Portrait of a loving gay male couple on their wedding day.

Kircheninitiative für Segnung

16 Kirchengemeinden zwischen Heilbronn und Tuttlingen bilden "Initiative Regenbogen"

Aus dem Bündnis Kirche und Homosexualität (BKH), einem Netzwerk mit rund 30 selbstständigen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, hat sich die „Initiative Regenbogen“ gegründet. Ihr gehören bisher 16 Kirchengemeinden an. Was sie vereint: Sie sind offen für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, akzeptieren Pfarrer bzw. Pfarrerinnen, die mit ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin im Pfarrhaus leben wollen, und betrachten lesbische bzw. schwule Gemeindeglieder als ein Teil einer großen Vielfalt. (Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg bietet seit Monatsanfang Traugottesdienste für Homopaare an – MÄNNER-Archiv.)

Offen für Schwule und Lesben

Die ersten 16 Kirchengemeinden zwischen Heilbronn und Tuttlingen überreichten dem Landesbischof und der Präsidentin der Württembergischen Evangelischen Landessynode kürzlich in Heilbronn eine öffentliche Erklärung:

„Wir sind offen

  • für Lesben und Schwule in unserer Gemeinde:
  • für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare
  • für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit ihrer Partnerin/ihrem Partner im Pfarrhaus leben wollen.

Für uns ist es selbstverständlich, dass Lesben und Schwule zur Kirchengemeinde gehören. Menschen unterschiedlicher Lebensformen und sexueller Identitäten sind willkommen!“

Für Lesben und Schwule bleibt immer noch eine Unsicherheit. Das ist für die Paare und ihre Familien entwürdigend

Für dieses Anliegen wurde jetzt die Initiative Regenbogen gegründet.

 „Auch wenn die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen inzwischen in vielen Kirchengemeinden selbstverständlich ist, bleibt z.B. für Lesben und Schwule, die sich in der Gemeinde engagieren oder kirchlich heiraten bzw. sich segnen  lassen wollen, immer noch eine Unsicherheit. Das ist für die Paare und ihre Familien entwürdigend – und es spiegelt nicht mehr den Diskussionsstand in unseren Gemeinden wieder“, ist Kirchengemeinderätin Judith Quack von der Initiative Regenbogen überzeugt. (Laut unserer Umfrage im Herbst treten viele Schwule aus den Kirchen aus – MÄNNER-Archiv.)

Schlusslicht Württemberg

Dass eine Gleichstellung für Homopaare 2016 noch nicht selbstverständlich, bedauert Kirchengemeinderat Reiner Arnold: „Württemberg gehört hier zu den Schlusslichtern. Mit Freude haben wir vom Beschluss der badischen Landeskirche gehört, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare nicht nur zu ermöglichen, sondern der Trauung heterosexueller verheirateter Paare gleichzustellen. Das macht uns Hoffnung für den Prozess, der auch in Württemberg in Gang kommen wird. Die Initiative Regenbogen leistet dazu einen Beitrag: Wir ermutigen andere Kirchengemeinden, sich uns anzuschließen, und fordern die Kirchenleitung auf, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare sowie für das Zusammenleben von Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihrer Partnerin/ihrem Partner im Pfarrhaus zu schaffen.“

Titelbild: Fotolia


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