Alexander Van der Bellen

Zurück auf Los!

Konservative in Österreich rufen zur Wahl des grünen Kandidaten auf

UPDATE (20.11.2016) Um den Rechtspopulisten Norbert Hofer (FPÖ) als Bundespräsidenten zu verhindern, empfehlen prominente konservative Politiker die Wahl des grünen Kandidaten Van Der Bellen – einem Verfechter von Homo-Rechten. In einem gemeinsamen „bürgerlichen Manifest“ erklärten u. a. der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler sowie Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer (beide ÖVP), Österreich müsse ein „verlässlicher europäischer und internationaler Partner“ bleiben. Der FPÖ-Generalsekretär Herbert Kick nannte die Unterzeichner „Wegbereiter ihres Niedergangs“. (Die Wahl Hofers würde nach dem Sieg Trumps in den USA einen weiteren Rechtsruck bedeuten – MÄNNER-Archiv)

Die FPÖ hatte die Bundespräsidentenwahl vom Mai angefochten, nachdem in den Wahlbezirken Innsbruck-Land und Südoststeiermark formale Fehler gemacht worden sind. So wurden Wahlumschäge vorzeitig geöffnet, auch kam es zur vorzeitigen Auszählung durch Personen, die nicht zur Wahlkommission gehörten. Die geplante Wiederholung der Wahl im Oktober musste wegen mangelhafter Umschläge bei der Briefwahl auf den 4. Dezember verschoben werden.

Schon der Wahlabend war kein guter für Österreich (MÄNNER Archiv): Nach der ersten Hochrechnung um 18.05 Uhr stand fest, dass sich die Hälfte aller Abstimmenden für den Kandidaten der FPÖ Norbert Hofer entschieden hatten. Er lag zeitweise knapp vorn. Im Laufe des Abends wurde aber deutlich, dass sich am Wahlsonntag nicht entscheiden würde, ob Österreich künftig einen Grünen oder einen rechtsnationalen Bundespräsidenten haben würde, dafür war das Ergebnis zu knapp. Die Kandidaten trennten oft nur wenige hundert Stimmen – mal hatte der einen knappen Vorsprung, mal der andere. Die fast 10 Prozent Briefwähler würden den Ausschlag geben müssen. Deren Stimmen wurden nun im Laufe des Montags ausgezählt.

31.026 Stimmen Vorsprung

Dann steht das Ergebnis fest. Es lautet: Van Bellen ist vorn! Genaue Zahlen gibt es in den nächsten zwei Stunden, ein Wahlbezirk zählt noch, kann aber am Ergebnis nichts mehr entscheidend ändern. Laut dem österreichischen Innenminister Wolfgang Sobotka bekommt Van der Bellen in der Stichwahl 50,3 Prozent der Stimmen. Das heißt, er liegt er 31.026 Stimmen vor Norbert Hofer, der seine Niederlage auf Facebook schon eingeräumt hat.

Der Bundespräsident soll eine moralische, aber politisch neutrale Position vertreten. Das erscheint mit Hofer unwahrscheinlich.

Zu den Kompetenzen des Bundespräsidenten gehört u. a. die Ernennung der Mitglieder der Bundesregierung und der Staatssekretäre sowie der Mitglieder des Verfassungsgerichtshofes, aber auch die Ehelicherklärung (Legitimation) unehelicher Kinder. Hofer hatte angekündigt, „eine aktivere Rolle“ als seine Vorgänger spielen zu wollen und hätte aktiv in politische Prozesse eingreifen wollen. Was eigentlich nicht Job des Bundespräsidenten ist. Der hat, ähnlich wie in Deutschland, hauptsächlich repräsentative Aufgaben und soll eine moralische, aber politisch neutrale Position vertreten. Die scheint jetzt gesichert.

Richtungsentscheidung für die Lesben, Schwulen und Bisexuellen in Österreich

Während der Kandidat der Grünen seit vielen Jahren Homo-Rechte unterstützt, hat sich Hofers FPÖ immer wieder gegen die Ehe für Alle und gegen ein Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare ausgesprochen. Das Rechtskomitee LAMBDA hatte die Wahl darum vorab als „Richtungsentscheidung für die Lesben, Schwulen und Bisexuellen in Österreich” erklärt.

Der neue Bundeskanzler steht bereits seit Ende der Woche fest: Der SPÖ-Politiker Christian Kern hat sich stets für Homo-Rechte ausgesprochen (MÄNNER-Archiv).

Bild: Imago_Eibner_Europa


34 Kommentare

  1. Mike Effey

    Was für ein Schwachsinn! Sehr demokratisch.Nur weil der eigene braune Kandidat verliert, schreien wir mal schnell Wahlfälschung. Armselig.

  2. Männer Magazin

    Lieber Pascal Kolwes, man kann ja enttäuscht sein. Wobei wir uns schon fragen, warum man als schwuler (?) Mann einen homophoben Kandidaten einem homofreundlichen vorzieht. Aber von Wahlfälschung zu reden – ist Unfug.

  3. Pascal Kolwes

    Warum ist Hofer Homophob?
    Nur weil er gegen die Homoehe ist?
    Ich bin auch GEGEN Homoehe und bin ich jetzt für euch ein Homophober Schwuler oder was? ?

  4. Pascal Kolwes

    Inzwischen ist es „MUT“ weil jeder sofort in die Homophobe Schublade gesteckt wird wenn jemand es wagt zu sagen man sei gegen.
    Ich unterstütze die AFD genauso wie Hofer!!!!!
    Wer was dagegen hat, der kann sich Ausloggen und Heulen.

  5. Amir Ahmed

    kein einziger beweis einer wahlverfälschung (zuviel oder zuwenig stimmen für einen kandidaten) sondern lediglich vorfälle, bei denen im raum steht, dass z.b wahlkarten zu früh ausgezählt wurden- alles im beisein der fpö-beisitzer in den jeweiligen wahlkomissionen, die nichts zu beanstanden hatten.

  6. Bernhard Kreiner

    auch in deutschland gibt es wahldesaster wegn inkorrecter wahl siehe köln oder viele andere beispiele es muss korecct zugehen sonst wird jeder sieger schwach egal wer es ist.


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close