Age and Beauty 1

Voll Stolz im Juli

Schwerpunktthema: CSD - jetzt erst recht!

Der Anschlag von Orlando hat die schwule Welt erschüttert. Grundlegende Fragen über den Umgang mit Homophobie und Gewalt stellen sich neu, die Flüchtigkeit erstrittener Werte wird spürbar. Aber sollen wir uns von Unsicherheit und Angst lähmen lassen? Nein, finden wir. Jetzt erst recht! Mit einem Schwerpunktthema über Vergangenheit und Zukunft sowie die neu sensibilisierte Gegenwart der CSD-Bewegung legen wir nach.

CSD

Der 1. Berliner CSD (1979) Foto: Rolf Fischer

Es gibt Läden in Beirut, die lassen dir ziemlich viel durchgehen

Außerdem erzählt Coverboy Hamed Sinno erzählt über schwules Leben im Libanon. „Wenn ich ein Date habe, dann halte ich auch Händchen – selbst wenn ich weiß, dass es für Ärger sorgen kann und im Ernstfall die Polizei nicht auf meiner Seite wäre. Es gibt Läden in Beirut, die lassen dir ziemlich viel durchgehen. Aber grundsätzlich ist Homosexualität noch ein großes Problem, im Libanon wie im gesamten Nahen Osten.“

Flüchtlinge

Stefan Otteni (2.v.l.) als Flüchtlingshelfer auf Lesbos

Wir lassen uns von Regisseur Stefan Otteni erzählen, wie man als Freiwilliger in Griechenland Flüchtlingen helfen kann – dort gibt es auch ein Lager für ‚vulnerable people‘, wie die Sprachregelung offiziell heißt: Schwangere, Schwule, Lesben und Transsexuelle. „Trotz intensivem Fragen bekommt dort man nicht heraus, wie Camp und Einwohner sich finden: Wie outet sich ein syrischer Flüchtling als schwul? Wie schafft es ein lesbisches Paar aus dem Schlauchboot in dieses Lager?“

Und: Der amerikanische Fotograf Richard Stuart Perkins schafft Verbindungen zu Menschen – über seine Kamera. Dabei lässt er sich weder von Alter, Ethnie oder Nationalität, noch von Religion, Geschlecht oder Sexualität seiner Models einschränken. Neugier ist der Motor seiner Kunst. Von ihm stammt unser Titelbild „Age and Beauty“.

MÄNNER 7.2016 kannst Du hier versandkostenfrei bestellen!

Titelbild: Richard Stuart Perkins


7 Kommentare

  1. Lucas Timm

    Schöner Bericht über private Touri-Vermietung. Ihr habt allerdings kaum die Seite der Gastgeber aufgezeigt. Habe mir dazu mal Gedanken gemacht: Als ehemaliger Gastgeber einer schwulen BED & BREAKFAST-Unterkunft, stellt man sich natürlich die eine oder andere Frage, wenn sich plötzlich zwei Lesben bei einem Einmieten. Das ist nicht frauenfeindlich gemeint. Man muss sich nur mit Dingen auseinandersetzen, die einen vorher noch nie wirklich betroffen haben. Hier ein Auszug aus Kapitel 8 ( Zimmer mit Einblick )
    … Lesbenbesuch spart Zeit, die man sinnvoll nutzen kann, indem man vielleicht mal wieder konzentriert ein Buch liest oder Fernsehen guckt.
    Bei männlichen Untermietern fragt man sich automatisch: Könnte ich mir Sex mit dem Gast vorstellen? Findet mein Gegenüber mich attraktiv und will mich anbaggern? Sind die Besucher miteinander liiert? Haben sie eine monogame Beziehung? Wollen die beiden etwa einen Dreier? Passen wir überhaupt zusammen oder sollte ich mich besser gleich bei Freunden einnisten, weil ich Angst haben müsste, bedrängt zu werden?
    Mit Frauen fällt das alles komplett weg. Die Fronten sind im Vorfeld geklärt. Dennoch beschäftigten mich immer wieder andere Gedanken: Haben die Lesbierinnen vielleicht ein Problem damit, in der Wohnung eines Mannes zu wohnen? Finden sie es eklig, dass ich im Stehen pinkle? Sind es gar Männer-Hasserinnen?
    Im Umkehrschluss würde es bedeuten: Muss ich Angst vor Samenraub haben? Und ganz wichtig: Was machen die Damen mit ihren Binden und Tampons? Sollte ich extra für sie einen Badezimmer-Mülleimer kaufen? Nein. Das würde nun wirklich zu weit gehen. Wer seine Binden in einen Hygieneeimer werfen will, muss sich schon einen eigenen Behälter mitbringen.
    Doch was tun die Frauen, die ihren Reise-Eimer nicht dabei haben? Würden ihre Slip-Einlagen am Ende in meine Toilette geworfen werden und das Rohr verstopfen?
    Ganz so einfach und unkompliziert, wie zuerst gedacht, schien die Sache also doch nicht zu sein.
    Lesbische Gäste waren trotz allem gern gesehen, auch wenn sie mir die Chance nahmen, ein weiteres Mal Männer-Sex belauschen zu können.
    Sicherheitshalber schlief ich in besagten Nächten mir Oropax. Ich weiß nicht, ob mir Frauenbesuch immer noch so lieb wäre, wenn Dildo- Schmatzen oder Leckgeräusche aus meinem immerhin eigenen Bett in mein Ohr dringen.
    Es blieb selbstverständlich nicht aus, dass sich Männer bei mir einquartierten, die ein Auge auf mich warfen, ohne dass ich auch nur das geringste Signal ausgesendet hatte, dass sie zu dem Schluss kommen ließ, bei mir landen zu können …..


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