Obama: Homophobie ist wie Rassismus

Der Präsident ermahnte junge, afrikanische Führungskräfte, sich für LGBTI einzusetzen

Präsident Obama hat auf einer Konferenz für junge, afrikanische Führungskräfte eine beeindruckende, wenn auch nicht unbedingt willkommene Bemerkung gemacht. Er erklärte im Omni Shoreham Hotel in Washington, wo sich die Politiker und Geschäftsleute der Young African Leaders Initiative am Wochenende zu einem dreitägigen Treffen versammelt hatten, den Anwesenden, dass Homophobie der gleichen Geisteshaltung entspringt, wie Rassismus.

Jedesmal wenn ich darüber in Afrika spreche, will das kein Mensch hören.

Einer der Teilnehmer hatte die Frage gestellt, was dagegen zu tun sei, dass in einigen afrikanischen Ländern eine regelrechte Hetzjagd auf Albinos stattfindet. Sie werden getötet, damit ihre Körperteile dann bei religiösen Riten einsetzen zu können. Obama geißelte die Morde und sagte dann: „Das Gleiche gilt übrigens für sexuelle Orientierung. Jedesmal wenn ich darüber in Afrika spreche, will das kein Mensch hören. Aber die Wahrheit ist, dass es eine Verbindung zwischen der Haltung gibt, die Menschen dazu bringt, andere wegen ihres Aussehens zu töten und sie zu verfolgen, einfach weil sie jemanden lieben.”

Es gibt eine Verbindung zwischen Rassismus, Homophobie und ethnischen Konflikten.

„Es gibt eine Verbindung zwischen Rassismus, Homophobie und ethnischen Konflikten. All das bedeutet, dass man nicht in der Lage ist, jemanden, der anders ist als man selbst, auch als menschliches Wesen zu sehen. Obama verglich die Art, wie afrikanische Nationen in der Kolonialzeit durch die Europäer unterdrückt wurden und wie sie das wegen des europäischen Imperialismus heute oft noch werden, damit, wie LGBTI in einigen afrikanischen Ländern unterdrückt werden. „Man kann sich nicht auf der einen Seite darüber beschweren, dass man unterdrückt wird und das im gleichen Atemzug anderen Menschen selbst antun.

Ich sage das, egal, wo ich bin, in Afrika: Ich glaube an das Prinzip, dass man alle Menschen nach dem gleichen Gesetz behandelt; sie verdienen denselben Schutz.

„Das geht nicht”, sagte der Präsident. „Diese Zusammenhänge müssen hergestellt und bedacht werden. Was die Aufgabe junger Menschen ist, denn die Alten haben da oft sehr eingefahrene Denkstrukturen.” Im Sommer letzten Jahres hatte Obama bei einem Besuch in Kenia klare Worte gefunden und Präsident Kenyatta ermahnt: „Wenn man anfängt, die einen Menschen anders zu beurteilen als andere, ist der Frieden in Gefahr. Ich sage das, egal, wo ich bin, in Afrika: Ich glaube an das Prinzip, dass man alle Menschen nach dem gleichen Gesetz behandelt; sie verdienen denselben Schutz, und der Staat sollte niemanden aufgrund von sexueller Orientierung verurteilen.“ (MÄNNER-Archiv)

Bild: Imago/ZUMA Press

 


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