitter und in einer Pressemitteilung.

Foto: Imago


19 Kommentare

  1. Ingo Jansen

    Warum muss von euch wieder alles ins negative gezogen werden? Ich kann sowas nicht verstehen. Er macht was und eine Person die so extrem in der Öffentlichkeit steht, sich öffentlich testen zu lassen, hättet ihr das gemacht? Denkt mal drüber nach!!!

  2. Ost Ffm

    Also bitte! Hut ab! Und den permanenten Nörglern hier – ihr könnt einem schon auf die Nerven gehen. Seid doch dankbar, dass eine Person der Öffentlichkeit das macht. Ich verstehe euch nicht.

  3. Dee Dee - Author

    Georg Seeber Man kann es schon, wenn man es aus dem Ausland bezieht. Mir geht es darum, dass es eben in England erlaubt und offiziell in Apotheken erhältlich ist. Genau das muss auch hier passieren. Schnellstens. Es gibt einfach zuviele, die sich nicht zum Arzt oder Gesundheitsamt trauen, aber dennoch Gewissheit möchten.


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