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Clemens Schick tritt in SPD ein

Grund: Er sieht die Freiheit, in der er seit 44 Jahren lebt, gefährdet

UPDATE  (13.8.2016) Noch ein Coming-out: Der Schauspieler Clemens Schick ist in die SPD eingetreten. Er sehe die Freiheit, in der er seit 44 Jahren lebe, gefährdet – durch Rechtspopulisten und radikale Islamisten. Der B.Z. gegenüber sagte der frühere Bond-Bösewicht, die Sozialdemokraten verkörperten für ihn das Prinzip der Solidarität am besten. Der ebenfalls schwule Klaus Wowereit (SPD), der Berlin über 13 Jahre regiert hat, habe mit seiner Entscheidung, in die Partei einzutreten, nichts zu tun.

 

Clemens Schick spielt in „Futuro Beach“ seine erste schwule Rolle. Im Oktober2014-Heft der MÄNNER, während eines Interviews über den Film, outete sich der Schauspieler auch.

Würdest Du sagen, dass „Futuro Beach“ ein schwuler Film ist?
Tja, was ist ein schwuler Film? Dadurch dass die Liebesgeschichte zwischen zwei Männern stattfindet, hat er natürlich ein schwules Element, aber er ist kein Film, der sich mit der heutigen Schwulenproblematik auseinandersetzt, die es ja gibt. In Deutschland wird stark in Klischees gedacht und in anderen Ländern ist Schwulsein immer noch ein Problem, das zu Menschenrechtsverletzungen führt.

Bleiben wir mal bei dem Umgang hierzulande. Nach der Berlinale wurde viel über die Freizügigkeit der Liebesszenen in „Futuro Beach“ geschrieben. Wird diese Freizügigkeit bei mann männlichen Sexszenen mehr beachtet, als wenn Mann und Frau auf der Leinwand ins Bett gehen?
Vielleicht wird bei schwulen Sexszenen eher mal gefragt, ob man Skrupel hatte. Obwohl … Eigentlich wird immer das Gleiche gefragt. Ob die Nacktheit ein Problem ist, ob die Freizügigkeit vorm Team nicht mit Scham behaftet ist, und so weiter. Das sind diese Dialoge, auf die jeder Schauspieler zu Recht das Gleiche antwortet, nämlich dass es nichts Technischeres gibt als eine Sexszene. Wobei ich sagen muss, dass ich es bei „Futuro Beach“ anders empfunden habe.

Frauenzeitschriften fragen Dich immer wieder nach Freundinnen, während alle Schwulen zu wissen meinen, dass du schwul bist. Als Identifikationsfigur taugst du offenbar für beide Seiten. Eine Bestätigung deiner schauspielerischen Wandlungsfähigkeit oder ein Missverständnis?
(lacht) Ja, lustig, ne? (40 Sekunden Bedenkpause) Ich sag es mal so: Von den Dingen, die Du gerade gesagt hast, befriedigen mich beide, aber ich bin trotzdem schwul. (Diese deutschen Schauspieler haben sich geoutet – MÄNNER-Archiv.)

Kann es sein, dass du das noch nie öffentlich in dieser Klarheit gesagt hast?
Ja, aber es ist eine bewusste Entscheidung, dass ich es gerade getan habe. Für mich ist das eine politische Aussage. Mich persönlich interessiert weder das Label „Schwul” noch brauche ich es für mein eigenes Selbstverständnis. Aber mich nerven die Schubladen und die Klischees. Mit Männern zusammen zu sein, schließt für mich überhaupt nicht aus, mit Frauen zu flirten, sie attraktiv zu finden oder mich in sie zu verlieben. Deshalb fand ich die Figuren im Film ja so interessant. Die thematisieren oder problematisieren das Schwulsein als solches überhaupt nicht. Sie haben einfach Sex, eine Beziehung und dann auch wieder keine Beziehung. In diesem unaufgeregten Umgang ist der Film vielleicht sogar eine Utopie.

Ein Porträt einer großen Liebe, die mit den Gegensätzen von südamerikanischer Leidenschaft und dem Berliner Alltag zu kämpfen hat. Eindrucksvoll, sensibel und mit 2 Hauptdarstellern, die zu den Besten ihrer Generation gehören. Jetzt als DVD im Handel erhältlich.

Foto: Promo

Das vollständige Interview ist in MÄNNER 10.2014 erschienen.


13 Kommentare

  1. Alexander Gallius

    „die Sozialdemokraten verkörperten für ihn das Prinzip der Solidarität am besten“.. ahja… was nen depp… die SPD, die unseresgleichen verraten hat für den machterhalt mit der CDU… die spd ist nichts mehr weiter als ne hure der cdu… dafür würden se sogar ihre mütter verkaufen… und das weswegen er angst hat, „rechtspopulisten und islamisten“ ist doch ein gemachtes problem der spd, „grünen“ und anderen altparteien… der letzten 20 jahre…

  2. Thomas Müller

    ist doch eine sehr gute Entscheidung.Man sollte nicht immer meckern über die Politik. Zugegeben bei einigen Amtsinhabern macht man sich so seine Gedanken, aber die SPD hat gerade in früheren Jahren auch viel Durchgesetzt was heute viele als Rutine angesehen wird und einige Federn lassen mußten.


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