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Belize: Erfolg für Homorechte

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Der Kampf von Caleb Orozco war hart und oft einsam: Der Leiter der LGBTI-Rechtsorganisation Unibam (United Belize Advocacy Movement) hat sich seit Jahren dafür eingesetzt, dass das Verbot homosexueller Handlungen endlich abgeschafft wird. Es stammt noch aus dem Jahr 1888, als Belize britische Kronkolonie war und Britisch-Honduras hieß. Erst 1981 wurde Belize unabhängig. Vor sechs Jahren begann der Kampf, als Orozcos Anwalt die Klage beim Belize Supreme Court einreichte – die erste gegen den Sodomie-Paragraphen. Orozco selber wurde in Talkshows eingeladen und wurde so bekannt, dass Schwulenhasser ein neues Schimpfwort hatten: Orozco.

Belize

Caleb Orozco (Foto: Glaad)

Vergangene Woche nun hob das Verfassungsgericht den Strafrechtsparagrafen auf, der „widernatürliche“ Handlungen mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft. Das Gesetz verletze die Rechte auf Würde, Privatleben, Gleichbehandlung und ein diskriminierungsfreies Leben, so die Begründung. Damit ist der Gesetzgeber am Zug.

Das ist ein riesiger Schritt und ich könnte nicht stolzer sein

„Die Entscheidung erfüllt mich mit einer tiefen Zufriedenheit“, sagte Orozco nach der Urteilsverkündung. „Ich freut mich sehr, vor allem für die LGBTI-Menschen in Belize. Das Oberste Gericht hat ein historischen Präzedenzfall geschaffen – im Land, aber auch für die karibischen Staaten, indem es die Würde und Gleichheit aller Bürger betont, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Auch wenn ich weiß, dann man noch viel tun muss, um die Einstellung der Menschen zu ändern, ist das ein riesiger Schritt und ich könnte nicht stolzer sein.“

Zwar wurde das Gesetz schon lange nicht mehr angewandt, für homophobe Stimmung sorgte es aber weiterhin im Land, zu der auch die Kirchen fleißig beitrugen. In Kommentaren der lokalen Zeitungen war u.a. zu lesen, dass die Schwulen für Unwetter und Überschwemmungen verantwortlich seien.

72 Länder bestrafen Homosexualität

„Wir hoffen, dass das der heutigen  Tag zu einem Wandel in der Karibik insgesamt führt, wo immer noch 10 Länder Überreste von Sodomie-Gesetzen haben. Dieser historische Sieg wird uns voranbringen“, sagte Kenita Placia, die bei OutRight Action International für die Karibik zuständig ist. Und die Vize-Chefin der LGBTI-Organisation, Maria Sjodin, sagte: „Die Entscheidung des Supreme Court bedeutet, dass die Zahl der Länder, die gleichgeschlechtlichen Sex kriminalisiert, auf 72 sinkt. Hoffentlich geht dieser Abwärtstrend weiter.“

Titelbild: Fotolia


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