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Überfälle auf schwule Cruiser

Zwischen den Vorfällen sehe die Staatsanwaltschaft keinen Zusammenhang

„Tagsüber lockt ein vielfältiges Freizeitangebot, während sich abends Sexorgien in den Hecken und WC-Anlagen abspielen“, schrieb die Schweizer Tageswoche vor zwei Jahren über den Schützenmattpark in Basel – einem beliebten Cruisingpark. Dort kam es in der Vergangenheit immer mal wieder zu Angriffen auf schwule Männer. Nach Angaben der Basellandschaftlichen Zeitung befasst sich die Staatsanwaltschaft mit vier Überfällen in dem Cruisinggebiet in den vergangenen beiden Monaten, drei davon mitten in der Nacht und einer morgens um 7.30 Uhr. Drei der Opfer waren über 50 Jahre alt und wurden beim Übergriff verletzt. Im Vorjahr dagegen hatte die Staatsanwaltschaft lediglich einen Überfall erfasst. (Im niedersächsischen Celle fühlen sich Angler von cruisenden Schwulen belästigt – MÄNNER-Archiv.)

Staatsanwaltschaft: Zwischen den Vorfällen kein Zusammenhang

„Es gibt keine Hinweise, die besagen, dass Delikte gegen eine bestimmte Bevölkerungsschicht begangen werden“, zitiert die Zeitug René Gsell, den Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. Zwischen den Vorfällen sehe die Staatsanwaltschaft keinen Zusammenhang. Immerhin, drei Überfälle haben sich in der Nähe der Toilette eines Parkkiosks zugetragen. In einem der vier Fälle sucht die Polizei einen 15- bis 25-jährigen Täter.

Polizei gibt Taschenalarmgeräte aus

Gegenüber der Basellandschaftliche Zeitung sagte der Betreiber des Schützenmatt-Kiosk, Mario de Feo, er habe in den letzten zwei Monaten jeden Abend eine Männergruppe im Park „patrouillieren“ gesehen. Was die genau wollten, wisse er nicht. (In Dortmund wurde im vergangenen Sommer ein Cruising-Parkplatz von Neonazis besucht, die das Gebiet säubern wollten – MÄNNER-Archiv.)

Die homosexuelle Arbeitsgruppe Basel habs hat einen Ladenfaden für sicheres Outdoor-Cruising entwickelt. Im Fall eines eindeutig homophoben Überfalls wird empfohlen, „sich, sich als homosexuell zu deklarieren, und dieses als Ursache für den Überfall zu beschreiben, da die Tatsache eines Hate Crimes vom Gericht in die Urteilsbildung einbezogen und entsprechend gewichtet wird.“ Zudem wird darauf hingewiesen, dass auf jedem Polizeiposten gratis Taschenalarmgeräte erhältlich seien. Hier ist der komplette Leitfaden zu finden.

Titelbild: Christophe F. Graf (Skulpture II von Klaus Littmann, Ohne Titel, 1991 im Schützenmattpark)


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