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„Und nicht vergessen: Ich liebe Euch!“

Seit Januar 2016 ist die erste LGBTI-Radiostation Südafrikas on air

von Thomas Petersen

Mit diesen Worten  verabschiedet sich Station-Manager Hendrik Baird von seinen Hörerinnen und Hörern bei GaySAradio: „Und nicht vergessen: Ich liebe Euch!“ Seit Januar 2016 ist die erste LGBTI-Radiostation Südafrikas on air. Als bislang einziges Projekt auf dem afrikanischen Kontinent streamt GaySARadio ein 24-stündiges online Programm. (In Ugandas Staatsradio wird im Radio dafür gebetet, dass das Land von den Dämonen befreit wird, die zu Homosexualität führen – MÄNNER-Archiv.)

Das Programm geht zu nachtschlafender Zeit gleich gut los! Mit seiner morgendlichen Sendung unter dem Titel „Eggs and Sausage“ (Eier und Wurst) bringt Hendrik seine Hörerinnen und Hörer schon ab 6 Uhr auf Trab.

LGBTI-Kultur und Lebensformen für andere Muslime

Die Radiostation sitzt in einem zum Studio umgebauten Einfamilienhaus in Pretoria, der Hauptstadt der Republik Südafrika. Hier arbeiten um die 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr, um das 24-Stunden-Programm zu stemmen. So zum Beispiel Waseem (unser Titelbild), der als DJ in seiner Show die Bereiche Sex und Beziehungen thematisiert. Für ihn als schwuler Muslim ist es besonders wichtig, anderen Muslimen in Afrika queere Kultur und Lebensformen näherzubringen sowie aktiv dazu beizutragen, Schwellen abzubauen. (Mit Videos sollen südafrikanische Männer, die Sex mit Männern haben, über HIV und AIDS aufgeklärt werden – MÄNNER-Archiv.)

Die Programmstruktur setzt sich aus einer Mischung moderierter Beiträge aus den Bereichen Politik, Lifestyle, queeres Arbeitsumfeld in Afrika, Reisethemen, Kunst und Kultur, medizinische Aspekte und vielem anderen zusammen. Der moderierte Block geht in der Regel von morgens 6 Uhr bis abends 20 Uhr. Danach läuft Musik bis zum nächsten Morgen. Außer Donnerstags, da setzt sich Station-Manager Hendrik erneut ans Mikrofon und bespricht mit seinen Gästen in der Talkshow „Steam Room“ Heikles bis Anrüchiges auch mal von einer freizügigeren Warte – ähnlich wie Domian es seit vielen Jahren beim WDR tut. „Damit decken wir ein volles Programm ab. So wie jeder andere Radiosender auch“ sagt Hendrik.

Wir alle haben schwule Cousins oder andere Verwandte. Für mich sind Schwule die wunderbarsten Menschen der Welt

Und dann ist da noch Lesego Ramagona, der von sich selber sagt, er sei der „Sugarman of Radio“. Der heterosexuelle Moderator hat großen Spaß, im GaySAradio-Team mitzuarbeiten. Er ist so etwas wie der Gute-Laune-Garant des Senders und versucht in seinen Sendungen, eine Brücke aus der heterosexuellen Welt hinüber in die Homowelt zu schlagen. „Wir alle haben schwule Cousins oder andere Verwandte. Für mich sind Schwule total normal; mehr noch: Sie sind die wunderbarsten Menschen der Welt.“ Und Hendrik ergänzt: „LGBTI-Themen werden bei GaySAradio entmystifiziert. Natürlich wollen wir unterhalten. Aber genauso widmen wir uns ernsthaften Themen. Wir verstehen uns als Sprachrohr und geben somit der LGBTI-Community eines ganzen Kontinents eine Stimme.“

www.gaysaradio.co.za

Titelbild: Screenshot/BBC-Reportage


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