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LGBTI-Projekte für Preis nominiert

Social Media für Anerkennung, Respekt und Toleranz

von Pascal Beck

„Enough is Enough” und das LGBTI-Medienprojekt „queerblick” gehört zu den Nominierten: Am 20. September findet mittlerweile zum dritten Mal die Preisverleihung des „Smart Hero Awards“ der Stiftung „Digitale Chancen“ statt. Schirmherrin der Veranstaltung ist Manuela Schwesig, SPD-Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Immer mehr Menschen wollen ihre Umgebung aktiv mitgestalten, sich engagieren und Gutes für andere tun

„Im Zeitalter der Digitalisierung steht das Internet als Quelle für Informationen und als Kommunikationsmedium im täglichen Mittelpunkt unseres Handelns. Immer mehr Menschen wollen ihre Umgebung und die Welt aktiv mitgestalten, sich engagieren und Gutes für andere tun. Information ist dabei ein wichtiger Schritt, um auf die Nöte und Sorgen Anderer aufmerksam zu machen und dabei Organisationen und Projekte kennenzulernen, die die Unterstützung vieler brauchen”, heißt es auf der Seite des Awards. Digitale Chancen und Facebook zeichnen daher auch 2016 wieder Menschen und Organisationen aus, die ihr ehrenamtliches und soziales Engagement erfolgreich in und mit Sozialen Medien umsetzen.

Neue Kategorie: Flüchtlingshilfe

Anhand objektiver Kriterien wie Idee und Konzept, Zielgruppenansprache, Wirksamkeit, Kreativität sowie Nachhaltigkeit hat die Stiftung 14 Initiativen und Projekte nominiert. Die Nominierten verteilen sich in die vier Kategorien  „Akzeptanz in der Gesellschaft“, „Leben mit Krankheit“, „Couragiertes politisches Engagement“ und in diesem Jahr zum ersten Mal einen eigenen Bereich für die Flüchtlingshilfe. Eine unabhängige Jury mit Vertretern aus Politik und gemeinnützigen Vereinen entscheidet nun über die Gewinner der einzelnen Kategorien. Zusätzlich gibt es noch einen Publikumspreis, der von der breiten Öffentlichkeit vergeben wird.

„Unser Award ehrt gesellschaftliches Engagement. Deshalb setzen wir nicht nur in der Bewerbungsphase, in der jeder spannende Projekte für den Award vorschlagen kann, sondern auch bei der Preisvergabe auf das breite Publikum“, meint Eva-Maria Kirschsieper, Head of Public Policy Germany bei Facebook. „Der Publikumspreis ist für uns eine zentrale Kategorie und wir hoffen, dass viele Menschen sich beteiligen.“

Insgesamt ist die Zahl der Bewerber auch in diesem Jahr wieder gestiegen.

Unsere Bewerber begegnen gesellschaftlichen Herausforderungen kreativ und mit Herz

„Wir freuen uns über die stetig wachsende Zahl an Einreichungen und sind überwältig, welche unglaubliche Vielfalt und Qualität sie widerspiegeln“, sagt Prof. Herbert Kubicek, Vorstandsmitglied der Stiftung Digitale Chancen. „Unsere Bewerber begegnen gesellschaftlichen Herausforderungen kreativ und mit Herz. Viele engagieren sich etwa in der Flüchtlingshilfe und gehen dieses hochaktuelle Thema erstaunlich effektiv an.“

Mit unter den diesjährigen Nominierten, die sich unter den über 350 eingereichten Projekten behaupteten, sind unter anderem „queerblick TV“ in der Kategorie „Akzeptanz in der Gesellschaft“ sowie „Enough is Enough“ in der Kategorie „Couragiertes politisches Engagement“.

Rollenmodelle abseits von Klischees sehen

Queerblick ist ein Medienprojekt aus Dortmund für junge Schwule, Lesben, Bis und Transpersonen, dessen Ziel es ist, junge Menschen in ihrer sexuellen Identitätsentwicklung, also im inneren und äußeren Coming-out, zu unterstützen. Dabei geben sie den Jugendlichen über die Arbeit mit Medien die Möglichkeit sich kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen, ihren Gefühlen, Wünschen und Problemen Ausdruck zu verschaffen, sich über Videos anonym Informationen zu verschaffen, die für sie als queere Jugendliche wichtig sind, zu einem besseren Verständnis ihrer sexuellen Identität verhelfen, sowie Vorbilder und Rollenmodelle abseits von Klischees und negativen Stereotypen zu sehen, die ihre eigene Selbstakzeptanz fördern. (Nach dem Massaker von Orlando realisierten sie mit vier Filmemachern einen Kurzfilm – MÄNNER-Archiv.)

Demonstration "Enough is Enough" - Sommer 2013

Demonstration „Enough is Enough” – Sommer 2013

„Enough is Enough“ versteht sich als LGBTI-Aktionsnetzwerk. Die Berliner Gruppe organisierte beispielsweise die Demonstration „Open your mouth“, an der 10.000 Menschen durch die Straßen Berlins marschierten, mit der sie auf die Zustände in Russland und Putins Anti-Homosexuellen-Propaganda-Gesetz aufmerksam machten. Aktuell rufen sie unter dem Motto „Deine Stimme zählt“ dazu auf sich an den Landtagswahlen zu beteiligen, um der AFD und damit homophober Politik Grenzen zu setzen. Noch immer aktuell ist auch die 2015 gestartete Kampagne „Mein JA habt ihr!“ zur Öffnung der Ehe.

MÄNNER drückt allen Nominierten die Daumen. Das Voting für den Publikumspreis findet im August auf der Webseite www.smart-hero-award.de statt. Der Award ist mit 2.500 Euro je Preisträger dotiert, die Verleihung findet voraussichtlich im September in Berlin statt.

Titelbild: Screenshot/”Orlando – We will never forget you”


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