Youtube: Muss das so?

Es ist toll, dass der Videokanal seine Pride-Kampagne weiterführt. Dabei gab es allerdings ein riesiges Problem

UPDATE (9.7.2016) Das Kommentieren ist mittlerweile nicht mehr möglich. YouTube hat die Funktion deaktiviert.

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Youtube ist, oberflächlich betrachtet, ein guter Freund der LGBTI-Community. Es gibt wohl keinen anderen Medienkanal, der mehr Menschen unter 25 beim Coming-out geholfen hat. Einfach, indem er Menschen von ihren eigenen Coming-outs erzählen lässt (MÄNNER-Archiv) und der mehr für die weltweite Sichtbarkeit lesbischer, schwuler und trans* Lebensentwürfe in eben dieser Zielgruppe tut. Die LGBTI-Youtuber haben Millionen Fans und entfalten eine Breitenwirkung, von der sich die Eltern ihrer Zuschauer meistens keinerlei Vorstellung machen.

Wie schon in den letzten Jahren, hat Youtube auch 2016 wieder ein Pride-Video produziert

Und auch was das Eigen-Marketing anbelangt, steht Youtube voll auf „unserer“ Seite: Das Netzwerk ist stolz auf seine LGBTI-Nutzer und Zuschauer, was es nicht nur im Pride-Monat Juni, sondern das ganze Jahr über zeigt. Gerade jetzt wieder: Wie schon in den letzten Jahren, hat Youtube auch 2016 wieder ein Pride-Video produziert. Nach Coming-out und Familien geht’s heuer um sexuelle und Geschlechtsidentität. Und das Ganze ist wunderbar gelungen und sehr anrührend, wie man oben sehen kann. Es ist schön und wird sicher viele bestärken.

Wer jede Menge transphoben, LGBTI-feindlichen Schwachsinn lesen will, ist hier richtig

Die können sich allerdings von den Kommentaren unter dem Video gleich wieder runterziehen lassen. Wer jede Menge transphoben, LGBTI-feindlichen Schwachsinn lesen will, ist hier richtig: „Transgenderismus ist eine geistige Erkrankung“, „Es gibt drei Geschlechter: Männlich, weiblich und schwachsinnig“, „Können wir diese Typen zurück in den Zirkus bringen, wo sie hingehören?“ sind noch drei der netteren Varianten der inzwischen fast 250000 Kommentare. Von denen Youtube die gröbsten löscht, aber viele eben auch nicht. Womit sich die Frage stellt: Muss das so? Denn: Wenn Youtube es akzeptiert, dass sich unter Videos, die LGBTI unterstützen sollen, homo- und transphobe, schmutzig braune Wasserfälle blanken Hasses über die Leute ergießen, die sie gerade feiern, was soll das Ganze dann?

Bild: Youtube


7 Kommentare

  1. Thomas Baumann

    Menschen die sowas schreiben und Hass verbreiten, haben glaube ich ein Problem mit sich selbst. Im wahren Leben bekommen sie mit Sicherheit nix gebacken oder sie haben vergessen welches Jahr wir schreiben. … oder tausend andere Gründe warum ihr Hirn nicht funktioniert. ….

  2. Frank La Biel

    Die Wahrheit liegt eben immer irgendwo in der Mitte…. Diskriminierung geht gar nicht… aber solchen Müll wie das dritte Geschlecht als „Geschlechtsform“ an zu erkennen halte ich für Blödsinn. Ich habe auf einer anderen Plattform schon diverse Streitgespräche gehabt und selbst Intersexuelle sehen sich wieder in eine neue Schublade gelegt . Ich kann nur sagen dazu: Wir brauchen keinen neuen rechtlichen Kram und Schubladen, wir müssen uns gegenseitig nur als Menschen anerkennen . Was wer wo in der Kiste oder sexuell treibt ist doch nicht meine Sache und ich muss darüber auch nicht in Form neuer Geschlechtsformen darauf hingewiesen werden. Auch bei der übereifrigen LGBTI sehe ich manches mal Potential für überkorrekten Wahnsinn der gar nicht Not tut und auch nicht Sinnvoll ist, nur weil ich Schwul bin, heißt es auch nicht das ich wie zu einem Borg-Kollektiv zu allem Ja und Amen sagen muss, nur weil es von Homosexuelle kommt. Auch Schwule machen Fehler und auch Schwule Männer können Radikale in jeder Hinsicht sein….. Deshalb fordere ich: erkennt die Menschen an, mehr ist gar nicht Notwendig… Und Hass und Gegenhass nutzt in Wahrheit wen? Richtig : NIEMANDEN!

  3. Männer Magazin

    Lieber Frank La Biel, „blödsinnig“ mag man es ja finden – aber es als „Müll“ zu bezeichnen, ist vielleicht ein bisschen viel, oder? Es gibt Menschen, die sich davon verletzt fühlen. Beste Grüße, die Redaktion

  4. Frank La Biel

    Männer Magazin Nun, ich bin nicht der Einzige der es so sieht und eine Meinung zu verbreiten diese Massen tauglich zu verpacken bedeutet: Verantwortung zu haben. Ich bekomme eine Meinung von euch serviert , eine Meinung die mit der Gay Community gar nichts zu tun, sondern sich : So verdeutlicht es sich mehr und mehr und verdichtet sich: eher eine der Vereine , der Politik-nahen und nicht zu letzt auch Einseitig ist . sollte ich mich verletzt fühlen, weil ihr die Sicht der Dinge nur so präsentiert wie sie auf Sicht der Vereine und Politiker präsentiert? Nein, ich reagiere so, dass ich einfach das Magazin nicht kaufe, Bruno´s meide … das dann meine Art mich aus zu drücken. Wenn ich die Dinge als Blödsinnig empfinde, dann darf ich das zum Ausdruck bringen und auch genau so es benennen. Das sichert mir das GG zu, ihr könnt natürlich sagen: Das möchten wir nicht und wir blockieren dich… Das würde aber nur noch mal das Unterstreichen was ich andeutete. Verantwortung besteht nicht aus Mainstream und Blah Blah sondern aus Vielfalt und auch aus unbequeme Meinungen, wie ihr die Verwerten möchtet obliegt nicht in meiner Verantwortung, jedoch ganz klar ändert es nicht meine Meinung. Letztlich bin ich nicht Mirko Welsch und kann damit auch gut leben, wenn ihr mich ausschließt.


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