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Respektiert einander!

Friedrichstadt-Palast hisst Flagge für Respekt

Die Bühnengeschichte des Friedrichstadt-Palastes reicht zurück bis 1919 zum Großen Schauspielhaus. „Unsere drei Gründer Max Reinhardt, Erik Charell und Hans Poelzig litten später unter der NS-Diktatur, weil sie jüdischer Abstammung waren, homosexuell oder ihre Architektursprache als entartet galt”, so Intendant Dr. Berndt Schmidt. „Im Dritten Reich waren wir das größte nationalsozialistische Propagandatheater. Bis 1990 war der Palast das Vorzeigeunterhaltungstheater der DDR.”

Freiheit ist schneller verloren, als man denkt

Aufgrund der Geschichte des Hauses, das heute als Europas modernster Showpalast in Berlin gilt, stünden die Verantwortlichen heute bewusst für Vielfalt, Freiheit und Demokratie. Demokratie sei weit entfernt von Perfektion, aber die einzige Staatsform, die Mehr- und Minderheiten ihre Freiheiten ließe. (Bei der Premiere der letzten Show The Wyld wurden Botschafter aus homophoben Staaten nicht eingeladen – MÄNNER-Archiv).

„Unsere Geschichte zeigt, dass Freiheit nicht einfach da ist – und schneller verloren ist als man denkt. Sie muss, sprichwörtlich täglich, im Großen und im Kleinen behauptet werden.”

Politisch neutral

Darum engagiert sich der Palast unter anderem im Berliner Toleranzbündnis sowie im Bündnis gegen Homophobie. Zudem will der Palast nach und nach das Motto „Respect each other“ verfolgen und verbreiten: Respektiert Euch gegenseitig!

Keine Staaten, Organisationen oder Menschen akzeptieren, die andere auf Basis von Herkunft oder sexueller Orientierung diskriminieren, verfolgen, verletzen oder töten

Respekt, so der Friedrichstadt-Plast, bedeute nicht Naivität und Wehrlosigkeit. Man dürfe keine Staaten, Organisationen oder Menschen akzeptieren, die andere auf Basis von Herkunft oder sexueller Orientierung diskriminieren, verfolgen, verletzen oder töten. „Respekt heißt, auch in der Verteidigung zu differenzieren, nicht zu pauschalisieren und nicht einzelne Ereignisse oder Gruppenzugehörigkeiten für das ganze Bild zu halten. Denke differenziert, damit Deine Worte oder Handlungen nicht Unschuldige treffen.”

Friedrichstadt-Palast

Szene aus THE WYLD (Foto: Friedrichstadt-Palast)

Das deutliche Statement wird mit einer Farbwahl unterstützt (Colours of Respect), die von der Regenbogenfahne inspiriert ist, „jedoch politisch, gesellschaftlich und gegenüber sexuellen Orientierungen neutral” sein soll. Diese Flagge wird am kommenden Dienstag vor dem Friedrichstadt-Palast in Berlin-Mitte gehisst (ESC-Finalist Roman Lob singt ab Oktober in der neuen Show – MÄNNER-Show). Um die Multinationalität des Ensembles zu unterstreichen, werden daran die Mitglieder aus 10 Ländern teilnehmen: Azama Bashir (Kanada), Kateryna Klymenko (Ukraine), Sofia Schabus (Österreich), Paolo Busti (Italien), Miriam Schegerer und Miranda Bodenhöfer (Deutschland), Ezzat Wahid und Ezzat Abdelmoty Gamel (Ägypten), Zahari Zahariev (Bulgarien), Patrick Santos de Oliveira (Brasilien) und Filip Vereš (Slowakei).

Titelbild: Friedrichstadt-Palast / Zhoi Hy


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