Religion

Religionen begrüßen Vielfalt

„Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt“ verabschiedet

Heute fand auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg ein Runder Tisch von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften zu den Themen Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit statt. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft  von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler. Es nahmen Vertreterinnen  und Vertreter der Alt-Katholischen Kirche Berlin, der baptisten.schöneberg, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (hier gibt es seit Monatsanfang gleichberechtigte Traugottesdienste auch für Homopaare – MÄNNER-Archiv), des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg, des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, des Liberal-Islamischen Bundes sowie des Rogate Klosters Sankt Michael zu Berlin teil. Ebenso beteiligte sich der schwule Imam Ludovic-Mohamed Zahed (MÄNNER-Archiv) aus Frankreich an dem vertraulichen Austausch.

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Schöneberger Erklärung mit Unterschriften (Foto: LSVD)


Bei dem Runden Tisch verständigte man sich unter anderem auf eine gemeinsame ‘Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt’ mit folgendem Wortlaut:

Keine Weltanschauungs- und Religionsfreiheit kann es rechtfertigen, dass Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender Rechte abgesprochen werden

„Die am Runden Tisch beteiligten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind sich darin einig, dass niemand aufgrund seiner sexuellen oder geschlechtlichen Identität benachteiligt und diskriminiert werden darf. Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit sind weder sündhaft noch krankhaft. Wir begrüßen die Vielfalt des Lebens. Keine Weltanschauungs- und Religionsfreiheit kann es rechtfertigen, dass Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender Rechte abgesprochen werden. Und dennoch findet diese Instrumentalisierung weltweit statt, so auch in Deutschland und dessen Bundeshauptstadt Berlin.

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Es kann nicht dem Selbstverständnis von Gläubigen und Mitgliedern von Weltanschauungsgemeinschaften entsprechen, sich über die Abgrenzung zu und die Ausgrenzung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen zu definieren. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jeder Mensch hat das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und Partnerschaft. Kein Mensch darf dazu genötigt werden, sich zwischen seinem Glauben oder seiner Weltanschauung und seiner sexuellen oder geschlechtlichen Identität entscheiden zu müssen.

Auch Arbeitgeber zu Gleichbehandlung aufgerufen

Wir appellieren gemeinsam in unserer Vielfalt und Unterschiedlichkeit an alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, sich für nicht-heterosexuelle Menschen zu öffnen und sie gleichberechtigt in allen Bereichen des religiösen und weltanschaulichen Lebens teilhaben zu lassen. Auch als Arbeitgeber sind die jeweiligen Gemeinschaften und die ihnen zugehörigen Einrichtungen aufgerufen, Angestellte ohne jede Vorbehalte oder Auflagen hinsichtlich ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität gleichwertig zu behandeln und zu beschäftigen. Mit gleicher Offenheit ist auch Ehrenamtlichen zu begegnen.“ (Dass das oft in der Arbeitswelt anders läuft, zeigt das Beispiel dieser lesbischen Hortleiterin – MÄNNER-Archiv.)

Titelbild: Fotolia


8 Kommentare

  1. Mirco Kleiböcker

    Ist doch alles ohne Wert. Solange es z. B. nicht der sunnitische Oberimam in Ägypten, der Papst in Rom, oder der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche in Moskau ausspricht.

  2. Oliver Nicklas

    Es sind wohl eher die Personen am Tisch, die sich einig sind, denn die Religionsgemeinschaften, die sie sich diesbezüglich zu vertreten einbilden. Bis auf eine „Religion” ist es sowieso kein wirkliches Thema. Eine Fatwa von NichtSchwulenImanen diesbezüglich wäre ein erster Schritt, der bedeutend wäre. Aber nicht so ein Kindergarten hier.

  3. Bernhard Kreiner

    schlimm genug das man es ihnen sagen muss und ihr rassismus soweit geht das sie nicht selber draufkommen zumindest erspart es mir jederart spende an religioten. homophobie erspart wenigstens den schlauen davon sinnlos zu spenden besonders an feinde unserer lebensart.


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