Wien 06 04 2016 Palais Ferstel Wien AUT FPOe Festakt anlaesslich 60 Jahre Freiheitlich Partei O

Homophobe Posts von FPÖ-Mitarbeiter

Angestellter eines Nationalrats nennt Volker Beck „Berufsschwuchtel“

Ein parlamentarischer Mitarbeiter von FPÖ-Nationalrat Christian Höbart soll auf Facebook homophobe und rassistische Kommentare gepostet haben. Alexander S. soll bereits 2013 von „Eselfickerkulturen“ und „Negern“ geschrieben haben, wie die Online-Ausgabe der österreichischen Tageszeitung „Standard” berichtet.

Aufgedeckt hat das die antifaschistische Gruppe „Recherche Wien“. Die Postings sind aktuell nicht öffentlich einsehbar. Doch der Mitarbeiter hetzt bis heute im Netz gegen Ausländer und Schwule.

Er wolle ein angebliches Islamisten-Viertel „ausräuchern“

Über die Geschichte zweier schwuler Flüchtlinge aus dem Irak, die aufgrund von Attacken im Flüchtlingsheim von einem schwulen Paar aufgenommen wurden, schrieb er: „Die Regierung hat zwei neue Ausländer und die warmen Brüder zwei neue Spielgefährten. So ist jedem zeitgenössischem Zersetzer gedient, oh brave new world.” Den Post vom 16. Februar 2016 hat der Standard recherchiert.

Nur einige Tage später bezeichnete er Volker Beck (Grüne) als „Berufsschwuchtel“. Ein Wohnviertel, in dem angeblich extremistische Islamisten wohnen, wolle er „ausräuchern“. Gegen solche Hetzkommentare will etwa der schwule Bundesratspräsident Mario Lindner vorgehen (MÄNNER-Archiv).

Sein Vorgesetzter, der FPÖ-Nationalrat Christian Höbart, äußerte sich entsetzt über die Vorwürfe. „Wenn das stimmt, dann ist er nicht mehr, sondern dann war er mein Mitarbeiter”, sagte er dem „Standard“ auf Nachfrage.

Auch Höbart selbst hetzt auf Facebook

Höbart hält jedoch auch eine Manipulation für möglich, weshalb er zunächst „den Sachverhalt prüfen“ möchte. Sein Mitarbeiter, der in Deutschland aufgewachsen ist, arbeitete früher für die deutsche Marine. Alexander S. soll zudem Mitglied der „Identitären Bewegung“ sein, die seit Kurzem vom Verfassungsschutz überwacht wird.

Der Abgeordnete selbst nutzt Facebook auch, um gegen Flüchtlinge Stimmung zu machen. Ein Video von einem Flüchtlingsboot, das übers Mittelmeer fährt, kommentiert er mit „eine Seefahrt, die ist lustig”. Der Post ist mittlerweile gelöscht, doch Vice hat einen Screenshot gespeichert.

Bundespräsidentenwahl: Hofer führt

Die Grünen wollen den Fall untersuchen lassen. Sie haben eine Anfrage an Parlamentspräsidentin Doris Bures verfasst. Der grüne Nationalrat Harald Walser sprach von „blau-braunen Ausfällen“ und forderte die Partei auf, Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen.

Am 2. Oktober wird in Österreich die Bundespräsidentenwahl wiederholt. In einer Umfrage des Gallup-Instituts liegt der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer vor seinem parteilosen Konkurrenten Alexander Van der Bellen.  Der hatte die Wahl im Mai noch gewonnen. Jetzt gibt das Meinungsforschungsinstitut für ihn eine Bandbreite von 42,5 bis 51,5 Prozent an. Hofer kommt auf 48,5 bis 57,5 Prozent der Stimmen. Warum die Wahl um das eigentlich repräsentative Amt so bedeutend ist, erklärt dieser Beitrag im MÄNNER-Archiv.

Titelbild: imago/Eibner Europa


2 Kommentare

  1. Kai Tonath

    Ochje – haben wir also nichts gegen die FPÖ selbst vorzubringen, und müssen uns dann darauf stürzen, dass ein Mitarbeiter eines Nationalrats böse ist? – Tschuldigung Peinlich!


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close