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Das ist der neue queere Superstar

Warum Frank Ocean seit gestern in einem Atemzug mit Beyoncé oder Drake genannt wird.

Der Druck war groß. Über Monate hatte US-Sänger und -Songwriter Frank Ocean seine Fangemeinde auf sein zweites Album „Blonde” warten lassen. Immer mehr große Onlinemedien waren während der Wartezeit auf den Hype aufgesprungen und hatten alle paar Wochen eine angeblich bevorstehende Veröffentlichung des Albums verlauten lassen. Entsprechend groß war der Wirbel, als die Platte vor knapp zwei Wochen erschien. Da konnte auch Britneys neues Album „Glory” (MÄNNER-Archiv) in Sachen Medienrummel nicht mithalten.

Er ließ immer wieder sehr deutlich durchscheinen, dass er auf Männer steht. Auch auf Männer steht, zumindest.

Die Aufmerksamkeit galt dabei nicht allein den immer wieder aufgeschobenen Veröffentlichungsterminen. Denn nicht nur gilt Ocean bereits seit langem als Ausnahmetalent und Mitbegründer einer neuen, coolen R&B-/Soul-Bewegung. Auch ließ er seit der Veröffentlichung seines Debütalbums „Channel Orange” im Jahr 2012 gegenüber der Öffentlichkeit immer wieder sehr deutlich durchscheinen, dass er auf Männer steht. Auch auf Männer steht, zumindest. Denn gleichzeitig betonte Ocean regelmäßig, dass er keine Lust habe, sich Labels für seine Sexualität aufzwingen zu lassen.

Frank Ocean Blonde

Inzwischen sieht alles danach aus, als würde die Veröffentlichung von „Blonde” eine kleine musikalische Revolution markieren: Gerade erst wurde verkündet, dass Ocean mit der Platte in den US-Billboard-Charts direkt auf Platz 1 eingestiegen ist. Mit fast 300.000 verkauften Kopien ist das Album damit nach Beyoncés „Lemonade” und Drakes „Views” der bislang erfolgreichste Neuzugang in den Charts im Jahr 2016. Heißt konkret: Ein queerer afroamerikanischer Newcomer, der in eigenwilligen Songs über gleichgeschlechtliche Liebe singt und kein großes Label im Rücken hat, erobert die Welt. Und die Herzen der LGBTI-Community.

Wir hoffen, dass dies mehr als ein Hype, sondern der Beginn einer langen, nachhaltigen Karriere ist.

Doch „Blonde” ist natürlich mehr als Hype und kommerzieller Erfolg. Die Platte (hier streambar) war für den 28-jährigen ein Mammut-Projekt: Ganze 17 melancholisch-futuristische Songs umfasst sie und wurde zusammen mit einem 140-Minuten-langen Musikfilm namens „Endless” veröffentlicht. Oben drauf gibt es ein von Ocean selbst zusammengestelltes Magazin namens „Boys Don’t Cry”, für welches er unter anderem seine Mutter interviewt und Horoskope verfasst hat. Wir sind schwer beeindruckt und hoffen, dass dies der Beginn einer langen, nachhaltigen Karriere ist.

Foto: Imago


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